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<subject>Production archives 02: production contexts</subject>
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<article-title>&#8218;Tradition und Moderne&#8216;: Egon Wellesz&#8217; Imagination des barocken Gesamtkunstwerks</article-title>
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<surname>Wilfing-Albrecht</surname>
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<email>meike.wilfing-albrecht@oeaw.ac.at</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Austrian Academy of Sciences, AT</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2022-08-25">
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<license-p>This is an open-access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC-BY 4.0), which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
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<abstract>
<p>Als Musikwissenschaftler und Komponist besch&#228;ftigte sich Egon Wellesz zeitlebens mit dem Musiktheater und entwickelte auf Basis seiner Forschungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts L&#246;sungsstrategien f&#252;r die zeitgen&#246;ssische Oper, die nach der &#196;ra Wagner seiner Ansicht nach in ein kritisches Stadium gelangt sei. Innerhalb seiner zahlreichen Publikationen produzierte Wellesz umfangreiche reformerische Ideen f&#252;r die Oper, die sich sowohl durch die Besch&#228;ftigung mit der Musikgeschichte als auch mit zeitgen&#246;ssischen kompositorischen Str&#246;mungen generierten, und die er selbst vornehmlich in seinen Opern <italic>Alkestis</italic> (1924) und <italic>Die Bakchantinnen</italic> (1931) umzusetzen versuchte. Das Fundament der Reform bildete Wellesz&#8217; Konzept des Gesamtkunstwerks als historische Struktur, das er bereits in den prunkvollen Festspielen der Barockzeit etabliert sah und mit modernen kompositorischen Mitteln vereinigen wollte. Wellesz&#8217; Methodik, sein individuelles Verst&#228;ndnis des barocken Gesamtkunstwerks sowie dessen Rolle in seiner Opernreform werden in diesem Aufsatz genauer er&#246;rtert.</p>
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<title>Wellesz&#700; Hinwendung zur Musikgeschichte</title>
<p>Die Opernlandschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts kennzeichnete sich bekannterma&#223;en durch einen ausgepr&#228;gten Stilpluralismus, bei dem Wellesz&#700; Hinwendung zur Musikgeschichte zwar keinen Einzelfall darstellt, jedoch auch nicht zu den verbreitetsten Methoden geh&#246;rte. Sein Ansatz ist weniger vom sich ausbreitenden Neoklassizismus gepr&#228;gt, sondern im Wesentlichen durch seinen Doktorvater Guido Adler, bei dem er ab 1905 studierte und 1908 &#252;ber die Opern Giuseppe Bonnos promovierte (<xref ref-type="bibr" rid="B37">Wellesz, 1910a</xref>). Durch Adlers Einfluss kam Wellesz erstmals in engeren Kontakt mit &#228;lterer Musik und insbesondere der Wiener Operngeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts, mit der er sich in der Folge intensiv auseinandersetzte. Er verfasste zahlreiche Studien &#252;ber die Fr&#252;hgeschichte der Oper, thematisierte hierin immer wieder auch allgemeine Probleme und lieferte dar&#252;ber hinaus L&#246;sungsans&#228;tze f&#252;r das zeitgen&#246;ssische Musiktheater. F&#252;r Adlers Editionsreihe <italic>Denkm&#228;ler der Tonkunst in &#214;sterreich</italic> (<italic>DT&#214;</italic>) edierte Wellesz 1910 Johann Josef Fux&#8217; Festoper <italic>Costanza e Fortezza</italic>, die 1723 anl&#228;sslich der Kr&#246;nung Karls VI. in Prag uraufgef&#252;hrt wurde (<xref ref-type="bibr" rid="B38">Wellesz, 1910b</xref>). Die <italic>DT&#214;</italic> spielten eine besondere Rolle f&#252;r Wellesz&#8217; Barockverst&#228;ndnis, da hierdurch nicht nur ein bis dahin kaum bekanntes Repertoire zug&#228;nglich gemacht, sondern dar&#252;ber hinaus auch das Bild einer tendenziell separaten Wiener Operngeschichte der Barockzeit kreiert wurde. Dies soll an sp&#228;terer Stelle weiter thematisiert werden.</p>
<p>Adlers Methodik und sein Geschichtsverst&#228;ndnis mit der Verkn&#252;pfung von historischen Vorbildern und moderner Realisierung spiegeln sich dar&#252;ber hinaus deutlich in Wellesz&#700; Herangehensweise: Adler verstand unter der Moderne keine Abkehr von dem Vorhergehenden&#8212;also eine Negierung jeglicher Tradition&#8212;sondern im Gegenteil eine Weiterentwicklung des musikgeschichtlichen Erbes. Das Neue konnte dementsprechend nicht einfach aus sich selbst heraus entstehen, sondern sollte immer nur Endpunkt einer &#8218;organischen&#8216; Entwicklung sein (<xref ref-type="bibr" rid="B26">Rathert, 1995: 23</xref>). Adler erwartete zwar neue Inhalte, aber immer in &#8218;respektvoller Ankn&#252;pfung an eine &#8230; vorgezeichnete Tradition.&#8216; Die Moderne ist f&#252;r Adler also &#8218;eine zeitgerechte Fortsetzung geschichtlicher Kontinuit&#228;t&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B23">Kalisch, 1988: 243</xref>). Insbesondere die Verkn&#252;pfung von Forschung und musikalischer Praxis, die in der Phase der institutionellen Etablierung der Musikwissenschaft meist streng getrennt wurde (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B32">Spitta, 1892</xref>), geht auf Adler zur&#252;ck. Er forderte explizit die Komponisten dazu auf, &#228;ltere Musik sowie traditionelle Formen zu studieren, um sich bei ihren neuen Werken daran orientieren zu k&#246;nnen:</p>
<disp-quote>
<p>Unsere ganze musikalische Entwicklung verlangt nach einer R&#252;ckschau. &#8230; Der mit der Geschichte n&#228;her Vertraute weiss sehr gut, dass z. B. das Studium der Werke der A-Kapellisten des 16. Jahrhunderts eine erw&#252;nschte L&#228;uterung und Bereicherung der Kenntnisse moderner Komponisten bilden k&#246;nnte und dass so mancher schon daraus Vorteile gezogen hat. (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Adler, 1898: 33&#8211;34</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Die R&#252;ckschau in die Geschichte sollte als Fundament f&#252;r moderne Komponist_innen dienen und L&#246;sungen f&#252;r musikalische Schwierigkeiten bieten. Eben diese Denkweise ist es, die Egon Wellesz f&#252;r sich beanspruchte und in seiner Opernreform weiterentwickelte. Im Rahmen einer Buchrezension aus dem Jahr 1911 machte Wellesz auf die historisierenden Dynamiken seiner Zeit aufmerksam und verdeutlichte, wie er sich die Verkn&#252;pfung von Theorie und Praxis idealiter vorstellte. In der Einleitung reflektierte er &#252;ber die musikhistorischen Parallelen zwischen den Anf&#228;ngen des 17. und 20. Jahrhunderts:</p>
<disp-quote>
<p>[D]ie historische Perspektive [ist] geeignet &#8230;, Ereignisse, die wir aus der N&#228;he nicht recht zu beurteilen wissen, aufzukl&#228;ren und in das rechte Licht zu setzen. Auch sollen sie [auf] den lebendigen Zusammenhang zwischen der Musikhistorie und dem Schaffen hinweisen: der modernen Musikhistorie &#8230; ist es zu danken, da&#223; sich der Blick f&#252;r die Vergangenheit und die Gegenwart geweitet hat. (<xref ref-type="bibr" rid="B39">Wellesz, 1911a: 1246</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Eine gelungene Realisierung seiner Ideen sah Wellesz beispielsweise in der 2. Klaviersuite op. 75 von Cyril Scott (1879&#8211;1970), in deren f&#252;nftem Satz eine <italic>Introduktion und Fuge</italic> mit &#8218;ganz modernen Mitteln&#8216; umgesetzt wurde. Wellesz beurteilte diese Umsetzung &#252;beraus positiv, da nichts &#8218;dem lebendigen Geiste der Kunst kontr&#228;rer&#8216; sei &#8218;als ein Kopieren alter Stile in &#196;u&#223;erlichkeiten&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B40">Wellesz, 1911b: 1167</xref>). Wellesz begr&#252;&#223;te also, dass Scott zwar auf barocke Strukturen zur&#252;ckgriff und seinem Werk hierdurch einen Rahmen verlieh, diesen jedoch mit modernsten Mitteln f&#252;llte und sich sein St&#252;ck nur hierdurch als fortschrittliche Musik legitimieren konnte. Auf die gleiche Art interpretierte Wellesz die Forderungen an das Musiktheater: Innerhalb seiner Opernreform bezog er sich zwar auf die Barockepoche, allerdings ging es ihm hierbei nicht um reine Imitation, sondern vielmehr um eine Modernisierung musikhistorisch bew&#228;hrter Strukturen bzw. eine Amalgamierung von traditionellen Formen und Techniken mit zeitgen&#246;ssischen Mitteln. Auf diese Weise hoffte er, ein zeitloses und somit zeit&#252;berdauerndes Kunstwerk schaffen zu k&#246;nnen.</p>
