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<subject>Production Archives 02: Production Contexts</subject>
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<article-title>Christoph Schlingensief im Spannungsfeld von Kunst und Realpolitik</article-title>
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<email>a.vinzenz@zegk.uni-heidelberg.de</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Institut f&#252;r Europ&#228;ische Kunstgeschichte, Universit&#228;t Heidelberg, DE</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2024-06-13">
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<license-p>This is an open-access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC-BY 4.0), which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
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<p>Christoph Schlingensief gr&#252;ndete 1998 die Partei <italic>Chance 2000</italic>. Es handelt sich dabei sowohl um eine k&#252;nstlerische Arbeit als auch ein realpolitisches Handeln. Diese Entgrenzung von Kunst und Politik ist ein Bestreben im Konzept des Gesamtkunstwerks, welches um <xref ref-type="bibr" rid="B92">1850</xref> von Richard Wagner entwickelt wurde und unter anderem von Joseph Beuys aufgegriffen und modifiziert wurde; beide K&#252;nstler f&#252;hrt Schlingensief als Leitfiguren an. Die Betrachtung des Konzepts Gesamtkunstwerks hilft bei der Analyse der k&#252;nstlerischen und sozio-kulturellen Bestrebungen der K&#252;nstler sowie der Frage nach der Interaktion mit der Gesellschaft. Auf diese Weise k&#246;nnen verschiedene Schwerpunktlegungen, Mechanismen und Strategien offengelegt werden. Der kunsthistorische und theaterwissenschaftliche Blick, der methodische Ans&#228;tze der Postcolonial Studies mit einbezieht, tr&#228;gt zur Verortung von Schlingensiefs Arbeiten bei.</p>
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<p>2017 verabschiedete sich Frank Castorf nach seiner 25-j&#228;hrigen Intendantenzeit an der Berliner Volksb&#252;hne unter anderem mit der sp&#228;ten Schlingensief-Filmpremiere von <italic>Chance 2000: Abschied von Deutschland</italic>, einem von Kathrin Krottenthaler und Frieder Schlaich aus Videoschnipseln von Christoph Schlingensiefs <italic>Chance 2000</italic> kompilierten Film (<xref ref-type="bibr" rid="B22">Filmgalerie 451</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B75">Siemons, 2017</xref>). <italic>Chance 2000</italic> war eine deutsche Kleinpartei, die im M&#228;rz 1998 von Schlingensief auf dem Gel&#228;nde der Berliner Volksb&#252;hne gegr&#252;ndet wurde und im gleichen Jahr in den Bundestag einziehen wollte (<xref ref-type="bibr" rid="B19">D&#252;rr und Kronsbein, 1998</xref>). Sie basierte auf dem gleichnamigen Verein, welchem beispielsweise auch Harald Schmidt und Alfred Biolek angeh&#246;rten und wurde finanziell mit 190.000 DM von Wolfgang Joop unterst&#252;tzt. Es handelt sich demnach um zweierlei: Zum einen ist <italic>Chance 2000</italic> eine k&#252;nstlerische Aktion, zum anderen eine politische Handlung. Auf verschiedenen Ebenen finden sich hier Zeichensetzungen: Am offensichtlichsten d&#252;rfte wohl die der Entgrenzung von Politik und Kunst sein.</p>
<p>Schlingensief, der sich selbst als Film- und Theaterregisseur, Autor und Aktionsk&#252;nstler verortete, wollte mit <italic>Chance 2000</italic> an die Gesellschaft appellieren, indem er die realpolitischen Mechanismen offenlegte und hinterfragte. Wie in zahlreichen seiner Aktionen zuvor, arbeitete er sich dazu an (politischen) Feindbildern ab&#8212;allen voran an dem damaligen Kanzler Helmut Kohl. Dieses Vorgehen erm&#246;glichte ihm zu veranschaulichen und zu fordern, dass Kunst wieder ihre Verantwortung als gesellschaftliches Organ &#252;bernehmen m&#252;sse, um einen soziopolitischen Umbruch herbeif&#252;hren zu k&#246;nnen. Dieser Kerngedanke eint ihn mit zwei von ihm immer wieder genannten K&#252;nstlern: Joseph Beuys und Richard Wagner.</p>
<p>Beuys galt f&#252;r Schlingensief als k&#252;nstlerischer Orientierungspunkt, Wagner bezeichnete er als &#8218;Bruder im Fleische&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B10">Briegleb, 2007</xref>). Auf beide bezog er sich in seinen k&#252;nstlerischen Arbeiten; ein Aspekt, dem sich die Forschung bisher&#8212;besonders mit Blick auf die Inszenierungsstrategien&#8212;anhand von Einzelstudien und &#220;berblicken zugewendet hat: Eine Engf&#252;hrung der drei K&#252;nstler nimmt von Graevenitz (<xref ref-type="bibr" rid="B89">2011</xref>) vor, wobei sie sich auf ikonologische Parallelen anhand der Figur des Parsifal konzentriert; ansonsten finden sich Untersuchungen, die Wagner und Schlingensief (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Hegenbart, 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B74">Seithe, 2014</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B86">van der Horst, 2013</xref>) oder Schlingensief und Beuys (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Degeling, 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B47">Leupin, 2007</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B52">M&#252;hlemann, 2011</xref>) zusammen denken. Es ist jedoch verwunderlich, dass bisher eine vergleichende Studie aller drei K&#252;nstler fehlt, da sie der R&#252;ckgriff auf das Konzept des Gesamtkunstwerks eint: Um <xref ref-type="bibr" rid="B92">1850</xref> von Wagner entwickelt, wird es von Beuys in den 1960er-Jahren erneut aufgegriffen und erweitert, um sich in den verschiedenen Modifikationsstufen bei Schlingensief in den 1990er-Jahren wiederzufinden. Der Kerngedanke dabei ist die Ver&#228;nderung der Gesellschaft durch Kunst, wobei Kunst und Politik sehr offen verstanden wurden. Kaum Gegenstand der Untersuchungen sind die realpolitischen Ambitionen der drei K&#252;nstler: Wagner, der sich mit seinem Bayreuther Projekt in deutsch-nationalen Kreisen bewegte, Beuys, der als Gr&#252;ndungsmitglied der <italic>Gr&#252;nen</italic> und der Studentenbewegung der 1970er-Jahre aktiv war und Schlingensief, der die Realpolitik des gerade in Neuordnung begriffenen &#8218;wiedervereinten&#8216; Deutschlands durch Appelle aus einem k&#252;nstlerisch-massenmedialen Umfeld heraus zu ver&#228;ndern suchte. Zugleich ist dies jedoch nicht nur der jeweilige kulturhistorische N&#228;hrboden (auf die Entwicklung vom nationalen zum postkolonialen Umfeld wird am Schluss zur&#252;ckgekommen), sondern auch die Gelenkstelle zwischen Kunst und Alltag. Das Gesamtkunstwerk ist also ein Konzept, das in hohem Ma&#223;e politisch motiviert ist und gerade nicht ein Endprodukt, sei jenes k&#252;nstlerisch oder politisch, hervorbringt; dieses greifen sowohl Beuys als auch Schlingensief auf.<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref></p>
<p>Es geht in diesem Aufsatz daher darum, zun&#228;chst einmal die realpolitischen Motivationen der K&#252;nstler knapp vorzustellen, um eine Vorstellung davon entwickeln zu k&#246;nnen, welche Schritte sie in diese Richtung w&#228;hrend ihrer Schaffenszeit gemacht und welche Perspektive sie eingenommen haben. Mit der Betrachtung des Konzepts Gesamtkunstwerk nach Wagner und dem anschlie&#223;enden Blick auf ausgew&#228;hlte Arbeiten von Beuys und Schlingensief wird exemplarisch die &#228;sthetische Ebene miteinbezogen. Ich vernachl&#228;ssige aber bewusst eine detaillierte Analyse dieser Ebene, da daf&#252;r wiederum einzelne Werkanalysen notwendig w&#228;ren, die in der K&#252;rze nur schwerlich eine vergleichende Sicht auf die Konzepte der drei K&#252;nstler zulie&#223;en. Vielmehr geht es den K&#252;nstlern, so meine These, um das st&#228;ndige Testen der Durchl&#228;ssigkeit der Grenzen von Kunst und Politik. Strategisch bedienen sie sich unterschiedlicher Mittel, die immer wieder bewusst Unklarheiten und Irritationen bei den Rezipient_innen hervorrufen sollen. Eine zun&#228;chst separate Betrachtung von politischen Handlungen und (vermeintlichen) Ideen, die sich in zahlreichen Aussagen der K&#252;nstler immer wieder finden (und daher auch zitiert werden), ist also notwendig, um auch die erreichten Ziele verstehen zu k&#246;nnen. Das Konzept Gesamtkunstwerk wird damit zum Dreh- und Angelpunkt des vorliegenden Aufsatzes. Sein stets utopischer Zug bringt immer wieder ein offenes Ende mit sich.</p>
<sec>
<title>Schlingensief: Verantwortung der Politik</title>
<p>In dem Film <italic>Chance 2000: Abschied von Deutschland</italic> fangen Krottenthaler und Schlaich mit ihrer Montage die damalige Dynamik rund um <italic>Chance 2000</italic> ein: In drei Themenbl&#246;cken schneiden sie dynamisch-provokante an statisch-explikative Szenen aneinander. Wei&#223;e Schriftz&#252;ge dienen der lokalen und zeitlichen Verortung, ansonsten handelt es sich um kompiliertes Originalmaterial (<xref ref-type="bibr" rid="B14">Cinematographinnen, 2021</xref>). Es geht zun&#228;chst um die Parteigr&#252;ndung, dann um die Aktion im Wolfgangsee (s. u.) und schlie&#223;lich um die Bundestagswahl 1998. Damit ist die Bandbreite der Schlingensief&#8216;schen T&#228;tigkeitsbereiche&#8212;zwischen den Sph&#228;ren von Kunst und Politik&#8212;schon angedeutet. Auch wird so auf seine Vorgehensweise verwiesen, die sich in Form von zahlreichen &#246;ffentlichen Auftritten, Inszenierungen auf der Stra&#223;e und im Theater sowie un&#252;berschaubar vielen schriftlichen &#196;u&#223;erungen in unterschiedlichsten Formaten wie Interviews, B&#252;chern, Manifesten oder seinem <italic>Schlingenblog</italic> abzeichnet&#8212;Schlingensief verstand es auf hervorragende Weise, die Medien f&#252;r seine Zwecke zu nutzen und diese zugleich zu kritisieren (<xref ref-type="bibr" rid="B25">Gade, 2005</xref>).</p>
<p>Den Weg f&#252;r <italic>Chance 2000</italic> bereiteten neben Filmen, Talkshows und Theaterinszenierungen auch Kunstaktionen, wie beispielsweise Schlingensiefs Theateraktion <italic>Mein Filz, mein Fett, mein Hase, 48 Stunden &#220;berleben in Deutschland</italic> (die Beuys-Anleihen werden bereits im Titel offenbar; <xref ref-type="bibr" rid="B27">Gilles, 2009: 95&#8211;101</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B52">M&#252;hlemann, 2011: 66&#8211;74</xref>) im Kunstkontext der documenta X (1997; <xref ref-type="bibr" rid="B85">Thomson, 2002</xref>). Im Rahmen dessen brachte Schlingensief vor der Orangerie in Kassel ein Plakat mit dem Titel <italic>T&#246;tet Helmut Kohl</italic> an (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Badelt, 2017</xref>), auf das Passant_innen aufmerksam wurden und daraufhin die Polizei verst&#228;ndigten. Diese wollte das Plakat entfernen, welches ihnen der K&#252;nstler jedoch entriss, was zu einer gr&#246;&#223;eren Polizei-Pr&#228;senz und schlie&#223;lich der kurzzeitigen Verhaftung von Christoph Schlingensief und seinem Mitstreiter und Kollegen Bernhard Sch&#252;tz f&#252;hrte. Nach der Feststellung der Personalien kehrten sie zur Performance in den Kunstraum <italic>Hybrid WorkSpace</italic> zur&#252;ck und spielten bis zum Abend das Video der Verhaftung (<italic><xref ref-type="bibr" rid="B65">Schlingensief. Mein Filz, mein Fett, mein Hase</xref></italic>). In diesem Raum wurde &#252;ber politische, soziale und kulturelle Fragen diskutiert (<xref ref-type="bibr" rid="B71">Schultz, 1997</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B93">Wessel, 2016</xref>). Darin wollte Schlingensief&#8212;angelehnt an die Aktion <italic>Bed-In For Peace</italic> (1969) von John Lennon und Yoko Ono&#8212;mit einem Teil seines Teams f&#252;r 48 Stunden &#8218;wohnen, essen, lieben und trinken&#8216; (<italic><xref ref-type="bibr" rid="B65">Schlingensief. Mein Filz, mein Fett, mein Hase</xref></italic>). Ziel sollte sein, f&#252;r die sechs Millionen Arbeitslosen in Deutschland einzutreten (<xref ref-type="bibr" rid="B54">N. N., 1997</xref>). Auch wenn es sich um eine im Kunstkontext angesiedelte Aktion handelt, wird sogleich ersichtlich, dass eine rein &#228;sthetische Betrachtung des Werks kaum dessen Dimensionen gerecht wird.<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> Mit dem vertretenen offenen Kunstbegriff wird sogleich die Schnittstelle zu politischem Handeln ge&#246;ffnet.</p>
<p><italic>Chance 2000</italic> war zun&#228;chst ein Verein, dem am 13. M&#228;rz 1998 die Parteigr&#252;ndung im Berliner Prater unter dem gleichen Namen folgte (<xref ref-type="bibr" rid="B19">D&#252;rr und Kronsbein, 1998</xref>). Anwesend war f&#252;r 18 DM pro Karte ein vor allem junges Publikum, das nicht ganz &#252;blich f&#252;r die Berliner Volksb&#252;hne (die den Garten damals als zweite Spielst&#228;tte nutzte) war. 312 Personen fanden sich&#8212;teilweise sehr spontan&#8212;als Gr&#252;ndungsmitglieder unter den rund 500 Besucher_innen zusammen; juristisch begleitet wurde die Parteigr&#252;ndung durch den Oberstaatsanwalt und Schauspieler Dietrich Kuhlbrodt (<xref ref-type="bibr" rid="B28">Gl&#228;ser, 1998</xref>). Die Partei schaffte es in der Folge auf elf Landesverb&#228;nde und wurde im Juli f&#252;r die Bundestagswahl 1998 zugelassen, bei der sie 0,007% der Erststimmen (3.206 Stimmen) und 0,058% der Zweitstimmen (28.566 Stimmen) erhielten (<xref ref-type="bibr" rid="B16">Der Bundeswahlleiter, 1998</xref>).</p>
<p>Die Gr&#252;ndungszeremonie von <italic>Chance 2000</italic> war bereits ein inszenierter Auftakt&#8212;so oszillierten die damalige Berichterstattung und die Interviews auch immer wieder zwischen k&#252;nstlerischem Projekt und Parteigr&#252;ndung (exemplarisch <xref ref-type="bibr" rid="B19">D&#252;rr und Kronsbein, 1998</xref>). Das im Prater aufgebaute Zirkuszelt der Familie Sperlich, die Schlingensief als &#8218;die letzten Nomaden unserer Zeit&#8216; bezeichnete (ebd.), diente von Mitte Februar f&#252;r einen Monat als Veranstaltungsort des <italic>Wahlkampfzirkus &#8217;98</italic>. Allein schon die Ortswahl weckte Assoziationen (der Prater als Ort moderner Theaterkunst und der Zirkus als traditionelle Unterhaltungskunst), mit denen bewusst gespielt wurde: Inmitten von Ziegen, Mitstreiter_innen und Artist_innen agierte Schlingensief in Zirkusdirektorenuniform gekleidet mit Gretchenz&#246;pfen und lie&#223; Parolen verlauten, die auch zum Parteiinhalt werden sollten&#8212;z. B. &#8218;W&#228;hle Dich selbst&#8216; oder &#8218;Hilfe zur Selbsthilfe&#8216;. Den H&#246;hepunkt der anschlie&#223;enden <italic>Wahlkampftournee</italic> stellte die Aktion im Wolfgangsee dar: Schlingensief rief die damals rund sechs Millionen Arbeitslosen (so der zeitgen&#246;ssische Begriff) der Bundesrepublik Deutschland dazu auf, am 6. August 1998 im Wolfgangsee in Sankt Gilgen baden zu gehen (<xref ref-type="bibr" rid="B20">Ebbinghaus, 1998</xref>). Medienwirksam behauptete er, wenn alle k&#228;men und zeitgleich baden gingen, w&#252;rde die am See gelegene Umkleidekabine des Ferienhauses von Helmut Kohl geflutet; eine Behauptung, die aus wissenschaftlicher Sicht widerlegt wurde, jedoch den Effekt einer gro&#223;en Medienpr&#228;senz brachte (<xref ref-type="bibr" rid="B90">von Stuckrad-Barre, 2011</xref>). Die im Zuge eines Wahlkampfs gew&#252;nschte Aufmerksamkeit kam Schlingensief damit zu.</p>
<p>Das Ziel des Projekts <italic>Chance 2000</italic> dr&#252;ckt sich im Slogan &#8218;Scheitern als Chance&#8216; sowie im Untertitel des zeitgleich erschienenen Buchs <italic>Chance 2000. W&#228;hle Dich selbst</italic> aus (<xref ref-type="bibr" rid="B66">Schlingensief und Hegemann, 1998</xref>). Dem Parteiprogramm ist zu entnehmen, dass &#8218;das Volk in seiner Gesamtheit wieder als Souver&#228;n des Staates&#8216; einzusetzen sei (<xref ref-type="bibr" rid="B55">Parteiprogramm <italic>Chance 2000</italic>, 1998</xref>). Es geht demnach um jedes einzelne Individuum und dar&#252;ber hinaus explizit um Menschen, die beispielsweise durch Behinderung oder Arbeitslosigkeit von der Gesellschaft als Minderheit gekennzeichnet und marginalisiert werden. Diese Ausgrenzung und zugleich Ausblendung der sich daraus ergebenden Probleme kritisierte Schlingensief: Da im Jahr 1997 allein die Gruppe der Arbeitssuchenden 12,7% der Bev&#246;lkerung darstellte (<xref ref-type="bibr" rid="B79">Statistisches Bundesamt, 1997</xref>), k&#246;nne seiner Ansicht nach kaum noch von einer Minderheit gesprochen werden. Schlingensief trat damit stets als mahnende Instanz auf, indem er der Politik Unmoral vorwarf.</p>