<p>F&#252;r Wellesz bestand Adlers Aufforderung, sich mit alter Musik zu besch&#228;ftigen, vor allem darin, auf dem sicheren Boden der Tradition vorw&#228;rts schreiten zu k&#246;nnen. Adler hatte es sich mit den <italic>DT&#214;</italic> zum Ziel gesetzt, die Linie der &#8218;&#246;sterreichischen&#8216; Komponist_innen zur&#252;ckzuverfolgen, an die Wellesz ankn&#252;pfen wollte, denn seiner Ansicht nach habe Tradition f&#252;r den K&#252;nstler &#8218;etwas Sch&#252;tzendes und F&#246;rderndes zugleich&#8216;. Jedoch d&#252;rfte kein Musiker wahllos in die Geschichte greifen, sondern k&#246;nne nur &#8218;dort weiterformen, wo ihm aus der Vergangenheit ein verwandter Rhythmus des Schaffens entgegenpulst&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B50">Wellesz, 1924b</xref>). F&#252;r Wellesz selbst war dieser &#8218;verwandte Rhythmus&#8216; ausdr&#252;cklich nicht bei dem Gesamtkunstwerk Richard Wagners zu suchen, dessen &#196;ra dagegen &#252;bersprungen und vor ihm angekn&#252;pft werden sollte.</p>
</sec>
<sec>
<title>Abkehr von Wagner</title>
<p>Doch warum wandte sich Wellesz hinsichtlich der Konzeption des Gesamtkunstwerks zur Barockoper und gegen die omnipr&#228;senten diesbez&#252;glichen Gedanken Wagners? Dies l&#228;sst sich durch Wellesz&#700; Auffassung von zyklisch wiederkehrenden Ph&#228;nomenen der Musikgeschichte und damit einhergehend seiner Ablehnung der Sp&#228;tromantik erkl&#228;ren: Wagner war f&#252;r ihn veraltet, die Barockoper (wieder) modern.</p>
<p>Wellesz begr&#252;ndete den Anfang des 20. Jahrhunderts bevorstehenden Umschwung durch historische Parallelprozesse, bzw. die Wiederholung bestimmter Muster. Er identifizierte sowohl zwischen dem Barock und der Wiener Klassik als auch zwischen der Sp&#228;tromantik und der Moderne eine jeweils signifikante stilistische Z&#228;sur, wodurch die beiden &#220;berg&#228;nge f&#252;r ihn musikhistorisch analoge Ereignisse darstellten [<xref ref-type="bibr" rid="B65">Wilfing-Albrecht, 2022: 92</xref>]. Wellesz sah im Allgemeinen st&#228;rkere Gemeinsamkeiten zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert und forderte die &#220;berwindung der Romantik, deren Entwicklung an ihrem Endpunkt angelangt sei. Stattdessen m&#252;ssten laut Wellesz &#8218;wieder neue Typen geschaffen werden&#8216;, jedoch &#8218;ohne die Form zu sprengen&#8216;. Dies sei &#8218;ein Kreislauf und wer die Geschichte seiner Kunst kennt, wei&#223;, an welchem Punkt die Entwicklung angelangt ist, per analogiam fr&#252;herer Epochen&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B49">Wellesz, 1924a: 398</xref>).</p>
<p>Die Symptome der zur Neige gehenden Sp&#228;tromantik &#228;u&#223;erten sich f&#252;r Wellesz in einer &#8218;&#220;berf&#252;lle des Klanges, &#220;berladung des Details, &#220;berma&#223; von Psychologie&#8216; und seien markante &#8218;Verfallserscheinungen&#8216; und somit &#8218;Zeichen der &#220;berreife einer Epoche&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B49">Wellesz, 1924a: 393</xref>). In diese Entwicklung fiel f&#252;r Wellesz auch die Oper nach Wagner, die nach einem Paradigmenwechsel verlange:</p>
<disp-quote>
<p>Man suchte den von Wagner gewiesenen Weg weiterzugehen, in der Erwartung, zu Neuem gelangen zu k&#246;nnen, fand sich aber immer tiefer in eine Abh&#228;ngigkeit verstrickt, die nicht zu &#252;berwinden war, und auf jeder Sch&#246;pfung lastete der Schatten seiner gro&#223;en Pers&#246;nlichkeit. Denn der gro&#223;e Trugschlu&#223;, dem Generationen junger, bef&#228;higter Musiker zum Opfer fielen, bestand in der von Wagner selbst durch seine theoretischen Schriften gef&#246;rderten Annahme, man stehe am Anfang einer Entwicklung, w&#228;hrend sein Werk, wie wir jetzt r&#252;ckschauend zu erkennen verm&#246;gen, in den Abschlu&#223; einer Periode der Musik f&#228;llt, in der die Oper nur eine Teilerscheinung bildet. (<xref ref-type="bibr" rid="B48">Wellesz, 1922: 8</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Wellesz darf jedoch keinesfalls als Anti-Wagnerianer missverstanden werden: Er sch&#228;tzte dessen Werke sehr und platzierte ihn gemeinsam mit Monteverdi und Gluck in sein &#8218;Pantheon&#8216; der Opernkomponisten (<xref ref-type="bibr" rid="B34">Symons, 1996: 62</xref>). Ebenso w&#252;rdigte er Wagners Umsetzung des Gesamtkunstwerkes und schrieb, dass man &#8218;dank der Tat Richard Wagners &#8230; wieder ein Gef&#252;hl f&#252;r das B&#252;hnenfestspiel&#8216; entwickelt habe, in dem &#8218;Dichtung, Musik und Dekoration zusammenwirken m&#252;ssen, um ein Gesamtkunstwerk zu ergeben, das Musikdrama&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B43">Wellesz, 1914a: 191</xref>). F&#252;r Wellesz wurde vielmehr der &#252;berm&#228;chtige Anspruch der Wagner&#8217;schen Theorien &#8218;vielen Komponisten zum Verh&#228;ngnis&#8216;, die ihm nacheifern wollten (<xref ref-type="bibr" rid="B45">Wellesz, 1916: 97</xref>). Die Ursache f&#252;r das Scheitern der Epigonen, die Wagner&#8217;schen Prinzipien ad&#228;quat weiterzuf&#252;hren, lag laut Wellesz in der falschen Priorisierung der Elemente: Die Komponist_innen entwickelten seiner Meinung nach nicht zwangsl&#228;ufig die f&#246;rderungsw&#252;rdigen Eigenschaften der Musikdramen in ihren eigenen Opern weiter, sondern die tendenziell &#8218;minderwertigen&#8216;, die sie adaptiert und auf die Spitze getrieben h&#228;tten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B41">Wellesz, 1912: 520</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B60">Wellesz, 1950: 110</xref>). Wellesz konstatierte bei der Oper nach Wagner folglich, dass das Gesamtkunstwerk ein Gleichgewicht der einzelnen Elemente vermissen lasse, worunter insbesondere die &#220;bermacht des Orchesters eine negative Tendenz aufweise:</p>
<disp-quote>
<p>Das Grund&#252;bel, an dem die neuere Produktion krankt, scheint mir in der Hypertrophie des Orchesters zuungunsten der Szene zu liegen. Die &#252;berm&#228;&#223;ige Ausbildung des Orchesters, seines Klanges und seiner F&#228;rbigkeit hat die Komponisten dazu verf&#252;hrt, Sinfonien mit obligaten Singstimmen zu schreiben. Dies hat nicht nur zur Folge, da&#223; sich der Gesang mit dem Schwall des Orchesters in st&#228;ndigem Kampfe befindet, sondern auch, da&#223; die ganze Haltung der Musik trotz ihrer leidenschaftlichen Sprache mehr episch als dramatisch ist. (<xref ref-type="bibr" rid="B52">Wellesz, 1925: 65</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Aber nicht nur die &#220;bermacht, sondern auch die Funktion des Orchesters, das bei Wagner die Rolle des Chores in der antiken Trag&#246;die &#252;bernimmt, h&#228;tte laut Wellesz im 20. Jahrhundert nicht fortgef&#252;hrt werden d&#252;rfen. Wagner wollte den S&#228;ngerchor eliminieren, da er f&#252;r ihn &#8218;nichts Anderes, als die zum Gehen und Singen gebrachte Dekorationsmaschinerie des Theaters&#8216; gewesen sei (<xref ref-type="bibr" rid="B36">Wagner, 1852: 100</xref>). Allerdings wurde hierdurch die kommentierende und interpretierende Aufgabe nun dem Orchester &#252;berantwortet, das die Aktionen der Protagonist_innen reflektieren und erl&#228;utern sollte (<xref ref-type="bibr" rid="B36">Wagner, 1852: 174&#8211;175</xref>). Dadurch, dass nun gewisse Interpretationen und inhaltliche Zusammenh&#228;nge durch das Orchester geschildert wurden, ergab sich f&#252;r das Publikum in Wellesz&#8217; Augen jedoch die Problematik, dass dieses nun f&#252;r das Verst&#228;ndnis einer Szene seine Aufmerksamkeit gleichzeitig auf zwei verschiedene Ebenen richten musste: sowohl auf die B&#252;hne als auch auf das Orchester (<xref ref-type="bibr" rid="B52">Wellesz, 1925: 66&#8211;67</xref>). Der Auftritt von Siegfried und Mime (<italic>Siegfried</italic>, I. Aufzug), bei dem &#8218;das Orchester die scheinbare Gutm&#252;tigkeit Mimes ausdr&#252;ckt, w&#228;hrend er das singt, was er in Wirklichkeit nur denkt&#8216;, sei hierf&#252;r ein frappantes&#8212;aber dennoch bei Wagner funktionierendes&#8212;Beispiel (<xref ref-type="bibr" rid="B52">Wellesz, 1925: 66</xref>).</p>