<p>Einen Ausweg aus der in seinen Augen unhaltbaren politischen Situation k&#246;nne nur &#252;ber die Selbstbestimmtheit jedes Einzelnen erfolgen&#8212;&#8218;Hilfe zur Selbsthilfe&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B55">Parteiprogramm <italic>Chance 2000</italic>, 1998</xref>). So erhielt jede_r in <italic>Chance 2000</italic> die M&#246;glichkeit, in einer egalit&#228;ren Organisationsstruktur selbst aktiv zu werden, sich f&#252;r Wahlen aufzustellen und hierdurch &#8218;von Objekten zu Subjekten der Politik [zu] werden&#8216; (ebd.). Dass die Partei noch vor der Bundestagswahl Konkurs anmelden musste, was wiederum in Form einer gro&#223;en Party in der Berliner Volksb&#252;hne unter dem Titel <italic>Wahldebakel &#8217;98</italic> am 27. September 1998 verk&#252;ndet wurde (<xref ref-type="bibr" rid="B40">Koberg, 1998</xref>), ist nicht als grunds&#228;tzliches Scheitern aufzufassen, wie es teilweise in der Presse dargestellt wurde (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Alexander, 1998</xref>), sondern schafft bewusst Verwirrung. Die einzelnen Aktionen im Rahmen des Projekts bewegen sich zwischen juristisch notwendigen Akten zur Parteigr&#252;ndung und k&#252;nstlerischer Performance in der Tradition von Fluxus. Das Scheitern verstand Schlingensief zudem als gleichzeitigen Neubeginn (<xref ref-type="bibr" rid="B37">Hoffmann, 2002</xref>): Er brachte dies unmittelbar in Zusammenhang mit der 1968er-Bewegung. Diese habe wie ein Krebsgeschw&#252;r im Staatssystem rumort, sei immer wieder gescheitert, aber habe langfristig zu einem Umdenken gef&#252;hrt (<xref ref-type="bibr" rid="B19">D&#252;rr und Kronsbein, 1998</xref>).</p>
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<title>Beuys: K&#252;nstler als Politiker</title>
<p>Joseph Beuys engagierte und positionierte sich in der 1968er-Bewegung. Schon seine fr&#252;hen Aktionen transportieren sein Verst&#228;ndnis von Demokratie und die sp&#228;teren &#252;berf&#252;hren diese &#220;berlegungen in gro&#223;angelegten Aktionen auch in die breite Masse. Als Professor der Kunstakademie D&#252;sseldorf trat er f&#252;r die Ideale der Studentenbewegung ein, indem er sich f&#252;r freie Bildungschancen stark machte, was, nachdem Studierende Ablehnungsbescheide erhalten hatten, zur Besetzung des Sekretariats mit Studierenden und schlie&#223;lich 1972 zu Beuys&#8217; Entlassung f&#252;hrte. Vor allem aber zeigten sich seine politischen Ambitionen 1979 in der Mitbegr&#252;ndung der politischen Partei <italic>Die Gr&#252;nen</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B60">Rappmann, 1993: 193</xref>). Als wichtige Plattform diente ihm mehrfach&#8212;wie sp&#228;ter auch Schlingensief&#8212;die documenta (1964, 1972, 1977 und 1982; <xref ref-type="bibr" rid="B82">St&#252;ttgen, 1993</xref>), die die Autonomie der Kunst gew&#228;hrleistete (eine Freiheit, die Schlingensief sp&#228;ter auch an der Volksb&#252;hne genie&#223;en durfte; <xref ref-type="bibr" rid="B12">Bogusz, 2007: 206&#8211;217</xref>). Hier konnte Beuys noch im k&#252;nstlerisch markierten Umfeld seine gesamtgesellschaftlichen &#220;berlegungen und &#220;berzeugungen erproben und evaluieren.</p>
<p>Anl&#228;sslich der documenta 5 (1972) siedelte Beuys das 1971 gegr&#252;ndete und in D&#252;sseldorf beheimatete Informationsb&#252;ro der <italic>Organisation f&#252;r direkte Demokratie durch Volksabstimmung</italic> (die aus der von ihm 1968 gegr&#252;ndeten <italic>Deutschen Studentenpartei</italic> hervorgegangen war) samt Inventar nach Kassel um und er&#246;rterte w&#228;hrend der 100 Tage der Ausstellung von morgens bis abends den Besucher_innen seinen Demokratiebegriff (<xref ref-type="bibr" rid="B56">Quermann, 2006: 141&#8211;144</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B59">Rappmann, 1984: 31&#8211;35</xref>). Im Fridericianum verortet, erf&#252;llte das B&#252;ro eine explikative und interaktive, &#246;ffentliche und politische Funktion (<xref ref-type="bibr" rid="B82">St&#252;ttgen, 1993: 21</xref>). Aus der <italic>Organisation f&#252;r direkte Demokratie durch Volksabstimmung</italic> entwickelte Beuys 1972 die <italic>Free International University for Creativity</italic> (<italic>FIU</italic>). Im B&#252;ro der <italic>FIU</italic> legte er au&#223;erdem seine gesellschaftsver&#228;ndernden und -gestaltenden &#220;berlegungen, wie er sie unter dem Begriff der Sozialen Plastik fasste, in zahlreichen Diskussionsrunden und Vortr&#228;gen dar (<xref ref-type="bibr" rid="B82">St&#252;ttgen, 1993: 28</xref>). Anschaulich machte er seine Theorie mit der installativen Arbeit <italic>Honigpumpe am Arbeitsplatz</italic> f&#252;r die documenta 6 (1977), in welcher eine Honigpumpe im Treppenhaus aufgebaut war, die zwei Systeme bediente&#8212;ein vertikales, das vom Erdgeschoss bis ins Glasdach des Kuppelbaus reichte, und ein horizontal im <italic>FIU</italic>-Raum verlaufendes (<xref ref-type="bibr" rid="B51">Loers und Witzmann, 1993</xref>). Dieses geschlossene Zirkulationssystem stand nach Beuys symbolisch f&#252;r den Blutkreislauf des Menschen (ebd.: 157), den Kreislauf der Kapital- und Wirtschaftswerte oder den Geldkreislauf. Zugleich fungierte die Honigpumpe auch als eine Art W&#228;rmemaschine&#8212;eine Interpretation des Materials, die Beuys bereits im Zuge seiner Wachsplastiken der <italic>Bienenk&#246;niginnen</italic> f&#252;r die documenta 3 (1964) entwickelt hatte. Honig ist somit (genauso wie Fett) ein Repr&#228;sentant der W&#228;rmequalit&#228;t und Ergebnis eines Arbeitskollektivs (ebd.: 161&#8211;162). Zu dieser Installation geh&#246;rte erneut die Einrichtung des <italic>FIU</italic>-Raums, um einen pers&#246;nlichen Austausch &#252;ber politische und soziale Themen zu gew&#228;hrleisten&#8212;vergleichbar also mit dem <italic>Hybrid WorkSpace</italic> von 1997; an den Gespr&#228;chsrunden nahmen unter anderem Rudi Dutschke und Milan Hor&#225;&#269;ek teil (<xref ref-type="bibr" rid="B96">Zumdick, 2021: 311</xref>).</p>
<p>Neben diesen noch im Kunstumfeld verorteten Aktionen, die eine sehr gro&#223;e Medienpr&#228;senz mit sich brachten und Beuys immer wieder die M&#246;glichkeit der Darlegung seines Verst&#228;ndnisses einer zuk&#252;nftigen Gesellschaft boten, engagierte er sich auch dezidiert politisch. So hatte er 1976 als unabh&#228;ngiger Listenkandidat der <italic>Aktionsgemeinschaft Unabh&#228;ngiger Deutscher</italic> (<italic>AUD</italic>) erfolglos f&#252;r den Deutschen Bundestag kandidiert (<xref ref-type="bibr" rid="B4">Anna, 2008: 162&#8211;163</xref>). Die <italic>AUD</italic> schloss sich mit <italic>Gr&#252;ne Liste Umweltschutz</italic> (<italic>GLU</italic>), <italic>Gr&#252;ne Aktion Zukunft</italic> (<italic>GAZ</italic>), <italic>Gr&#252;ne Liste Schleswig-Holstein</italic> (<italic>GLSH</italic>), <italic>Achberger Kreis, Aktion Dritter Weg</italic> und der <italic>FIU</italic> mit insgesamt ca. 500 Delegierten im M&#228;rz 1979 zum <italic>Listenb&#252;ndnis Die Gr&#252;nen</italic> zusammen, wobei Beuys auf einem der vorderen Listenpl&#228;tze der im Juni anstehenden Europawahlen stand (<xref ref-type="bibr" rid="B70">Schroeren, 1990: 18</xref>). F&#252;r diese Wahl gestaltete er zusammen mit seinen Mitarbeiter_innen der <italic>FIU</italic> ein Wahlplakat mit dem Slogan &#8218;bei dieser Wahl: DIE GR&#220;NEN&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B96">Zumdick, 2021: 311&#8211;312</xref>), das jedoch parteiintern nicht zu &#252;berzeugen vermochte. F&#252;r den Parteinamen mit der Farbbezeichnung habe sich Beuys laut Hor&#225;&#269;ek im Diskussionsraum der <italic>FIU</italic> w&#228;hrend der documenta 6 (1977) stark gemacht und im Rahmen dessen auch die Sonnenblume als Symbol entwickelt (<xref ref-type="bibr" rid="B29">G&#246;pfert und Hebel, 2018</xref>).</p>