<p>W&#228;hrend Wagner diese Szene allerdings ausdr&#252;cklich in &#8218;genialster Weise&#8216; umgesetzt habe (<xref ref-type="bibr" rid="B52">Wellesz, 1925: 66</xref>), waren dagegen f&#252;r Wellesz alle Nachahmer dieser Technik daran gescheitert. Die Herrschaft des Orchesters mit seiner &#8218;Rolle eines psychologisierenden Raisonneurs&#8216; wurde derart auf die Spitze getrieben, dass das Durcheinander von Motiv-Konstruktionen und Verbindungen geradezu eine &#8218;Zumutung&#8216; f&#252;r das Publikum sei (<xref ref-type="bibr" rid="B55">Wellesz, 1926c: 112</xref>). Die Komponisten, so Wellesz, h&#228;tten sich dar&#252;ber hinaus mit der unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Ausschm&#252;ckung von unn&#246;tigen Details aufgehalten, sich zu stark auf einzelne Szenen oder gar nur Phrasen und W&#246;rter konzentriert, und dadurch die Zusammenh&#228;nge und die Gesamtstruktur des Werks aus den Augen verloren (<xref ref-type="bibr" rid="B52">Wellesz, 1925: 66&#8211;67</xref>).</p>
<p>All jene &#8218;Schwachpunkte&#8216;, die Wellesz f&#252;r das Wagner&#8217;sche Gesamtkunstwerk identifizierte und die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in neuen B&#252;hnenwerken intensivierten, geh&#246;ren zu jenen Elementen, die Wellesz in seinen eigenen Werken zu vermeiden suchte. F&#252;r ihn waren sie allesamt Symptome f&#252;r ein Missverh&#228;ltnis zwischen Orchester und B&#252;hne und allein das Gesamtkunstwerk der Barockoper sei aufgrund seiner festen Struktur geeignet, dem Zusammenspiel der Elemente wieder in die richtige Balance zu verhelfen. Hier sei &#8218;das Verh&#228;ltnis von Dichtung, Musik und Scene auf das Gl&#252;cklichste gel&#246;st und der Typus der Barockoper geeignet, der neuen Oper zum Vorbild zu dienen&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B62">Wellesz, n. D.a: 5</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>Der &#8218;&#214;sterreichische Barock&#8216; und das Gesamtkunstwerk als Teil der Reform</title>
<p>Wellesz&#700; Kritik am zeitgen&#246;ssischen Musiktheater zeigt also, dass seine Opernreform nicht auf den nachwagnerschen Stil aufbauen konnte. Stattdessen m&#252;sse die &#8218;Oper der Zukunft &#8230; an die Tradition der Barockoper ankn&#252;pfen, oder besser gesagt dort wieder beginnen, wo Gluck geendet hat und diesen Weg um all die Erfahrungen der letzten hundertf&#252;nfzig Jahre bereichert, weitergehen&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B62">Wellesz, n. D.a: 5</xref>). Bei der n&#228;heren Besch&#228;ftigung mit Wellesz&#700; Opernreform zeigt sich die Problematik, dass bez&#252;glich der historischen Vorbilder h&#228;ufig nur vage auf die allgemeine Barockoper mit nur wenig konkret benannten Werken verwiesen wird. So hei&#223;t es beispielsweise in Wellesz&#700; Dissertation &#252;ber Bonno noch stark verallgemeinernd, dass &#8218;[d]ie Oper und das Oratorium &#8230; f&#252;r den Komponisten der Barocke &#8222;Gesamtkunstwerk&#8220;&#8216; waren (<xref ref-type="bibr" rid="B36">Wellesz, 1910a: 436</xref>).</p>
<p>Es kristallisiert sich jedoch in Wellesz&#700; zahlreichen &#196;u&#223;erungen heraus, dass er im Speziellen eine Fortf&#252;hrung bzw. ein Wiederaufgreifen der &#246;sterreichischen Operntradition intendierte, die bereits Guido Adler nachweisen wollte (<xref ref-type="bibr" rid="B13">Fritz-Hilscher, 2015: 40</xref>). Adlers Intention bei der Konstituierung seiner <italic>DT&#214;</italic>-Reihe bestand zwar darin, ausschlie&#223;lich im weitesten Sinne &#246;sterreichische Werke herauszugeben, hierunter verstand er allerdings alle Kompositionen, die in einer Relation zu &#214;sterreich bzw. den verschiedenen Adelsh&#246;fen standen, unabh&#228;ngig von der Herkunft der Komponisten oder auch dem Auff&#252;hrungsort. Demzufolge wurden zahlreiche Kompositionen auch von beispielsweise italienischen Komponisten wie Antonio Draghi, Orazio Benevoli oder auch Antonio Cesti aufgenommen, die (zeitweise) an &#246;sterreichischen H&#246;fen wirkten (<xref ref-type="bibr" rid="B17">Hilscher, 1995: 244&#8211;246</xref>). Diese Ausformung einer eigenst&#228;ndigen nationalen Musikgeschichte und im Speziellen einer Operntradition pr&#228;gte ma&#223;geblich Wellesz&#700; Verst&#228;ndnis, der aus diesem Grund Termini wie &#8218;Wiener&#8216; bzw. &#8218;&#214;sterreichischer Barock&#8216; einf&#252;hrte (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B42">Wellesz, 1913: 9</xref>).</p>
<p>Diese Epoche begann f&#252;r Wellesz etwa Mitte des 17. Jahrhunderts und m&#252;ndete in Glucks Schaffen zum Ende des 18. Jahrhunderts. In seiner Edition der <italic>Costanza e Fortezza</italic> findet sich der aussagekr&#228;ftige Satz, dass diese Oper einen &#8218;Markstein auf dem Wege der Wiener Oper, der vom &#8222;Pomo d&#8217;oro&#8220; zum &#8222;Orfeo&#8220; von Gluck&#8216; darstelle (<xref ref-type="bibr" rid="B37">Wellesz, 1910b: XXV</xref>), womit die f&#252;r Wellesz bedeutendsten Werke der Zeit herausgehoben werden. Eben dieser Umstand ist f&#252;r seine proklamierten Vorbilder zu beachten, da Wellesz sich eben nicht auf die &#8218;Durchschnittsopern&#8216; der Zeit mit ihren allgemeinen Charakteristiken bezieht, sondern auf herausragende Einzelwerke, die dem Typus der Festoper sowie des barocken Gesamtkunstwerks entsprechen und im Fall von Cesti und Fux zu den au&#223;ergew&#246;hnlichsten und prunkvollsten B&#252;hnenwerken ihrer Epoche geh&#246;rten.</p>
<p>Wellesz lernte Cestis Festoper <italic>Il Pomo d&#8217;oro</italic> (1668) durch die <italic>DT&#214;</italic>-Ausgabe kennen, die Guido Adler 1896/1897 herausgegeben hatte, der dem Werk hier bereits eine zeit&#252;berdauernde Bedeutung f&#252;r die Musikgeschichte attestierte (<xref ref-type="bibr" rid="B1">Adler, 1896: V</xref>). Wellesz widmete der Oper sp&#228;ter u. a. die bereits zitierte ausf&#252;hrliche Einzelstudie (<xref ref-type="bibr" rid="B43">Wellesz, 1914a</xref>) und sch&#228;tzte das Werk dar&#252;ber hinaus als den &#8218;vollkommensten Typus einer fr&#252;hbarocken Festoper&#8216; ein (<xref ref-type="bibr" rid="B36">Wellesz, 1922: 61</xref>). <italic>Il Pomo d&#8217;oro</italic> wurde zur Verm&#228;hlung von Kaiser Leopold I. mit Margarita Teresa 1666 in Auftrag gegeben, konnte jedoch aufgrund der aufw&#228;ndigen Vorbereitungen (so wurde u. a. eigens ein neues Opernhaus errichtet) erst 1668 aufgef&#252;hrt werden. Die Ausma&#223;e der Festoper, die um die 300.000 Gulden gekostet haben soll, &#252;bertraf alles Dagewesene: Im <italic>Pomo d&#8217;oro</italic> gab es 23 verschiedene B&#252;hnenbilder, unz&#228;hlige szenische Effekte mit aufw&#228;ndigen Flug- und B&#252;hnenmaschinerien, au&#223;erdem drei Ballette von Heinrich Schmelzer, von denen das Schlussballett ganze acht T&#228;nze umfasst. Bereits w&#228;hrend der Arbeit daran sch&#228;tzte Cesti die L&#228;nge seines f&#252;nfaktigen Werkes auf ca. zehn Stunden, sodass es letztlich auf zwei Abende aufgeteilt werden musste. F&#252;r alle Aufgaben wurden die profiliertesten K&#252;nstler engagiert: Den Text lieferte Francesco Sbarra, Ludovico Burnacini war neben dem Opernhaus auch f&#252;r das B&#252;hnenbild und die Kost&#252;me verantwortlich, Santo Ventura choreographierte die T&#228;nze und Agostino Santini die Kampfszenen der kaiserlichen Fechtmeister (<xref ref-type="bibr" rid="B31">Seifert, 1988: 37&#8211;40</xref>).</p>
<p>Fux&#8217; <italic>Costanza e Fortezza</italic> stellte f&#252;r Wellesz den zweiten Meilenstein aus der Hochbl&#252;te der barocken Wiener Festoper dar, doch auch dieses Werk kann nicht als durchschnittliches Beispiel der zeitgen&#246;ssischen Opernproduktion verstanden werden. Die Auff&#252;hrung der dreiaktigen Festa teatrale 1723 anl&#228;sslich der Kr&#246;nung Karls VI. in Prag soll die prunkvollste und teuerste seit dem <italic>Pomo d&#8217;oro</italic> gewesen sein. Auch hier wurden wieder die bekanntesten K&#252;nstler engagiert: So lieferte Pietro Pariati das Libretto, die Ballettmusiken stammten von Nicola Matteis d. J., und Giuseppe Galli-Bibiena k&#252;mmerte sich nicht nur um das B&#252;hnenbild, sondern musste eigens f&#252;r die Feierlichkeit ein neues Amphitheater auf dem Hradschin errichten, in dem angeblich bis zu 4000 Zuschauer_innen Platz fanden (<xref ref-type="bibr" rid="B16">Hilmera, 1964: 396</xref>). Wellesz berichtet in seiner Edition ausf&#252;hrlich &#252;ber die zahlreichen Beteiligten bei der Entstehung des Werkes, die B&#252;hne und die riesigen Dimensionen der Auff&#252;hrungsst&#228;tte, und unterstreicht die Bedeutung f&#252;r die &#246;sterreichische Operngeschichte (<xref ref-type="bibr" rid="B38">Wellesz 1910b: VII&#8211;XXV</xref>).</p>
<p>Wellesz&#8217; Ideal des Gesamtkunstwerks der barocken Festoper bestand folglich nicht nur aus einem Zusammenspiel der <italic>K&#252;nste</italic>&#8212;mit ggf. dem Komponisten, der in Personalunion alle Bereiche des Werkes &#252;berblickte&#8212;sondern auch der <italic>K&#252;nstler</italic>. Musiker wie Cesti und Fux, Librettisten wie Sbarra und Pariati, B&#252;hnenbildner wie Bononcini oder Galli-Bibiena u. v. m. kamen zusammen, um gemeinsam ein einheitliches B&#252;hnenwerk zu schaffen. Dieses solle dadurch nicht als kurzlebiges Gelegenheitswerk schnell in Vergessenheit geraten, sondern sich zu einem die Zeit &#252;berdauernden Denkmal entwickeln (so wie es <italic>Pomo d&#8217;oro</italic> und <italic>Costanza e Fortezza</italic> sinnbildlich in den <italic>Denkm&#228;lern der Tonkunst in &#214;sterreich</italic> geworden sind). Es handelt sich also mehr um eine Herangehensweise oder eine &#252;bergeordnete Struktur statt um eine konkrete musikalische Technik. Es geht nicht um musikalische Formen oder Figuren, Instrumentation oder harmonische Strukturen, sondern darum, dass bei jedem Element des B&#252;hnenwerkes f&#252;r sich nach h&#246;chster Vollkommenheit gestrebt werden soll und durch ihr Zusammenwirken Erh&#246;hung erlangt werden sollen.</p>
<p>Mit dieser &#8218;Formel&#8216; l&#228;sst sich&#8212;wie von Wellesz gefordert&#8212;auch der musikalische Inhalt des Werkes problemlos mit zeitgen&#246;ssischen Kompositionstechniken verwirklichen. Er versuchte dieser Idee in seinen B&#252;hnenwerken nachzueifern, in denen er ebenfalls eine Aufteilung der Ressorts mit gleichzeitiger enger Zusammenarbeit der einzelnen K&#252;nstler_innen, vor allem mit Literat_innen, T&#228;nzer_innen/Choreograph_innen, B&#252;hnenbildner_innen und Regisseur_innen intendierte, um das Gleichgewicht zwischen allen Teilen des Werks herzustellen und ein einheitliches Gesamtwerk zu schaffen. So schrieb er 1947 &#252;ber seine eigene Oper: &#8218;In &#8222;Alkestis&#8220; versuchte ich die Form der Wiener Barockoper, die in Gluck ihren H&#246;hepunkt erreicht hatte, wieder zu beleben. Gesang, Chor, Ballett und Orchester sollten gleichberechtigte Faktoren sein&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B58">Wellesz, 1947: 370</xref>).</p>
<p>Neben den beiden Festopern ist der wichtigste Einfluss auf Wellesz in den Reformopern Glucks&#8212;und darunter vor allem in <italic>Alceste</italic> (1767/1776)&#8212;zu sehen. Gluck bildete f&#252;r Wellesz nicht nur die Schnittstelle zwischen Barock und Klassik (zumindest auf dem Gebiet der Oper), sondern auch den Ankn&#252;pfungspunkt f&#252;r die Moderne. Dar&#252;ber hinaus war er im Allgemeinen &#8218;Fix- und Ankn&#252;pfungspunkt&#8216; in Wellesz&#700; Besch&#228;ftigung mit der Oper, da dieser zahlreiche Parallelen zu seinem eigenen Schaffen sah (<xref ref-type="bibr" rid="B28">Schneider, 1981: 91</xref>), insbesondere in der Ausarbeitung einer Opernreform. Zu Beginn der 1920er-Jahre schrieb Wellesz, dass allen Komponist_innen und Verantwortlichen gleicherma&#223;en klar sei, &#8218;da&#223; die Oper einer Reform bedarf&#8216;, um weiter existieren zu k&#246;nnen (<xref ref-type="bibr" rid="B52">Wellesz, 1925: 65</xref>), und zog die Berechtigung f&#252;r diese Aussage aus der Tradition der in der Musikgeschichte stetig wiederkehrenden Reformversuche. Einige Aspekte, die er in allen Erneuerungsversuchen&#8212;und somit auch bei Gluck&#8212;entdeckte, verstand er somit als Grundbestandteil jeder (erfolgreichen) Reform.</p>
<p>Besonders relevant erscheint in diesem Zusammenhang Wellesz&#700; Auseinandersetzung mit Francesco Algarottis <italic>Saggio sopra l&#8217;opera in musica</italic> (1755), das als eine der einflussreichsten Schriften zur Opern&#228;sthetik des 18. Jahrhunderts zahlreiche nachfolgende Reformer beeinflusste bzw. Ideen vorwegnahm, u. a. auch jene Glucks (<xref ref-type="bibr" rid="B21">Jacobshagen, 2001: 75, 83</xref>). Algarotti forderte in seinem <italic>Saggio</italic> mit Nachdruck vor allem eine neue Einheitlichkeit durch die Zusammenf&#252;hrung der einzelnen K&#252;nste, die es schon in den ersten Opern gegeben habe:</p>
<disp-quote>
<p>Niuna cosa nella formazione di essa fu lasciata indietro, niuno ingrediente, niun mezzo, onde arrivar si potesse al proposito fine. E ben si pu&#242; asserire, che quanto di pi&#249; attrattivo ha la Poesia, quanto ha la Musica, e la Mimica, l&#8217;arte del Ballo, e la Pittura, tutto si collega nell&#8217;Opera felicemente insieme ad allettare i sentimenti, ad ammaliare il cuore, e fare un dolce inganno alla mente.</p>
<p>Als man sie [die Oper] erfand, unterlie&#223; man nichts, wodurch man seinen Zweck erhalten konnte; und man kann mit Grunde behaupten, da&#223; alles, was Poesie, Musik, Pantomime, Tanz und Mahlerey reizendes hat, sich in der Oper gluecklich vereinige, die Sinne zu reizen, das Herz zu bezaubern und eine angenehme Taeuschung hervorzubringen. (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Algarotti, 2017: 246&#8211;247</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Auch Gluck geht im ber&#252;hmten Vorwort zu seiner 1769 gedruckten <italic>Alceste</italic> zun&#228;chst von einem aus der Balance geratenen Verh&#228;ltnis zwischen den K&#252;nsten&#8212;vor allem Musik und Text&#8212;aus, und spricht davon, dass an der Reform der Oper &#8218;tutte le arti belle&#8216; (&#8218;alle sch&#246;nen K&#252;nste&#8216;) Anteil haben, die zur Einheit des Werkes beitragen. F&#252;r eine R&#252;ckkehr zur &#8218;bella semplicit&#224;&#8216; (&#8218;sch&#246;nen Einfachheit&#8216;) in der Oper, m&#252;sste man sich wieder am dramaturgischen Aufbau orientieren und d&#252;rfe diese nicht durch unn&#246;tige Verzierungen (durch Orchester oder S&#228;nger_innen) unterbrechen. Da Capo, Solokadenzen, Orchesterritornelle, d. h. retardierende Momente aller Art m&#252;ssten abgeschafft werden, um die h&#246;chsten Ziele&#8212;neben der Klarheit auch &#8218;verit&#224;&#8216; (&#8218;Wahrheit&#8216;) und &#8218;naturalezza&#8216; (&#8218;Nat&#252;rlichkeit&#8216;)&#8212;erreichen zu k&#246;nnen (<xref ref-type="bibr" rid="B11">Einstein, 1987: 115</xref>; vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Jacobshagen, 2018: 88&#8211;89</xref>).</p>
<p>Wellesz war sich nicht nur der Bedeutung Glucks, sondern auch jener Algarottis sowohl f&#252;r die Oper des 18. Jahrhunderts als auch f&#252;r seine eigene Reform durchaus bewusst und widmete letzterem eine Einzelstudie. Hierin sah sich Wellesz auch in seinen eigenen Forderungen best&#228;tigt, da er allgemeing&#252;ltige Thesen zu erkennen vermeinte, die sich mit den seinen deckten. So kritisierte Algarotti u. a. die Vertonung historischer Stoffe, die &#252;berladenen Melodien, die Missachtung des Librettos und das Nichteinbeziehen des Balletts in die Handlung. Stattdessen sollten nicht nur Musik, Text und Tanz, sondern auch beispielsweise Dekoration, B&#252;hnenbild und Kost&#252;me ihren Teil zur Einheit des Werks beitragen (<xref ref-type="bibr" rid="B44">Wellesz, 1914b: 435&#8211;438</xref>). Wellesz res&#252;mierte, dass &#8218;Algarotti nach heutigen Ansichten durchaus nat&#252;rliche Dinge fordert, die aber zu seiner Zeit noch keine Selbstverst&#228;ndlichkeit waren&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B44">Wellesz, 1914b: 439</xref>) und betonte: &#8218;Wir sehen hier wieder die Forderung des Gesamtkunstwerkes, die zu allen Epochen auftaucht, wo sich eine Reform der Oper ank&#252;ndigt&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B44">Wellesz, 1914b: 435</xref>).</p>