<p>K&#252;nstlerisches und realpolitisches Handeln bilden bei und in Beuys eine Einheit und so leitet er verschiedene Begriffe immer wieder aus den Bereichen von &#8218;Kunst&#8216; und &#8218;Demokratie&#8216; ab: den Freiheits- aus dem Kunstbegriff, den Demokratie- (Gleichheits-) aus dem Freiheitsbegriff, die Br&#252;derlichkeit (den Sozialismus) aus der Selbstbestimmung und die gegenseitigen Bezugnahmen von Freiheitsbegriff und Wirtschaftsleben. Aus all dem entstand Beuys&#8217; Vorstellung einer freien Gesellschaft, die auf drei Grundaspekten&#8212;Kultur, Recht und Wirtschaft&#8212;sowie den ihnen zugeordneten Prinzipien&#8212;Freiheit/Selbstbestimmung, Gleichheit/Demokratie, Br&#252;derlichkeit/Sozialismus&#8212;beruht und den sogenannten &#8218;Freien demokratischen Sozialismus&#8216; bilden. Destilliert werden diese &#220;berlegungen in der Idee der Sozialen Plastik: Diese basiert auf der Grundannahme, dass jeder Mensch ein K&#252;nstler sei&#8212;nicht ein bildender K&#252;nstler, sondern ein Gesellschaftsreformer (<xref ref-type="bibr" rid="B87">Vinzenz, 2018: 326&#8211;327</xref>). Gefordert wird also zum einen&#8212;ausgehend von einer Kritik an dem traditionellen Verst&#228;ndnis von Kunst&#8212;ein erweiterter Kunstbegriff und zum anderen eine radikale Subjektivierung des traditionellen Kunstobjekts (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Beuys, 1995</xref>), die auf eine Neustrukturierung der Gesellschaft genauso wie die g&#228;nzliche Aufl&#246;sung jeglicher Grenzen zwischen Kunst&#8212;Leben/Alltag&#8212;Politik zielt.</p>
<p>Wie sowohl anhand Beuys&#8217; k&#252;nstlerischen Arbeiten als auch seinem politischen Engagement&#8212;die Bereiche sind, genauso wie bei Schlingensief, nicht voneinander zu trennen&#8212;zu erkennen ist, geht es weniger um einen gewaltsamen Umbruch gesellschaftlicher, sondern vielmehr um eine Unterwanderung der bestehenden Strukturen. Die evolution&#228;re (weniger eine revolution&#228;re) Ver&#228;nderung der Gesellschaft erfolgt nach Beuys ausgehend vom Individuum. Hinsichtlich seiner Vorstellung vom Menschen, aber auch seiner umfassenden &#220;berlegungen zu &#214;kologie und Kapital, zeigen sich Parallelen zu Rudolf Steiners Anthroposophie (<xref ref-type="bibr" rid="B95">Zumdick, 1995</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B87">Vinzenz 2018: 331</xref>): Dem im Zuge der Moderne durch soziale Differenzierung verloren gegangenen anthropologischen Grundverm&#246;gen (Leibes-, Gef&#252;hls- und Verstandesmensch) soll mit Schritten zur L&#228;uterung einer gereinigten Natur begegnet werden. Sowohl Steiner als auch Beuys exemplifizierten ihre gesamtheitlichen Ans&#228;tze immer wieder auf Schiefertafeln einer breiten &#214;ffentlichkeit. Beide griffen auch auf eine esoterisch-auratische Auftrittsform in der &#214;ffentlichkeit zur&#252;ck (bei Beuys zeigt sich dies besonders in seinen Aktionen).</p>
<p>Beuys&#8217; &#246;ffentliche Auftritte wurden durchaus ambivalent wahrgenommen: Beispielsweise fassten seine Parteigenoss_innen sein reges Engagement positiv auf, wohingegen seine Selbstdarstellung und politische Naivit&#228;t eher negativ ausgelegt wurden. Ein Paradebeispiel daf&#252;r ist Beuys&#8217; Auftritt zusammen mit der deutschen Pop-Gruppe BAP im Juni 1982, einem Tag vor dem Staatsbesuch des US-amerikanischen Pr&#228;sidenten Ronald Reagan in Bonn, mit der er vor 30.000 Zuh&#246;rer_innen <italic>Sonne statt Reagan</italic> sang (<xref ref-type="bibr" rid="B96">Zumdick, 2021: 312&#8211;313</xref>). Nach seiner misslungenen Kandidatur f&#252;r den Bundestag 1983&#8212;die gewisserma&#223;en einer Abwahl durch die Parteigenoss_innen gleichkam&#8212;zog Beuys sich schlie&#223;lich aus dem aktiven Geschehen der <italic>Gr&#252;nen</italic> zur&#252;ck. Doch auch im Falle Beuys&#8217; darf dies nicht als ein Scheitern verstanden werden, vielmehr hat er vor allem in der Gr&#252;ndungsphase der <italic>Gr&#252;nen</italic>&#8212;besonders &#252;ber die Zusammenarbeit mit dem <italic>Achberger Kreis</italic>, der <italic>Aktion Dritter Weg</italic> und der <italic>FIU</italic>&#8212;seine Ideen stark in die Realpolitik eingebracht. Anders also als Schlingensief, der aus der Kunstwelt heraus seine Reform ansto&#223;en wollte, suchte Beuys das System durch seinen Anschluss an parteiliche Organisationen zu &#252;berarbeiten. Allerdings f&#252;hrte genau dieser Anspruch auch zu einer parteiinternen Debatte, die Beuys nicht f&#252;r sich entscheiden konnte: Seine Intentionen eines umfassenden gesellschaftlichen Wandels kollidierten mit der Pragmatik der politischen Protagonisten aus dem linken, dem realpolitischen und dem konservativen Fl&#252;gel der <italic>Gr&#252;nen</italic>, die sich vor allem auf &#246;kologische Fragen, die Ablehnung von Atomkraft sowie Aktivit&#228;ten innerhalb der Friedensbewegung konzentrierten.</p>
</sec>
<sec>
<title>Wagner: Entgrenzung der Kunst</title>
<p>Richard Wagners politische Ambitionen waren zeittypisch deutsch-national gepr&#228;gt. Dementsprechend betonte er in seinen Schriften aus dem Schweizer Exil (vor allem in <italic>Das Kunstwerk der Zukunft</italic> von 1850) immer wieder das &#8218;Volk&#8216; und das &#8218;Gemeinsame&#8216;, was meist als etwas typisch Deutsches der franz&#246;sischen &#8218;Nation&#8216; gegen&#252;bergestellt wird (<xref ref-type="bibr" rid="B1">Aberbach, 2003</xref>). Sein gesamtes Denken und Argumentieren basierten auf der Parallelisierung von Gesellschaft und Kunst&#8212;von Politik und &#196;sthetik&#8212;als zwei Pole, die sich gegenseitig bedingen. Diese &#220;berlegungen finden ihren Ausdruck in Wagners Konzept des Gesamtkunstwerks.</p>
<p>Wagner besch&#228;ftigte sich mit Tanz-, Ton- und Dichtkunst sowie Architektur und B&#252;hnengestaltung. Seine &#220;berlegungen zu diesen &#228;sthetischen Fragen zielen nicht nur auf eine Aktualisierung der k&#252;nstlerischen Disziplinen, sondern eine Enthierarchisierung der K&#252;nste, welche idealiter das &#8218;Kunstwerk der Zukunft&#8216; hervorbringen (<xref ref-type="bibr" rid="B92">Wagner, 1850: 139</xref>). Das propagierte Zusammenwirken und die Gleichstellung der K&#252;nste konterkariert der Bayreuther Festspielbetrieb seit der Urauff&#252;hrung von <italic>Der Ring des Nibelungen</italic> 1876, weil der Schwerpunkt stets auf der Musik lag und sich demnach die anderen k&#252;nstlerischen Disziplinen ihr unterzuordnen hatten (<xref ref-type="bibr" rid="B78">Spotts, 1994</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B13">Buchner, 2013</xref>). Der Produktionsvorgang stellte daher f&#252;r Wagner die gr&#246;&#223;te Herausforderung dar: Die Aufhebung der Autonomie aller Kunstarten ist Grundvoraussetzung zur Schaffung des (neuen) &#8218;Kunstwerks der Zukunft&#8216;. Hierdurch wird eine k&#252;nstlerische Einstellung propagiert, die sich in den syn&#228;sthetischen Bestrebungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigt (wie zum Beispiel bei Alexander Skrjabin oder Wassily Kandinsky); zu Beuys&#8217; Zeit war durch die Aufhebung der disziplin&#228;ren Grenzen diese k&#252;nstlerische Einheit allerdings l&#228;ngst obsolet (<xref ref-type="bibr" rid="B87">Vinzenz, 2018: 69&#8211;210</xref>).</p>
<p>Die politische Ebene des Gesamtkunstwerks ging nach Wagner von der kultisch-&#228;sthetischen Erfahrung aus, die tempor&#228;r auf alle Sinne wirkt. Da hierdurch dem Festspielbesuch eine zentrale Schl&#252;sselfunktion zukommt, war eines der gr&#246;&#223;ten Anliegen, zun&#228;chst allen Menschen den Zugang kostenfrei zu erm&#246;glichen (Wagner, 1849: 40), denn nur so sei eine gesellschaftliche Transformation durch die Kunst denkbar. Was damit angesprochen wird, ist also die Rezeptionsdimension: Die Besucher_innen sollen durch &#228;sthetische Stimulation zu Kontemplation und Entr&#252;ckung eingeladen werden und nehmen folglich eine koproduktive Position ein. Die vision&#228;re Idee geht jedoch &#252;ber den Zeitraum des Festspiels hinaus: Die Antwort, wer der K&#252;nstler der Zukunft sei, gab Wagner mit den Worten &#8218;sagen wir es kurz: <italic>das Volk</italic>&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B92">Wagner, 1850: 220</xref>). Die Gemeinschaft &#8218;aller der Einzelnen&#8216; ist demnach der Tr&#228;ger seiner Idee des Gesamtkunstwerks (<xref ref-type="bibr" rid="B92">Wagner, 1850: 10&#8211;11</xref>). Das Individuum wiederum zeichne sich durch den Dualismus zwischen freier Individualit&#228;t und Staatsb&#252;rger aus (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Bermbach, 1994: 146&#8211;169 und 189&#8211;190</xref>). Hiermit benannte Wagner bereits die f&#252;r Beuys und Schlingensief zentralen Stellschrauben: Es geht um das in einer staats- und herrschaftsfreien Weltgesellschaft aufgehende m&#252;ndige Individuum, womit Wagner einen entscheidenden Beitrag zur Entgrenzung der Begriffe von Kunst und Politik geleistet hat.</p>