<p>Wellesz identifizierte also als historische Gemeinsamkeit vor allem das Konzept des Gesamtkunstwerks, das in allen Opernreformen der Musikgeschichte wiederzufinden sei, nat&#252;rlich jeweils mitsamt der in jeder Epoche auftretenden stilistischen Modifikationen in der Realisierung. Die Behandlung der darin eingebundenen Elemente, die das Gesamtkunstwerk erst bedingen, m&#252;sste folglich eine Allgemeing&#252;ltigkeit besitzen und sich daher auch in zuk&#252;nftigen Reformen als Richtschnur legitimieren. Wellesz sah sich somit auf Grundlage seiner historischen Forschungen darin best&#228;tigt, dass nur das Modell des Gesamtkunstwerks mit all seinen Voraussetzungen der Schl&#252;ssel zu einer grunds&#228;tzlichen Erneuerung der Oper im 20. Jahrhundert sei, und dieses demzufolge in seinen eigenen Reformversuchen Anwendung finden m&#252;sse.</p>
</sec>
<sec>
<title>Das Gesamtkunstwerk bei Wellesz</title>
<p>Die Vorgehensweise, die Wellesz bei der Realisierung dieses Konzepts in seinen eigenen Opern an den Tag legte, soll im Folgenden paradigmatisch anhand einiger punktuell ausgew&#228;hlter Beispiele illustriert werden, die einen Eindruck seiner Methodik vermitteln. Da Wellesz den Ausgangspunkt bei allen Umbr&#252;chen in der Operngeschichte im problematischen Verh&#228;ltnis zwischen Text und Musik erkannte, musste demzufolge auch seine Opernreform zun&#228;chst beim Libretto ansetzen, um eine Wiederherstellung der Balance zu erlangen (<xref ref-type="bibr" rid="B46">Wellesz, 1919a: 10</xref>). Seinen Anspr&#252;chen an das Gesamtkunstwerk zufolge, sollte bei der Wahl des Textbuchs nicht nur auf die allgemeine literarische Qualit&#228;t geachtet werden, sondern m&#246;glichst auch ein enger Austausch mit dem Dichter gew&#228;hrleistet sein.</p>
<p>Wellesz&#8217; Vorbilder aus der Historie haben sich seiner Ansicht nach zumeist um diese Kriterien bem&#252;ht: Cestis <italic>Il Pomo d&#8217;oro</italic> sowie Fux&#8217; <italic>Costanza e Fortezza</italic> seien nicht nur aufgrund der Musik von Zeitgenossen bewundert worden, sondern auch wegen &#8218;der Wahl und Ausarbeitung des Librettos&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B38">Wellesz, 1910b: VII</xref>). Der Text des <italic>Pomo d&#8217;oro</italic> von Sbarra gen&#252;gte allerdings nicht zur G&#228;nze Wellesz&#700; Anspr&#252;chen: Er befand, dass das Textbuch einen &#8218;Mangel an dramatischer Geschlossenheit&#8216; zeige (<xref ref-type="bibr" rid="B43">Wellesz, 1914a: 217</xref>), und auch Guido Adler hatte bereits die Handlung beanstandet, die &#8218;zusammengeschweisst, aneinandergeleimt, zu einer bunten Folge vereinigt, ohne inneren seelischen Zusammenhang&#8216; sei (<xref ref-type="bibr" rid="B1">Adler, 1896: XIV</xref>). Stimmiger sei laut Wellesz dagegen das Textbuch zu <italic>Costanza e Fortezza</italic> von Pietro Pariati gewesen, dem der Verdienst geb&#252;hre, &#8218;die Sprache von unn&#246;tigem Schwulst gereinigt und die Liebesverh&#228;ltnisse organisch mit dem Gang der Handlung verkn&#252;pft zu haben&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B38">Wellesz, 1910b: XIII</xref>).</p>
<p>Vorbildhaft war f&#252;r Wellesz aber vor allem Glucks Zusammenarbeit mit &#8218;dem genialen Raniero Calzabigi&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B63">Wellesz, n. D.b: 5</xref>), der die Textb&#252;cher f&#252;r u. a. die gro&#223;en Reformopern <italic>Orfeo ed Euridice, Alceste</italic> und <italic>Paride ed Elena</italic> verfasst hat. Einen bemerkenswerten Vorteil sah Wellesz hier im Entstehungsprozess der Werke, da es seiner Meinung nach &#228;u&#223;erst dienlich gewesen sei, dass Calzabigi und Gluck nicht separat voneinander arbeiteten&#8212;also Gluck nicht einfach ein bereits fertiggestelltes Textbuch vertonte&#8212;sondern beide sich w&#228;hrenddessen stetig austauschten, &#8218;sodass Gluck den Rhythmus des deklamierten Wortes von dem Dichter selbst vorgetragen, erfassen, und in seine Sprache, die Musik, &#252;bertragen konnte&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B63">Wellesz, n. D.b: 5</xref>). In der Allianz zwischen Gluck und Calzabigi zog Wellesz vor allem eine direkte Parallele zur zeitgen&#246;ssischen Opernproduktion: Er erkannte nicht nur eine &#8218;gewisse Wahlverwandtschaft zwischen Gluck und Richard Strauss&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B63">Wellesz, n. D.b: 3</xref>), sondern interpretierte die Zusammenarbeit von Strauss und Hugo von Hofmannsthal quasi als Wiederkehr der Partnerschaft von Gluck und Calzabigi, in welcher der &#8218;barocke Geist&#8216; auferstanden sei (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B57">Wellesz, 1940: 479</xref>). Besonders im Wirken Hofmannsthals sah Wellesz einen K&#252;nstler mit starker Affinit&#228;t zur barocken Festoper, der die nach Gluck gekappte Traditionslinie wieder aufnehmen k&#246;nnte.</p>
<p>Im Konzept der Festoper bzw. des Festspiels&#8212;das nicht nur bei Wagner eng mit der Idee des Gesamtkunstwerks verwoben ist&#8212;sahen Wellesz und Hofmannsthal ein Mittel, die &#246;sterreichische Tradition mit modernen Mitteln fortleben zu lassen. Insbesondere nach Zusammenbruch der Habsburgermonarchie, der f&#252;r beide eine einschneidende Identit&#228;tskrise zur Folge hatte, fand Hofmannsthal im Festspiel ein &#8218;Refugium&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Schneider 2016: 125f.</xref>), das er vor allem bei den Salzburger Festspielen realisieren konnte. Wellesz erkannte hierbei insbesondere in den Mysterienspielen <italic>Jedermann</italic> und <italic>Das Salzburger Gro&#223;e Welttheater</italic> ein Wiederaufleben der barocken Festspielatmosph&#228;re und bewertete die Zusammenarbeit von Hofmannsthal mit u. a. Strauss, Max Reinhardt, Alfred Roller (der f&#252;r Wellesz&#700; B&#252;hnenkonzept eine ebenso bedeutende Rolle einnahm und auch die B&#252;hnenbilder f&#252;r die Urauff&#252;hrung der <italic>Bakchantinnen</italic> an der Wiener Staatsoper beisteuerte) als vollendete Umsetzung des Festspielgedankens (<xref ref-type="bibr" rid="B47">Wellesz, 1919b: 6</xref>).</p>
<p>Es verwundert daher nicht, dass Wellesz Hofmannsthal als Personifizierung des idealen Librettisten und Vertreter des Gesamtkunstwerkgedankens ansah, da dieser seiner Ansicht nach sowohl eine k&#252;nstlerische Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herstellen k&#246;nne (<xref ref-type="bibr" rid="B56">Wellesz, 1937: 8</xref>) als auch eine komplement&#228;re Verbindung der verschiedenen Elemente zu einer straffen Einheit einforderte, mit dem Ziel einer m&#246;glichst lebendigen Auff&#252;hrung:</p>
<disp-quote>
<p>Ein Werk ist ein Ganzes und auch zweier Menschen Werk kann ein Ganzes werden. &#8230; Die Musik soll nicht vom Text gerissen werden, das Wort nicht vom belebten Bild. F&#252;r die B&#252;hne ist dies gemacht. Nicht f&#252;r das Buch oder f&#252;r den Einzelnen an seinem Klavier. (<xref ref-type="bibr" rid="B18">Hofmannsthal 1986: 547</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Wellesz lernte Hofmannsthals Werke bereits zu seiner Schulzeit kennen und nachdem die beiden M&#228;nner sich 1918 kennenlernten, avancierte Hofmannsthal in s&#228;mtlichen Operntheater-Fragen zu seinem bedeutendsten Ratgeber. Die erste Zusammenarbeit der beiden kam kurz darauf zustande, als Wellesz Hofmannsthals Ballettszenar <italic>Achilles auf Skyros</italic> op. 31 vertonte (1921, UA 1926), woraufhin er den Plan fasste, auch Operntexte Hofmannsthals in Musik zu setzen. Er bearbeitete daraufhin selbst dessen Drama <italic>Alkestis</italic> (1894/94), da Hofmannsthal keine Zeit daf&#252;r aufbringen konnte, jedoch mit Anregungen involviert war. Er skizzierte die Umarbeitung der ersten Szene (<xref ref-type="bibr" rid="B59">Wellesz, 1949: 229</xref>), und begutachtete im Anschluss das fertige Libretto (<xref ref-type="bibr" rid="B28">Schneider, 1981: 110</xref>). Auch <italic>Die Bakchantinnen</italic> basiert auf einer Vorlage Hofmannsthals, der Wellesz ermutigte, ein Textbuch aus seinem Dramenfragment <italic>Die Bacchen</italic> bzw. <italic>Pentheus</italic> (1892&#8211;1918) anzufertigen. Hofmannsthal konnte auch dieses Libretto nicht eigenh&#228;ndig einrichten, sondern &#252;berlie&#223; Wellesz g&#228;nzlich die dichterische Bearbeitung. Laut Emmy Wellesz habe Hofmannsthal den fertigen Text noch kurz vor seinem Tod 1929 gelesen und Wellesz zur Vertonung animiert (<xref ref-type="bibr" rid="B28">Schneider, 1981: 110</xref>).</p>
<p>Beide Werke von Hofmannsthal basieren auf Dramen des Euripides, die auch Wellesz teils bei der Bearbeitung der Libretti als Vorlage verwendete. Die Hinwendung zur Antike empfand Wellesz nicht nur als eine stark verbindende Gemeinsamkeit zu Hofmannsthal, sondern auch als Grundvoraussetzung f&#252;r das Libretto einer Reformoper. Er griff in mehreren Werken und vor allem den Reformopern auf Texte des griechischen Sagenkreises zur&#252;ck, da er es aufgrund seiner Besch&#228;ftigung mit der Musikgeschichte quasi als Gesetz begriff, im Zuge einer Opernreform zuerst auf Stoffe der griechischen Mythologie zu rekurrieren (<xref ref-type="bibr" rid="B62">Wellesz, n. D.a: 3</xref>), so wie es im &#220;brigen auch Calzabigi getan hatte (<xref ref-type="bibr" rid="B63">Wellesz, n. D.b: 5</xref>). Es ist kein Zufall, dass Wellesz mit seiner <italic>Alkestis</italic> auf die gleiche Vorlage zur&#252;ckgriff wie Calzabigi f&#252;r Glucks <italic>Alceste</italic>, denn er sah hierin mit der &#8218;Losl&#246;sung von jeglichem Detail&#8216; und dem &#8218;Verzicht auf jegliches Requisit&#8216; einen idealen Stoff f&#252;r eine Reformoper (<xref ref-type="bibr" rid="B51">Wellesz, 1924c: 69</xref>). Allerdings verwendete Wellesz weder Euripides&#8217; Vorlagen noch eine der verschiedenen Bearbeitungen aus der Barockepoche, sondern verlangte einen modernisierten Blick auf die Erz&#228;hlungen, d. h. durch die Augen Hofmannsthals gesehen. Dessen Werk ist stark von antiken Stoffen gepr&#228;gt, die wiederum eng mit den Inszenierungen Max Reinhardts verkn&#252;pft sind. So markiert Hofmannsthals Durchbruch mit <italic>Elektra</italic> (1903) den Beginn seiner Zusammenarbeit mit Reinhardt, der u. a. noch bei den richtungsweisenden Auff&#252;hrungen von <italic>&#214;dipus und die Sphinx</italic> (UA 1906) und <italic>K&#246;nig &#214;dipus</italic> (UA 1910) Regie f&#252;hrte. In diesen Werken wollten beide den starren akademischen Umgang mit den Stoffen &#252;berwinden und &#8218;den Schauer des Mythos neu erschaffen&#8216;, wie es in der <italic>Vertheidigung der Elektra</italic> (1903) hei&#223;t. Hofmannsthal pl&#228;dierte hier f&#252;r die Modernisierung der Stoffe: &#8218;Wenn Philologen[,] Althertumskenner etc. f&#252;r die unbedingte Erhaltung des Alten sorgen, so muss auch eine Instanz da sein, die unbedingt f&#252;r das Lebendige sorgt.&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B20">Hofmannsthal, 2009: 222</xref>) Auch die Zusammenarbeit mit Strauss, der in Hofmannsthals <italic>Elektra</italic> die &#8218;dramatische [&#8230;] Koalition von mythischer Archaik und moderner Avantgarde&#8216; erkannte (<xref ref-type="bibr" rid="B8">Eder 2016a: 62</xref>), zeigt eine &#228;hnliche Herangehensweise an die Vorlagen, Hofmannsthal intendierte also stets, seiner Generation gerecht zu werden und verband verschiedenste Einfl&#252;sse in einem geradezu &#8218;ungezwungenen Verh&#228;ltnis&#8216; zwischen Antike und Moderne (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Eder, 2016b: 96</xref>). In Hofmannsthal sah Wellesz somit einen Dichter, der wie alle gro&#223;en Dramatiker, die die Antike wiederaufleben lassen wollten, die Stoffe als Amalgam aus Antike und Moderne f&#252;r die eigene Generation erneuerte. Und gerade Hofmannsthals <italic>Alkestis</italic> stellte sich als &#8218;Markstein&#8216; f&#252;r eine &#8218;zeitgem&#228;&#223;e dichterische Aneignung und Erneuerung des Mythos&#8216; heraus (<xref ref-type="bibr" rid="B10">Eder 2016c: 191</xref>), bei der Hofmannsthal nach eigenen Worten den &#8218;Vorversuch antikmythisches neu zu gestalten&#8216; verfolgte (<xref ref-type="bibr" rid="B19">Hofmannsthal 1997: 253</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>Der Bewegungschor</title>
<p>Als markantes Beispiel f&#252;r die Verwendung historischer Vorbilder in modernem Gewand kann die Behandlung des Bewegungschores in Wellesz&#8217; Opern dienen. Hofmannsthals intensive Besch&#228;ftigung mit dem zeitgen&#246;ssischen Tanz (z. B. in den Aufs&#228;tzen &#8218;Die unvergleichliche T&#228;nzerin&#8216; [1906] und &#8218;&#220;ber die Pantomime&#8216; [1911]) stellte die Grundlage f&#252;r Wellesz&#700; Ansatz dar, wovon auch die erste gemeinsame Arbeit am Ballett <italic>Achilles auf Skyros</italic> zeugt. Durch gemeinsame Gespr&#228;che kam Wellesz zu der &#220;berzeugung, dass &#8218;Tanz und Ballett das geeignete Medium seien, die Fesseln der nachromantischen Oper abzustreifen&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B61">Wellesz, 1961: 29</xref>), also auch einen essentiellen Bestandteil seines Gesamtkunstwerkkonzeptes verk&#246;rperte. Der Tanz hatte in Wellesz&#700; B&#252;hnenwerken demzufolge eine bedeutende dramaturgische Funktion inne und wurde haupts&#228;chlich nach den Opern Glucks modelliert, weist jedoch auch vielf&#228;ltige zeitgen&#246;ssische Einfl&#252;sse auf. Zwar beinhalteten auch <italic>Il Pomo d&#8217;oro</italic> und <italic>Costanza e Fortezza</italic> aufw&#228;ndige Tanzeinlagen und Zwischenaktballette, diese fungierten jedoch als v&#246;llig separate Elemente. Wellesz forderte jedoch&#8212;ebenso wie Algarotti und Gluck&#8212;eine Integrierung des Tanzes in die Handlung und fand sein Vorbild in Glucks Mitstreiter Jean Georges Noverre, den er auch explizit als Vertreter des Gesamtkunstwerks bezeichnete (<xref ref-type="bibr" rid="B53">Wellesz, 1926a: 161</xref>). Dieser verlangte neben passender Kost&#252;mierung und Szenerie ebenfalls eine sinnvolle Einbeziehung des Tanzes in den Ablauf der Handlung, und monierte im Allgemeinen bei den zeitgen&#246;ssischen Produktionen die unzureichende Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Beteiligten (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Dahms, 2010: 125&#8211;126</xref>). Diesem Ideal einer &#8218;kongenialen Zusammenarbeit&#8216; der einzelnen K&#252;nstler kam er in Wien besonders nah (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Dahms, 2010: 131</xref>).</p>
<p>Als Beispiel nennt Wellesz Noverres Bericht &#252;ber dessen Arbeit mit Gluck am Skythentanz aus <italic>Iphigenie en Tauride</italic>. Hier habe Noverre Gluck zun&#228;chst die Bewegungen vorgef&#252;hrt, wonach Gluck die Szene erst in Musik setzte. Auf eben diese Weise hat Wellesz u. a. seine T&#228;nze f&#252;r <italic>Die Opferung des Gefangenen</italic> gestaltet: Noch vor der Niederschrift der Komposition habe Wellesz mit dem T&#228;nzer Kurt Jooss den Stoff besprochen, der ihm daraufhin den &#8218;Charakter der einzelnen szenischen Situationen&#8216; mit den entsprechenden Bewegungen vorf&#252;hrte (<xref ref-type="bibr" rid="B54">Wellesz, 1926b: 12</xref>). Wellesz sah bei diesen Aspekten jedoch nicht einfach nur allgemeine Parallelen zu Noverres Schaffen, sondern lie&#223; sich durch ihn f&#252;r sehr konkrete L&#246;sungen in seinen Opern inspirieren. &#220;ber die Proben zur <italic>Alceste</italic> (1767) berichtete Wellesz in einer Studie, dass f&#252;r den Chor, der einen entscheidenden Part in der Handlung innehatte, nicht gen&#252;gend S&#228;nger zur Verf&#252;gung standen. Die Choristen, die man aus St. Stephan als Verst&#228;rkung holte, hatten jedoch keinerlei Erfahrung auf einer Theaterb&#252;hne und waren entsprechend &#8218;v&#246;llig steif in der Bewegung&#8216;. Nachdem auch Noverre kein Leben in die Darsteller bringen konnte, schlug er dem mittlerweile verzweifelten Gluck vor, die b&#252;hnenuntauglichen S&#228;nger allesamt hinter die Kulissen zu verbannen und gleichzeitig Mitglieder des Balletts die Handlungen auf der B&#252;hne ausf&#252;hren zu lassen (<xref ref-type="bibr" rid="B53">Wellesz, 1926a: 159&#8211;160</xref>). Dieser Bewegungschor wurde in der Folge in verschiedenen Formen von zahlreichen Choreographen im 20. Jahrhundert wieder aufgegriffen, und auch Wellesz setzte ihn in seinen Opern ein, darunter vor allem in den <italic>Bakchantinnen</italic> und der <italic>Alkestis</italic>.</p>