<p>In den Werken von Beuys und Schlingensief finden sich immer wieder Verweise auf Wagner, die w&#228;hrend der gesamten Schaffensphasen sowohl in eher allgemeinerer als auch in konkreterer Form zu finden sind: Beuys z&#228;hlte Wagner beispielsweise in seinem ersten <italic>Lebenslauf Werklauf</italic> von 1964 zu einem &#8218;Wendepunkt&#8216;, auch wenn er sich in sp&#228;teren Lebensl&#228;ufen wieder davon distanzierte (<xref ref-type="bibr" rid="B88">von Graevenitz, 1984: 17</xref>; darauf baut auch die erste Biografie zu Beuys von <xref ref-type="bibr" rid="B2">Adriani, Konnertz und Thomas, 1973</xref> auf). Schlingensief kam angeblich erstmals in der zweiten H&#228;lfte der 1970er-Jahre bei der Filmsichtung von Luis Bu&#241;uel und Salvador Dal&#237;s <italic>Un chien andalou</italic> (1929) durch die musikalische Unterlegung mit Wagners Musik in Ber&#252;hrung (<xref ref-type="bibr" rid="B86">van der Horst, 2013: 168&#8211;169</xref>), wonach sich dessen Musik dann durch sein gesamtes Schaffen zog (<xref ref-type="bibr" rid="B74">Seithe, 2014: 91&#8211;96</xref>). Es sind vor allem die Symbole rund um die Figur des Parsifal, die beide K&#252;nstler immer wieder aufgriffen (<xref ref-type="bibr" rid="B89">von Graevenitz, 2011</xref>): Beuys stellte sich z. B. selbst als eine Art Parsifal w&#228;hrend der Aktion <italic>Vitex agnus castus</italic> 1972 in der Galerie Lucio Amelios in Neapel dar (<xref ref-type="bibr" rid="B88">von Graevenitz, 1984: 16&#8211;20</xref>). Schlingensief wiederum inszenierte 2004 den <italic>Parsifal</italic> in Bayreuth, der von vielen als &#8218;epochaler Wendepunkt der Parsifal-Interpretation&#8216; gesehen wird (<xref ref-type="bibr" rid="B80">Steinacker, 2005: 200</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B81">Steinacker, 2008: 132</xref>). Hierbei wich er von klassischen Verfahrensweisen des Regietheaters ab, indem er die Rezeptionshaltung jedes einzelnen Publikumsmitgliedes von einer konsumierenden zu einer aktiven ver&#228;ndert und damit auch seinen eigenen Autorenstatus hinterfragt (<xref ref-type="bibr" rid="B33">Hartung 2020: 91&#8211;94</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B50">Lodemann, 2010: 143&#8211;171</xref>). Aber auch allgemeiner griff Schlingensief auf die Musik Wagners zur&#252;ck: Gerade die belastete Rezeption von Wagners Musik w&#228;hrend des Nationalsozialismus, die auch in Wagners antisemitischen Schriften begr&#252;ndet liegt, nutzte Schlingensief als (Negativ-)Folie in seinen die Politik anklagenden Arbeiten. Beispielsweise reiste er ein Jahr nach der gescheiterten Bundestagswahl von <italic>Chance 2000</italic> im Rahmen seiner mehrmonatigen, komplexen Aktion <italic>Deutschlandsuche &#8217;99</italic> an symboltr&#228;chtige Orte, um dort zu historisch besetzten Daten rituelle Handlungen zu vollziehen, w&#228;hrend Wagners Musik aus dem <italic>Ring</italic> erklang (<xref ref-type="bibr" rid="B74">Seithe, 2014: 94</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B86">van der Horst, 2013: 172&#8211;175</xref>). Wagners <italic>Ring</italic> mit seiner enthaltenen Kapitalismuskritik und dem Abgesang auf eine aristokratische Gesellschaft (<xref ref-type="bibr" rid="B74">Seithe, 2014: 99</xref>), die sich im tats&#228;chlichen Festspielbetrieb nicht niederschlug (<xref ref-type="bibr" rid="B63">Scheller, 2014: 37&#8211;43</xref>), muss fast schon paradigmatisch f&#252;r Beuys und Schlingensief gewesen sein, die schlie&#223;lich ebenfalls in Zeiten politischer Umbr&#252;che agierten.</p>
<p>Wie Wagner inszenierten sich auch Beuys und Schlingensief als revolution&#228;re K&#252;nstlerpers&#246;nlichkeiten. Dies l&#228;sst sich anhand zahlreicher Biografien (<xref ref-type="bibr" rid="B18">Dr&#252;ner, 2016</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B44">Lange, 1999: 11&#8211;14</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B56">Quermann, 2006: 19&#8211;22</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B62">Roth, 2018: 25&#8211;49</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B47">Leupin, 2007</xref>) oder auch z. B. an Schlingensiefs Auftritten in der Rolle Beuys&#700; (<xref ref-type="bibr" rid="B52">M&#252;hlemann, 2011: 56&#8211;66</xref>) ablesen: Wagner trat als freiheitsk&#228;mpfender Bildungsb&#252;rger mit Barett und Mantel, Beuys als in der eigenen Materialikonografie auftretender Pragmatiker mit Jeans, Anglerweste und Filzhut und Schlingensief als vermeintliches Enfant terrible mit Jeans, l&#228;ssigem Hemd oder T-Shirt sowie Strubbelfrisur auf. Zugleich zeigten sich die drei K&#252;nstler auch als von einem unerm&#252;dlichen Arbeitseifer Getriebene: Bereits bei Wagner geh&#246;rten Kunstproduktion und kommentierende Reflexion vor allem innerhalb seiner Schriften untrennbar zusammen; Widerspr&#252;che und Zweckbehauptungen sind hierbei offensichtlich (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Bermbach, 1994: 10</xref>). &#196;hnlich erkl&#228;rte Beuys seine Thesen immer wieder in Diskussionsrunden, Vortr&#228;gen, Interviews, Publikationen, Informationsbrosch&#252;ren etc., wobei ihm h&#228;ufig mangelnde Pr&#228;zision vorgeworfen wurde. Und auch Schlingensief teilte sich umfassend in den verschiedensten Medien&#8212;seien dies Interviews, Fernsehauftritte, Publikationen oder im Internet&#8212;mit. Der Umfang dieses theoretischen Outputs ist bei allen drei K&#252;nstlern un&#252;berschaubar und muss unbedingt gleichrangig zu den k&#252;nstlerischen Arbeiten verstanden werden. Die Zentriertheit auf sowie die Mythenbildung um die K&#252;nstlerpers&#246;nlichkeiten (<xref ref-type="bibr" rid="B31">Groblewski und B&#228;tschmann, 1993</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B42">Krieger, 2007</xref>) unterscheidet die an dem Konzept Gesamtkunstwerk arbeitenden von politisch engagierten K&#252;nstler_innen, welche sich ma&#223;geblich darauf konzentrieren, Kunstwerke mit starker politischer Aussagekraft zu produzieren (<xref ref-type="bibr" rid="B43">Krieger, 2020: 69&#8211;75</xref>), nicht jedoch, sich selbst in den Mittelpunkt ihres Schaffens zu stellen.</p>
<p>Auch wenn es die k&#252;nstlerischen R&#252;ckbez&#252;ge und die Gemeinsamkeiten in der Selbstinszenierung gibt, war Wagner weder f&#252;r Beuys noch f&#252;r Schlingensief ein klassisches Vorbild, sondern eher eine Art Gleichgesinnter und Antagonist (<xref ref-type="bibr" rid="B86">van der Horst, 2013: 171</xref>). Im Konzept des Gesamtkunstwerks eint sie der gemeinsame Gedanke: Die Ver&#228;nderung der Gesellschaft durch die Aufl&#246;sung der Grenzen zwischen Kunst und Politik. Auch wenn Wagner den Begriff des Gesamtkunstwerks ohnehin nur selten verwendete, so bleiben seine Werke sowohl historisch-politische als auch &#228;sthetische Reflexionen (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Bermbach, 1994: 11</xref>). W&#228;hrend er also im Theoretischen Kritik an den bestehenden politischen Verh&#228;ltnissen &#252;bte, bediente er sich in der Praxis etablierter Mechanismen: Ihn verband eine enge Freundschaft mit K&#246;nig Ludwig II., der als ma&#223;geblicher M&#228;zen Bayreuths auftrat (<xref ref-type="bibr" rid="B24">Friedrich, 2006: 51&#8211;54</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B78">Spotts, 1994: 57&#8211;69 und 93</xref>). &#220;ber ihn konnte er wiederum Einfluss auf Staatsangelegenheiten nehmen, wovon er jedoch lediglich mit Blick auf seine eigenen Belange Gebrauch machte. Friedrich Nietzsches Haltung gegen&#252;ber Wagner dr&#252;ckt dieses Dilemma aus: W&#228;hrend er 1876 Wagners Musikdramen noch zu mythischen Ereignissen erkl&#228;rte und ihnen Erhabenheit attestierte, f&#252;hrten seine Analysen der Funktion und tats&#228;chlichen Wirkungsweise von Wagners Werken rund zehn Jahre sp&#228;ter zu einer verheerenden Kritik am Kulturbetrieb auf dem Gr&#252;nen H&#252;gel (<xref ref-type="bibr" rid="B21">Figal, 2001</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B77">Sorgner, Birx und Knoepffler, 2008</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>Individuum: Mobilisierung und Aktivierung</title>