<p>Bei der Urauff&#252;hrung der <italic>Alkestis</italic> 1924 in Mannheim sah Wellesz ein Problem in der Umsetzung, da das St&#252;ck mit seiner &#8218;eigenartigen Verbindung von Zeremonie und Tanz mit dem Geschehen auf der B&#252;hne&#8216; eine ausgepr&#228;gte darstellerische Leistung voraussetzte, die nur schlecht mit den konventionellen Mitteln bew&#228;ltigt werden konnte. Hierf&#252;r habe der Regisseur Hanns Niedecken-Gebhardt die passenden L&#246;sungen gefunden, wie sich Wellesz erinnert:</p>
<disp-quote>
<p>Wir wu&#223;ten, dass der &#252;bliche Opernchor zwar gut singen, aber nicht zu agieren vermochte. Deshalb kam Niedecken auf den Gedanken, aus den T&#228;nzerschulen der Stadt die besten Kr&#228;fte auszuw&#228;hlen und unter den Chor zu mischen. Die Neuheit wirkte zuerst befremdend und verwirrend. Im Laufe der Proben f&#252;gten sich die jungen Leute, M&#228;dchen und Burschen aber erstaunlich gut in das Gef&#252;ge ein, und die Auff&#252;hrung gewann so viel Leben, dass diese neue Art der Regie viel Erw&#228;hnung fand; man sprach von &#8218;Bewegungsch&#246;ren&#8216;, die ihre Funktion in gleicher Weise hatten wie die Gesangsch&#246;re. (<xref ref-type="bibr" rid="B64">Wellesz, n. D.c: 17</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Hier hatte Wellesz darauf bestanden, keine &#8218;ungeschulten Statisten&#8216; oder T&#228;nzer_innen, die &#8218;nicht im Sinne der neuen Tanzkunst herangebildet&#8216; waren, einzusetzen. Stattdessen wurden Darsteller_innen aus Tanzschulen und Turnverb&#228;nden engagiert und bei den gro&#223;en Bewegungschor-Szenen integriert (<xref ref-type="bibr" rid="B51">Wellesz, 1924c: 68</xref>). Die Unsicherheit angesichts der mangelnden B&#252;hnenerfahrung der jungen T&#228;nzer_innen zerschlug sich bald, als sich zeigte, dass alle Darsteller_innen mit Eifer bei der Sache waren und sich gerade durch die ver&#228;nderte Gruppendynamik ein noch st&#228;rkerer Ausdruck ergab: &#8218;Der Bewegungschor arbeitete, gerade weil jeder einzelne bestrebt war, das &#196;u&#223;erste zu geben, mit jener Intensit&#228;t, die oft st&#228;rkere Wirkung zu erzielen vermag als talentierteste Routine&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B51">Wellesz, 1924c: 68</xref>). Dass die Parallele&#8212;wenn auch nicht vollst&#228;ndig idente Umsetzung&#8212;zu Gluck und Noverre kein Zufall war, d&#252;rfte auch dadurch belegt sein, dass Niedecken selbst zuvor &#252;ber Noverre dissertiert hatte und dementsprechend mit dessen Reformbestrebungen und dem Konzept des Bewegungschores vertraut war (<xref ref-type="bibr" rid="B25">Niedecken, 1914</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>Schluss&#252;berlegung: Die Problematik des barocken Gesamtkunstwerks</title>
<p>Wellesz&#700; Konzept des modernisierten barocken Gesamtkunstwerks mutet auf den ersten Blick ungew&#246;hnlich an, da die Existenz eines Gesamtkunstwerks vor 1800 im heutigen Diskurs zumeist angezweifelt wird (Borchmeyer, 2016). Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Terminus weder f&#252;r die Oper verwendet noch war er in anderer Form gel&#228;ufig, da er bekannterma&#223;en erstmals 1827 bei Karl Friedrich Eusebius Trahndorff auftauchte (Borchmeyer, 2016). Daher ist es nicht selbstverst&#228;ndlich, dass Wellesz f&#252;r seine Reform auf ein barockes Gesamtkunstwerk verweist. Im Gegensatz zum heutigen Usus wurde der Begriff Gesamtkunstwerk jedoch zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch h&#228;ufiger in Verbindung mit der Barockepoche verwendet (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Vinzenz, 2018: 28</xref>), wie man u. a. bei Hofmannsthal nachlesen kann. Dieser schrieb beispielsweise 1919 in einem Brief an Strauss:</p>
<disp-quote>
<p>Die Oper ist nun einmal ein Gesamtkunstwerk, nicht etwa seit Wagner, der nur alte Welttendenzen sehr k&#252;hn und frech subjektivierte, sondern seit ihrer glorreichen Entstehung: seit dem XVII., und kraft ihrer Grundtendenz: Wiedergeburt des antiken Gesamtkunstwerks zu sein. (<xref ref-type="bibr" rid="B30">Schuh, 1990: 442</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>In der zweiten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts finden sich derartige Bez&#252;ge dagegen nur mehr vereinzelt, so wie beispielsweise noch in <italic>Meyers Handbuch &#252;ber die Musik</italic> (1971), wo der Bogen vom Barock bis in die Moderne gespannt wird:</p>
<disp-quote>
<p>Das &#8218;Gesamtkunstwerk&#8216; bezeichnet die &#8218;erstrebte Formeinheit von dramatischer Dichtung, Musik, Bildkunst und Bewegungsk&#252;nste (Schauspiel, Tanz) in der Barockoper, in Wagners Musikdramen, auch bei Sch&#246;nberg u.a.&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B27">Schmidt, 2011: 166</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Auch im <italic>Musik-Brockhaus</italic> (1982) werden &#228;hnliche Parallelen konstatiert und explizit sogar auf die &#8218;Festspiele der Barockzeit&#8216; verwiesen, die &#8218;dem Gedanken Gesamtkunstwerk nahe&#8216; gekommen seien (<xref ref-type="bibr" rid="B27">Schmidt, 2011: 166</xref>). Auch wenn Assoziationen zwischen der Barockmusik und dem Gesamtkunstwerk also gelegentlich auftauchen, wird die Verbindung insbesondere in der musikwissenschaftlichen Literatur der letzten Jahrzehnte kaum ausf&#252;hrlicher diskutiert und noch seltener validiert. So spricht beispielsweise Dieter Borchmeyer Hofmannsthals historischem Verst&#228;ndnis des Gesamtkunstwerks jegliche Legitimit&#228;t ab und kritisiert insbesondere die Infragestellung von Wagners Vorreiterrolle. Borchmeyer positioniert sich somit deutlich gegen die generelle M&#246;glichkeit eines vorromantischen Gesamtkunstwerks und h&#228;lt jegliche Bez&#252;ge zur Musik vor 1800 f&#252;r anachronistische Gebilde (<xref ref-type="bibr" rid="B4">Borchmeyer, 1995</xref>). F&#252;r die meisten Kommentator_innen bleibt der Terminus folglich weiterhin untrennbar mit Wagner verkn&#252;pft, wodurch alle &#252;brigen Assoziationsbestrebungen &#252;berstrahlt werden.</p>
<p>Es wurde allerdings zu Beginn des 20. Jahrhunderts in zahlreichen Disziplinen breitfl&#228;chig &#252;ber das Gesamtkunstwerk in der Barockepoche diskutiert, so auch in der Kunstgeschichte, die Wellesz auf vielerlei Ebenen nachhaltig beeinflusste (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Buji&#263;, 2020: 25&#8211;29</xref>). Der Terminus Gesamtkunstwerk wurde hier etwa um die Jahrhundertwende auf theoretische Ans&#228;tze der Barockepoche &#252;bertragen, in der vor allem die Einheit von Architektur, Malerei und Bildhauerei beschrieben wurde (<xref ref-type="bibr" rid="B14">Garberson, 1999: 56</xref>). Eric Garberson befasst sich in einer Studie mit der M&#246;glichkeit eines barocken Gesamtkunstwerks in der Kunstgeschichte und lehnt hierin die Auffassung ab, dass es vor 1800 kein Gesamtkunstwerk h&#228;tte geben k&#246;nnen, da dieses weder im Allgemeinen noch konkret in Bezug auf die bildende Kunst jemals umfassend definiert wurde. Im Zuge einer namentlichen Kritik an u. a. Borchmeyer vertritt Garberson zudem die Meinung, dass das Gesamtkunstwerk ohnehin kein feststehendes Modell darstelle, sondern vielmehr ein flexibles, sich stetig ver&#228;nderndes Konzept mit selbstst&#228;ndigen Einzelteilen repr&#228;sentiere, die noch dazu eine jeweils eigene Entwicklung durchlaufen (<xref ref-type="bibr" rid="B14">Garberson, 1999: 57</xref>).</p>