<p>F&#252;r Nietzsche war der Begriff des Lebens Dreh- und Angelpunkt seiner Philosophie (<xref ref-type="bibr" rid="B53">Nietzsche, 1999: 521</xref>), womit er auch zum geistigen Vater der Lebensreform wurde. Die K&#252;nstler_innen dieser auf Wagner folgenden Generation besch&#228;ftigten sich weiterhin mit der Aufhebung der Grenzen zwischen Leben und Kunst und arbeiteten dazu vor allem in Richtung syn&#228;sthetischer Einheiten, die durch den Einbezug aller Sinne immer auch die Rezipient_innen und somit die Schnittstelle von Kunst und Leben bedachten. Die Kunst m&#252;sse, so die Auffassung um 1900, unbedingt konkrete Fragen des Alltags (also auch der Politik) sowie universelle Fragen stellen, um die fundamentalen Probleme des Lebens und der Gesellschaft angehen zu k&#246;nnen&#8212;dies pr&#228;gte den Zeitgeist (<xref ref-type="bibr" rid="B87">Vinzenz, 2018: 70&#8211;83</xref>). Anders als bei einer politisch engagierten Kunst, steht bis heute bei den Vertreter_innen des Gesamtkunstwerks der Mensch im Zentrum der &#220;berlegungen; ihn gilt es zu erreichen und zu aktivieren, um eine Gesellschaft zu ver&#228;ndern. Es geht in der Umsetzung also einerseits um den aktualen Lebensvollzug (das Lebens-Performativ, mit dem das Kunstwerk zusammenfallen soll) und andererseits um die Totalit&#228;t der Lebenswirklichkeit (die im Kunstwerk aufgehen soll), denn damit w&#252;rden die Grenzen zwischen Fiktion (Kunst) und Realit&#228;t (Leben) aufgehoben (<xref ref-type="bibr" rid="B83">Thom&#228;, 2008: 127</xref>). W&#228;hrend das skizzierte realpolitische Engagement von Beuys und Schlingensief sich konkret mit juristischen Vorgaben und Organisationsstrukturen, einem zu begegnenden Themenkanon und entsprechend gepr&#228;gten Politiker_innen auseinandersetzen musste, waren sie in ihren k&#252;nstlerischen Arbeiten freier. So bewegten sich beide K&#252;nstler in einem selbst geschaffenen Spannungsverh&#228;ltnis und experimentierten in ihren Aktionen auf unterschiedliche Weise mit der Mobilisierung der Zuschauer_innen.</p>
<p>Beuys zeigte in seinen k&#252;nstlerischen Arbeiten verschiedene Zug&#228;nge und Umsetzungen seiner &#220;berlegungen zum Erweiterten Kunstbegriff und zur Sozialen Plastik. Sowohl im individuellen Mitvollzug als auch in der Mobilisierung der Massen wollte Beuys stets das Individuum erreichen und dieses aktivieren. Immer wieder kamen dabei rituelle Abl&#228;ufe sowie symbolisch aufgeladene Materialien zum Einsatz. Anschaulich wird dies in zwei Aktionen, die die fr&#252;he und sp&#228;te aktionistische T&#228;tigkeit Beuys&#8217; markieren: Die Solodemonstration <italic>DER CHEF / THE CHIEF. Fluxus Gesang</italic> fand 1964 in Kopenhagen und in einer zweiten Fassung in der Galerie Ren&#233; Block in Berlin statt. Beuys pr&#228;parierte dazu den Raum mit seinen typischen&#8212;metaphorisch gedeuteten und biografisch konnotierten&#8212;Materialien (Fett, Filz, Kupfer, Hase, Fingern&#228;gel, Haarb&#252;schel) und legte sich ab Nachmittag f&#252;r acht Stunden in Filz eingerollt diagonal auf den Boden. Auf der visuellen Ebene verharrte die Aktion in dieser Form, auf der auditiven Ebene hingegen war Beuys aktiv, indem er &#252;ber das Mikrofon in seinem Kokon an einen r&#246;hrenden Hirsch erinnernde Ger&#228;usche ausstie&#223;, die von den Besucher_innen als ein archaisches kommunikatives Element verstanden wurden und den K&#252;nstler damit zum Mittler zwischen ihm als irdischem Wesen und etwas H&#246;herem machten (<xref ref-type="bibr" rid="B67">Schneede, 1994: 68&#8211;75</xref>). Die Besucher_innen blieben w&#228;hrend der gesamten Aktion passiv, konnten dem Geschehen also nur im kontemplativen Mitvollzug folgen. Eine solche innerliche Aktivierung der Rezipient_innen, welche noch eher an Wagners &#220;berlegungen zum Gesamtkunstwerk und dessen Rezeption um 1900 anschlie&#223;t, sind nicht gleichzusetzen mit Aktivismus oder Bewegung.</p>
<p>Das Gro&#223;projekt <italic>7000 Eichen</italic> f&#252;r die documenta 7 (1982) geht &#252;ber eine solche Mobilisierung des Einzelnen hinaus, indem sie auf eine aktive Beteiligung der Bev&#246;lkerung &#252;ber Jahre hinweg und damit auf die Massen baut. Vor dem Fridericianum wurden 6.999 Basaltstelen keilf&#246;rmig mit dem kleinsten Winkel auf die erste gepflanzte Eiche gestapelt, der letzte der 7.000 B&#228;ume wurde am Er&#246;ffnungstag der darauffolgenden documenta gepflanzt. Die von den Besucher_innen gepflanzten B&#228;ume finden sich im Kasseler Stadtraum und wachsen noch heute, sodass das Kunstwerk nicht abgeschlossen ist (<xref ref-type="bibr" rid="B57">Rainbird, 2004</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B94">Zimmermann, 1994</xref>). Die Intention war also&#8212;entsprechend Beuys&#8217; Idee des Erweiterten Kunstbegriffs&#8212;eine Entgrenzung von Zeit und (Kunst-)Raum (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Beuys, Blume und Rappmann, 1990</xref>). In beiden hier angesprochenen Aktionen ging es um die L&#246;sung vom traditionellen Kunstbegriff, auch wenn sie sich in der Dauer, den eingesetzten Materialien sowie dem Einbezug der Besucher_innen unterscheiden.</p>
<p>Bei Beuys ist der Mensch Ausgangspunkt seines Handelns und seiner &#220;berlegungen, denn erst durch ihn kann die Soziale Plastik Wirklichkeit werden. Die Soziale Plastik tritt begrifflich an die Stelle des Gesamtkunstwerks und erweitert dieses durch eine deutliche Schwerpunktlegung auf den menschlichen Faktor. Beuys&#8217; anthropologisch ausgerichteter Kunstbegriff zielt auf allgemeine kreative F&#228;higkeiten des Individuums und kann damit verk&#252;rzt auf die Formel &#8218;Kreativit&#228;t ist das wahre Kapital&#8216; (zit. nach <xref ref-type="bibr" rid="B56">Quermann, 2006: 140</xref>) gebracht werden. Im Idealfall sind also die Grenzen zwischen K&#252;nstler, Akteur_innen und Zuschauer_innen vollst&#228;ndig aufgehoben.</p>
<p>Schlingensief ging anders vor: Er provozierte mit seinen k&#252;nstlerischen Arbeiten eine demokratische Rezeptionshaltung der Zuschauer_innen, bei der das Individuum egalit&#228;r in der Masse aufgeht. Dabei setzte er immer wieder auf eine Reiz&#252;berflutung durch verschiedene Medien&#8212;Film, Installation, Relikte aus &#228;lteren Aktionen usw.&#8212;, die simultan eingesetzt wurden, sich &#252;berlagerten und st&#228;ndig in Bewegung waren, so dass die Rezipient_innen permanent &#252;berfordert wurden. Der multimediale Einsatz zeigte sich auch im Rahmen der Operninszenierung, wie in der <italic>Parsifal</italic>-Auff&#252;hrung von 2004 (<xref ref-type="bibr" rid="B33">Hartung, 2020: 94&#8211;102</xref>). Mit einem ganzen Bilderkosmos aus Symbolen, Zeichen und Chiffren ging es hier um die Darstellung von Schmerz und damit um ein universelles, weil f&#252;r alle Menschen weltweit und egal in welcher Zeit basales Gef&#252;hl, das stets h&#246;chst subjektiv empfunden, seinen extremen Ausdruck in Tod und Geburt f&#228;nde (<xref ref-type="bibr" rid="B34">Hegemann, 2004</xref>). Schlingensief will also nicht Wagners &#228;sthetisch &#252;berh&#246;htes Weihfestspiel wieder aufleben lassen, sondern das Ph&#228;nomen der Erfahrung als Stimulans nutzen (<xref ref-type="bibr" rid="B61">Reuss, 2008</xref>). Somit l&#246;ste die Auff&#252;hrung eine Wahrnehmung durch die eigenen Reizfilter aus, gepr&#228;gt durch den eigenen soziokulturellen Hintergrund, und verschleierte weder den historischen Kontext noch die Rezeption von Wagners Musik (<xref ref-type="bibr" rid="B17">Diederichsen, 2011</xref>). Liest man die Inszenierung als Hypertext (<xref ref-type="bibr" rid="B32">Hartung, 2011</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B50">Lodemann, 2010: 94&#8211;96</xref>), so wird deutlich, dass es sich nicht um eine willk&#252;rliche oder chaotische Zusammenstellung von Material und Zeichen handelte, sondern diese bewusst ausgew&#228;hlt wurde. Die Konfrontation des Publikums mit einer Reiz&#252;berflutung wurde (ebenfalls programmatisch) bereits von der klassischen Avantgarde genutzt&#8212;wie z. B. von den Dadaisten (<xref ref-type="bibr" rid="B68">Sch&#246;&#223;ler, 2006</xref>): Besonders Schlingensiefs Montage der Attraktionen in <italic>Parsifal</italic>, die nicht einer klassischen Dramaturgie mit Erz&#228;hlung folgte und zugleich einen dokumentarischen Blick, der dekonstruierend wirken sollte, einnahm (<xref ref-type="bibr" rid="B72">See&#223;len, 1998: 44 und 55&#8211;56</xref>), f&#252;hrte zu einer permanenten &#220;berdosis an Bildern. Formal kn&#252;pfte dies an die klassische Moderne (beispielsweise an Marcel Duchamp oder auch Sergej Eisenstein; <xref ref-type="bibr" rid="B58">Ralfs, 2018: 90</xref>) sowie die 1960er-/70er-Jahre an (wie den Arbeiten im Kontext von Fluxus; <xref ref-type="bibr" rid="B73">See&#223;len, 2015: 54&#8211;57</xref>). Inhaltlich radikalisierte und erweiterte Schlingensief das Themenspektrum Wagners.</p>