<p>Um sich dem Problem weiter anzun&#228;hern, kann man&#8212;wie Anke Finger es vorschl&#228;gt&#8212;zwischen dem <italic>Begriff</italic> und der <italic>Idee</italic> des Gesamtkunstwerks differenzieren, da die Entwicklung beider Ph&#228;nomene nicht zeitgleich zueinander verlief und durchaus divergieren kann: Der Terminus des Gesamtkunstwerks wurde zwar im Laufe des 19. Jahrhunderts gepr&#228;gt und durch Wagner popularisiert, die Idee dahinter ist jedoch um einiges &#228;lter; auch wenn diese immer wieder leicht abgewandelte Formen annahm, bevor sich im Zuge ihrer Verkn&#252;pfung mit der neuen Terminologie zeitweise eine straffere Definition entwickelte. In der Moderne wurde dieses straffe Konstrukt jedoch wieder aufgebrochen, sodass sich neue Formen und Ausl&#228;ufer der Idee bildeten:</p>
<disp-quote>
<p>Wollte man die Geschichte der Gesamtkunstwerkidee in ein Bild fassen, um diese Verfransung anschaulich zu machen, so m&#252;&#223;te man die Form einer Sanduhr oder eines spiegelverkehrten Trichters bem&#252;hen, der die multiplen Ideen vor der Begriffspr&#228;gung sammelt, sie in dieses nun geschaffene Wort Gesamtkunstwerk filtert, um sie dann im Laufe des sp&#228;ten 19. und bis ins heutige Jahrhundert hinein in weit ausdifferenzierter Form&#8212;und nun im Doppelpack: Wort und Idee&#8212;wieder auszusch&#252;tten. So lassen sich in diesem zweifachen Trichter vor und nach dem 19. Jahrhundert Beispiele finden f&#252;r das Gesamtkunstwerk als Syn&#228;sthesie, als Fest, als Oper &#8230; (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Finger, 2006: 29</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Man ist sich im Allgemeinen einig, dass Beispiele, f&#252;r die hinter der Idee des Gesamtkunstwerks stehende postulierte Vereinigung der K&#252;nste schon weit vor Wagner und Trahndorff auftauchen, so beispielsweise bei Johann Gottfried Herder, Friedrich Wilhelm Schelling oder Friedrich Schiller (<xref ref-type="bibr" rid="B27">Schmidt, 2011: 172</xref>). Doch es lassen sich ganz &#228;hnliche Aussagen bereits zur Mitte des 18. Jahrhundert finden, wenn etwa Christian Gottfried Krause (1711&#8211;1770) in seiner Schrift <italic>Von der musikalischen Poesie</italic> (1753) stipulierte, dass &#8218;alle zu der Oper geh&#246;rigen Theile&#8216; einander dienen und diese &#8218;alle zusammen f&#252;r nichts als mit vereinigten Kr&#228;ften&#8216; r&#252;hren sollten (<xref ref-type="bibr" rid="B24">Krause, 1752: 447</xref>). Ebenso lie&#223;e sich hier der bereits angesprochene <italic>Saggio</italic> Algarottis m&#252;helos einreihen. Dass sich dieser mit den einzelnen Elementen der Oper auseinandersetzte und eine erh&#246;hende Wirkung durch deren Vereinigung erhoffte, veranlasste Wellesz, dessen Traktat als eine &#8218;Forderung des Gesamtkunstwerkes&#8216; zu betiteln (<xref ref-type="bibr" rid="B44">Wellesz, 1914b: 435</xref>). Auch beispielsweise Edward Dent positionierte Algarotti in der ideengeschichtlichen Entwicklung des Gesamtkunstwerks, ging aber auf der Suche nach den Urspr&#252;ngen in der Operngeschichte noch weiter zur&#252;ck:</p>
<disp-quote>
<p>We have already seen that Wagner&#8217;s ideas of a <italic>Gesamtkunstwerk</italic> had been completely and entirely anticipated by Algarotti; and Algarotti himself was saying practically nothing that had not already been said by Emilio dei Cavalieri and the other originators of opera about 1600. (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Dent, 1976: 28</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Dass der <italic>Saggio</italic> im Allgemeinen jedoch keine Rolle in der Gesamtkunstwerk-Literatur spielt, mag zum einen daran liegen, dass sich die Gesamtkunstwerk-Forschung nicht nur vornehmlich auf das 19. Jahrhundert, sondern insbesondere auch auf den deutschen Sprachraum beschr&#228;nkt, obwohl sich der Grundgedanke auch zu fr&#252;heren Zeiten und in anderen Gebieten nachweisen l&#228;sst (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Finger, 2006: 26</xref>). Zum anderen wird auch in der Algarotti-Forschung schnell abgetan, dass es sich hierbei um einen Gesamtkunstwerkgedanken handeln k&#246;nnte. So spricht beispielsweise Gideon Stiening dem Traktat diesen Ansatz ab, da Algarotti zwar eine Vereinigung aller K&#252;nste, nicht aber deren Verschmelzung intendiert habe, denn &#8218;sie [die Einzelk&#252;nste] verlieren mithin in der Oper nicht ihren je eigenen Charakter und k&#246;nnen erst dadurch eine Vereinigung erm&#246;glichen&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B33">Stiening, 2017: 61</xref>).</p>
<p>Im Zusammenhang mit Stienings Schlussfolgerung muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass sein Verst&#228;ndnis der miteinander verschmelzenden Elemente auf einer ganz bestimmten Definition des Gesamtkunstwerks beruht, die in dieser Form bis heute weder in der Theorie noch in der Praxis je fixiert wurde (<xref ref-type="bibr" rid="B27">Schmidt 2011: 163</xref>), was zugleich bedeutet, dass man ohne konkrete Grundlage Algarotti den Gesamtkunstwerkgedanken somit auch nicht pauschal absprechen kann.</p>
<p>Wenn an dieser Stelle auch nicht letztg&#252;ltig beantwortet werden soll, ob es ein barockes Gesamtkunstwerk gab und ob Wellesz&#8217; Vorbilder der gro&#223;en Wiener Festopern des 17. und 18. Jahrhunderts dieser Kategorie entsprechen, kann dennoch konstatiert werden, dass Wellesz&#700; &#220;berlegungen keinen v&#246;llig isolierten Ansatz darstellen. Er zog seine terminologischen Parallelen auch aufgrund einer regen zeitgen&#246;ssischen Diskussion, die heute allerdings gr&#246;&#223;tenteils verstummt ist. Letztlich handelt es sich bei Wellesz&#700; barockem Gesamtkunstwerk dennoch um ein h&#246;chst individuell entwickeltes Konzept, das sich auch von den zahlreichen anderen Gesamtkunstwerk-Ans&#228;tzen des 20. Jahrhunderts mehr oder weniger signifikant unterscheidet. Nach Wagner begegnen wir hier einer Vielzahl an divergenten Konzepten, die sich zwar meist deutlich von Wagners Modell absetzen, aber dennoch unter der Gesamtkunstwerk-Kategorie subsummiert werden k&#246;nnen. Allen war jedoch die Vorstellung gemein, dass die Zusammenf&#252;hrung der Elemente eine &#228;sthetische Erh&#246;hung des Werkes nach sich ziehe und diese somit bezweckt werden sollte. In der Ann&#228;herung an das Gesamtkunstwerk erhofften sich die K&#252;nstler_innen also einen &#8218;Hauch von Verfeinerung&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Heister, 2002: 182</xref>), und Wellesz ein zeit&#252;berdauerndes Konzept.</p>
</sec>
</body>
<back>
<sec>
<title>Interessenkonflikte</title>
<p>Die Autorin ist Gast-Herausgeberin der Special Collection, war bei ihrem Artikel jedoch nicht am Begutachtungsprozess beteiligt.</p>
</sec>
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<ref id="B1"><label>1</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Adler</surname>, <given-names>G</given-names></string-name> (ed.) <year>1896</year> <source>Marc Antonio [Antonio] Cesti, Il pomo d&#8217;oro: B&#252;hnenfestspiel; Prolog und erster Akt</source> (Denkm&#228;ler der Tonkunst in &#214;sterreich VI, 3/2).</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><label>2</label><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Adler</surname>, <given-names>G</given-names></string-name> <year>1898</year> <article-title>Musik und Musikwissenschaft: Akademische Antrittsrede, gehalten am 26. Oktober 1898 an der Universit&#228;t Wien</article-title>. <source>Jahrbuch der Musikbibliothek Peters</source> <volume>8</volume>: <fpage>27</fpage>&#8211;<lpage>39</lpage>. <uri>https://archive.org/details/jahrbuchdermusi03petegoog/page/n36/mode/2up</uri>.</mixed-citation></ref>
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