<p>Das st&#228;ndige Ausloten von Grenzen zeigt sich bei Schlingensief beispielsweise auch physisch in der Belastung des eigenen K&#246;rpers, des eigenen Schmerzes genauso wie im Ertragen und Hinnehmen der Rezipient_innen. Dies r&#252;ckt ihn in die N&#228;he der Wiener Aktionisten, auf die er sich selbst berief (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Degeling, 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B41">Krahl, 1998: 88</xref>): Wenn Schlingensief bereits in seinen fr&#252;hen Filmen wie <italic>Das deutsche Kettens&#228;genmassaker</italic> von 1990 die erste Stunde der Wiedervereinigung als ein nationales Schlachtfest inszenierte, liegen die Vergleiche mit Hermann Nitschs <italic>Orgien Mysterien Theater</italic>, das er seit den 1950er-Jahren veranstaltete, nahe. Unter R&#252;ckgriffen auf kultisch-rituelle Handlungen ging es Nitsch um die Abreaktion und folglich um die Erreichung der Katharsis, indem er &#252;ber individuelle und kollektive Wandlungsprozesse durch multimediale-syn&#228;sthetische Reize Wirklichkeit konstituierte. Wenn auch durch den massiven Einsatz von Blut mit einer anderen Ikonografie arbeitend als Schlingensief, ist das Resultat in der starken Provokation und Reaktion vergleichbar; auch Nitsch ist in den Kontext des Gesamtkunstwerks zu setzen (<xref ref-type="bibr" rid="B87">Vinzenz, 2018: 266&#8211;305</xref>).</p>
<p>Jede Person galt bei Schlingensief&#8212;getreu der Parteiaussage von <italic>Chance 2000</italic> &#8218;Wir sind jeder ein Volk!&#8216;&#8212;als Ausgangspunkt aller weiteren &#220;berlegungen die Gemeinschaft betreffend. Das Individuum als Teil eines Kollektivs findet sich als Gedanke bereits bei Wagner und wurde von Beuys mit seiner Sozialen Plastik weitergedacht. Schlingensief kannte Beuys&#8217; politische Aktivit&#228;ten ebenso gut wie seine k&#252;nstlerischen (<xref ref-type="bibr" rid="B52">M&#252;hlemann, 2011: 71</xref>) und damit auch dessen Scheitern. Vielleicht modifizierte er gerade deswegen, und weil er sich rund 15 Jahre sp&#228;ter in einem vollkommen anderen politischen Klima bewegte, den Ansatz etwas, indem er das Individuum nicht nur als Bildende_n einer neuen Gesellschaft, sondern dieses auch sogleich als Stellvertreter_in immer f&#252;r ein ganzes Volk verstand.</p>
</sec>
<sec>
<title>Schlingensief: Ein realpolitischer K&#252;nstler?</title>
<p>Wenn vom Gesamtkunstwerk die Rede ist, dann ist hiermit also das zweipolige Konzept gemeint und nicht ein syn&#228;sthetisches Kunstwerk oder politisch engagierte Kunst. Dementsprechend gibt es auch keinen abgeschlossenen k&#252;nstlerischen, sondern einen dynamischen Prozess, an dem verschiedene Protagonist_innen beteiligt sind. Das Sich-Abarbeiten <italic>an</italic> der Politik (Schlingensief) genauso wie das Mitarbeiten <italic>in</italic> der Politik (Beuys) m&#252;ssen als Zugangswege zur Erreichung des vision&#228;ren Konzepts verstanden werden, wobei sich der Kunst- und Politikbegriff ganz neue Dimensionen erschlie&#223;t.</p>
<p>St&#228;rker als f&#252;r Beuys war f&#252;r Schlingensief die Autonomie der Kunst entscheidend, denn nur so konnte er immer wieder f&#252;r Verwirrung sorgen und damit Perspektiven verschieben. Die Kunst erhielt das Potenzial, die Menschen zum Um- und Selbstdenken anzuregen, nicht jedoch den Menschen zu ver&#228;ndern&#8212;die Ver&#228;nderung m&#252;sse im Individuum selbst erfolgen. So fand beispielsweise die Gr&#252;ndung von <italic>Chance 2000</italic>, eigentlich ein politischer Akt, sowohl r&#228;umlich als auch ideell im Kunstkontext statt. Noch deutlicher wird diese Vorgehensweise in der Aktion <italic>Ausl&#228;nder raus. Bitte liebt &#214;sterreich!</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B62">Roth, 2018: 107&#8211;152</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B69">Sch&#246;&#223;ler, 2013</xref>): Es handelt sich dabei um ein Kunstprojekt im Rahmen der Wiener Festwochen 2000 (dokumentiert von <xref ref-type="bibr" rid="B48">Lilienthal und Philipp, 2000</xref>). Hierf&#252;r platzierte Schlingensief f&#252;nf Container direkt neben der Wiener Staatsoper, in denen zw&#246;lf von Schlingensief als Asylanten gekennzeichnete Menschen eine Woche lang wie bei der Fernsehshow <italic>Big Brother</italic> lebten. Ganz dem TV-Vorbild folgend, wurden t&#228;glich von der &#246;sterreichischen Bev&#246;lkerung via Telefon und Internet zwei Personen aus den Containern herausgew&#228;hlt und hierdurch zur Abschiebung in ihr Heimatland freigegeben. Mit dieser Anlehnung an das Fernsehformat, das augenscheinlich inszeniert war, sowie durch die Wahlm&#246;glichkeit der B&#252;rger_innen au&#223;erhalb des Containers vermeintlich real war, kritisierte Schlingensief die Asylpolitik in aller Deutlichkeit (<italic><xref ref-type="bibr" rid="B64">Schlingensief. Bitte liebt &#214;sterreich</xref></italic>). Mit diesem drastisch vorgef&#252;hrten Rassismus wollte Schlingensief einen kathartischen Effekt ausl&#246;sen, der letztlich wieder einen &#8218;Umschlag von Affirmation in Kritik hervorbringen&#8216; sollte (<xref ref-type="bibr" rid="B43">Krieger, 2020: 87</xref>). Die f&#252;r Schlingensief typische Ambiguit&#228;t f&#252;hrte hier im (von ihm ebenfalls h&#228;ufig verwendeten) Mittel der subversiven Affirmation zur Entlarvung der Rassisten, die die Aktion nicht dechiffrieren konnten, sondern dumpf konsumierten. Genauso wurde aber auch das gebildete liberale B&#252;rgertum vorgef&#252;hrt, das sich zwar &#252;berlegen f&#252;hlte, jedoch ebenso zwischen Fiktion und Realit&#228;t schwebte, da es nicht wusste, ob es sich wirklich um Asylbewerber_innen handelte oder nicht.</p>
<p>In Schlingensiefs unvollendetem Projekt <italic>Operndorf Afrika</italic> kulminierten seine Ideen (<xref ref-type="bibr" rid="B62">Roth, 2018: 153&#8211;154, 170&#8211;198</xref>): Als Ort kultureller Begegnungen sollten auf einem 14 Hektar gro&#223;en Gel&#228;nde in Burkina Faso neben einem Festspielhaus (in Planung) auch eine Schule und ein Krankenhaus sowie Lebensraum f&#252;r die ortsans&#228;ssigen Menschen entstehen. Es handelte sich um eine ruhigere Arbeit, die auf diversen Ebenen mit Partizipation arbeitete und das in einer globalen Perspektive. Schlingensief wollte hier nicht das &#8218;B&#252;hnenweihfestspiel&#8216; einer posts&#228;kularen westlichen Gesellschaft umsetzen, die die Bedeutung von Zeremonien nicht mehr nachvollziehen kann, sondern einen Ort f&#252;r ausgelassene Feste, inspiriert durch afrikanische Gemeinschaftsbildungen, schaffen (Schlingensief behandelte Afrika als ein Thema in seinem gesamten Schaffen; <xref ref-type="bibr" rid="B45">Lehmann, Siegert und Vierke, 2017</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B36">Henry, 2020</xref>). Er entwarf damit ein nicht unproblematisches Modell vom &#8218;Eigenen&#8216; und &#8218;Fremden&#8216;, bei dem der afrikanische Kontinent als vermeintlich urspr&#252;nglich, archaisch, mythisch angebetet und romantisiert wurde (<xref ref-type="bibr" rid="B17">Diederichsen, 2011: 67</xref>) und sich folglich ein in postkolonialen Traditionen zu lesender eurozentristischer Exotismus zeigte (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Bloch, 2016: 121&#8211;124</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B46">Lehmann, Zoungrana und Reikat, 2020</xref>). Diese Lesart brach er, indem er sich als dauerfilmender Kulturtourist inszenierte und dadurch das westliche Blickregime ins L&#228;cherliche zog, womit er eine (neo-)koloniale Lesart des Projekts anbot, die die westliche Kultur als Herrschaftsmedium vorf&#252;hrte. Mit dem Tod Schlingensiefs stellt sich aber die Frage nach der Lesbarkeit dieser Interpretation, denn er kann nun nicht mehr in seiner Rolle als Provokateur und Moralinstanz auftreten und sich damit auch nicht weiter erkl&#228;ren. Auch in diesen Rollen wird zugleich wieder eine eurozentrische Leserichtung eingenommen, in der sich der stets mitschwingende Kulturimperialismus offenbart.</p>
<p>W&#228;hrend auf dem roten H&#252;gel der Savanne in einem Lebensform-Experiment (und in dieser r&#228;umlichen wie zeitlichen Entgrenzung unterscheidet es sich von den sonstigen Aktionen des K&#252;nstlers) eine Einheit von Kunst und Leben entstehen sollte, sah und sieht die Praxis des Operndorfs in Afrika anders aus: Es scheint sich eher um ein &#8218;hochanst&#228;ndiges Entwicklungshilfeprojekt&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B11">Briegleb, 2012</xref>) zu handeln und somit um ein soziales Projekt. Schlingensiefs soziale Motivationen wurden im Kontext von <italic>Chance 2000</italic> bereits knapp erl&#228;utert und so kann auch das <italic>Operndorf Afrika</italic> als logische Konsequenz in seinem Werk verstanden werden. Einmal mehr zeigt sich das <italic>Operndorf Afrika</italic> wie auch <italic>Chance 2000</italic>, was ebenfalls ein Langzeit-Projekt h&#228;tte werden k&#246;nnen, als von seiner Zeit gepr&#228;gt: Mit einem zunehmenden wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bewusstsein f&#252;r postkoloniale Diskurse, allen voran um das sogenannte &#8218;Othering&#8216; und Rassismus, ging Schlingensief nach Afrika. In diesem Fall sprach Schlingensief selbst von einem Gesamtkunstwerk, als er eine solche Absicht bei der Grundsteinlegung postulierte (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Bloch, 2016: 119</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B35">Hegenbart, 2021</xref>)&#8212;woraufhin er in der Folge auch zum Gesamtk&#252;nstler erkl&#228;rt wurde (vgl. den Buchtitel von <xref ref-type="bibr" rid="B38">Janke und Kovacs, 2011</xref>)&#8212;, vor allem aber bezeichnet er es als Soziale Plastik (<xref ref-type="bibr" rid="B46">Lehmann, Zoungrana und Reikat, 2020: 167&#8211;168</xref>). Vielleicht stellt es sich als &#8218;lebensnahste Realisierung&#8216; einer Sozialen Plastik dar (<xref ref-type="bibr" rid="B86">van der Horst, 2013: 175</xref>), vielleicht ist es aber (auch) ein Entwicklungshilfeprojekt, das Kreativit&#228;t ins Zentrum seiner Bestrebungen stellt. Auch wenn diese Frage nicht beantwortet werden kann, so ist doch entscheidend, dass es sich wieder um ein Projekt zwischen Kunst und Realpolitik handelt, das damit in sich die beiden Komponenten des vision&#228;ren Konzepts Gesamtkunstwerk vereint. &#220;ber den Zeitraum von rund 150 Jahren zeigt sich eine deutliche Schwerpunktverschiebung zwischen den beiden Ebenen&#8212;Kunst und Politik: W&#228;hrend sich Richard Wagner noch stark der Frage um eine k&#252;nstlerische Einheit zuwendet, ist diese l&#228;ngst obsolet geworden. Hingegen zeichnet sich ein Weg ab von den anf&#228;nglich noch eher allgemeinen (unter anderem romantisch gepr&#228;gten transzendenten) &#220;berlegungen einer Ver&#228;nderung der Gesellschaft zu realpolitischem Handeln und teils provokativer Gesellschaftskritik bei Joseph Beuys und Christoph Schlingensief.</p>
</sec>
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<back>
<sec>
<title>Interessenkonflikte</title>
<p>The author has no competing interests to declare.</p>
</sec>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Zu jedem einzelnen&#8212;Schlingensief, Beuys und Wagner&#8212;gibt es eine un&#252;berschaubare Menge an Publikationen. Das sind zum einen die von ihnen selbst oder ihren Mitarbeiter_innen herausgegebenen Schriften&#8212;darunter auch unz&#228;hlige Zeitungsartikel, Diskussionsrunden und Vortr&#228;ge, aber auch die Dokumentationen zu ihren eigenen Arbeiten, wie z. B. zu <italic>Chance 2000</italic> von Schlingensief und Hegemann (<xref ref-type="bibr" rid="B66">1998</xref>) oder Finke und Wulff (<xref ref-type="bibr" rid="B23">1999</xref>)&#8212;, andererseits eine breite Sekund&#228;rliteratur. Bei letzterem Feld muss zwischen drei Autorengruppen unterschieden werden: die Apologeten, die Kritiker und die Wissenschaftler. Da der Ausgangspunkt f&#252;r den vorliegenden Aufsatz meine Dissertation &#252;ber das Konzept Gesamtkunstwerk bildet (<xref ref-type="bibr" rid="B87">Vinzenz, 2018</xref>), verweise ich auf die dort gef&#252;hrte Literaturkritik rund um das Konzept (23&#8211;28) sowie jeweils aus diesem Blickwinkel auf die Literaturfu&#223;noten zu Wagner (34, Anm. 71), Beuys (306, Anm. 1001) und Schlingensief (343, Anm. 1128). Seit 2018 sind zu Beuys vor allem im Jubil&#228;umsjahr 2021 eine Reihe neuer Publikationen, h&#228;ufig von den aus diesem Kontext bekannten Autor_innen hinzugekommen (<ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://beuys2021.de/sites/default/files/2022-01/2022.01.24_Publikationsliste_Beuys2021.pdf">https://beuys2021.de/sites/default/files/2022-01/2022.01.24_Publikationsliste_Beuys2021.pdf</ext-link>), beispielsweise das Handbuch von Skrandies und Paust (<xref ref-type="bibr" rid="B76">2021</xref>) sowie in der j&#252;ngsten Kunst- und Politiklandschaft verortend der Ausstellungs-Katalog <italic>Jeder Mensch ist ein K&#252;nstler</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B26">Gaensheimer, 2021</xref>). Der Tod Schlingensiefs 2010 l&#246;ste eine rege (auch wissenschaftliche) Besch&#228;ftigung mit ihm aus; mit Blick auf die im vorliegenden Beitrag behandelten Beispiele sei auf die guten Literatur&#252;berblicke in M&#252;hlemann (<xref ref-type="bibr" rid="B52">2011: 15&#8211;21</xref>); Roth (<xref ref-type="bibr" rid="B62">2018: 17&#8211;23</xref>) sowie die Bibliographie in Knapp, Lindholm und Pogoda (<xref ref-type="bibr" rid="B39">2019</xref>) verwiesen.</p></fn>
<fn id="n2"><p>Dass Schlingensiefs Arbeiten immer wieder politische Implikationen aufweisen, wurde vielfach in Einzeluntersuchungen analysiert. Allen voran werden dazu seine Arbeiten im Bereich des Theaters in den Blick genommen, siehe j&#252;ngst Todorut (<xref ref-type="bibr" rid="B84">2021</xref>). Der vorliegende Aufsatz m&#246;chte erg&#228;nzend dazu einmal explizit das realpolitische Handeln des K&#252;nstlers behandeln und damit eine neue Perspektive er&#246;ffnen. Die Gelenkstelle zwischen den beiden Sph&#228;ren (Kunst und Politik) bildet das Konzept Gesamtkunstwerk.</p></fn>
</fn-group>
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<title>Bibliographie</title>
<ref id="B1"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Aberbach</surname>, <given-names>A</given-names></string-name> <year>2003</year> <source>The ideas of Richard Wagner. An Examination and Analysis</source>. <publisher-loc>Lanham</publisher-loc>: <publisher-name>University Press of America</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
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<ref id="B3"><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Alexander</surname>, <given-names>R</given-names></string-name> <year>1998</year> <article-title>Der Konkurs als Chance</article-title>. <source>taz</source>, <day>24</day> <month>August</month>. <uri>https://taz.de/Der-Konkurs-als-Chance/!1328892/</uri> [letzter Zugriff 15 M&#228;rz 2022].</mixed-citation></ref>
<ref id="B4"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Anna</surname> <given-names>S</given-names></string-name> (Hg.) <year>2008</year> <source>Joseph Beuys. D&#252;sseldorf</source>. Ausstellungskatalog 29.9.&#8211;30.12.2007 im Stadtmuseum D&#252;sseldorf. <publisher-loc>Ostfildern</publisher-loc>: <publisher-name>Hatje Cantz</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
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