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<journal-title>Open Library of Humanities</journal-title>
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<subject>Production Archives 02: Production Contexts</subject>
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<article-title>Musikalische Autonomie und das Gesamtkunstwerk: Eduard Hanslick und Richard Wagner im Dialog mit der Idealistischen Musik&#228;sthetik</article-title>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Department of Musicology, Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage, Austrian Academy of Sciences, AT</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2023-03-13">
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<license-p>This is an open-access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC-BY 4.0), which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
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<abstract>
<p>Der Kunstwert von &#8218;reiner&#8216; Musik&#8212;Musik ohne Programm, &#220;berschrift und Text&#8212;geriet mit dem Niedergang des mimetischen Kunstprinzips im sp&#228;ten 18. und fr&#252;hen 19. Jahrhundert zum Problem (nicht nur) der idealistischen Musik&#228;sthetik. Kants <italic>Kritik der Urteilskraft</italic> (1790), die auf kommende &#196;sthetiker_innen besonders nachhaltig wirkte, zog sogar den Status der Musik als Kunst generell in Frage und formulierte ein Dilemma, das mit innovativen Ans&#228;tzen &#252;berwunden werden musste. Im Hinblick auf dieses Dilemma setzt mein Artikel die &#196;sthetik der &#8218;absoluten Tonkunst&#8216; von Eduard Hanslick und die Idee des &#8218;reinmenschlichen&#8216; Gesamtkunstwerks von Richard Wagner in direkten Dialog mit der idealistischen Musik&#228;sthetik. Wagners und Hanslicks Konzepte von ca. 1850 werden hierbei als L&#246;sungsstrategien der idealistischen Problematik interpretiert und folglich gezeigt, dass Gesamtkunstwerk und musikalische Autonomie als &#228;sthetische Positionen die gleiche Wurzel haben und als Seiten der gleichen Medaille gelesen werden k&#246;nnen. Die beiden Autoren vereint trotz bekannter disparater Ansichten die von idealistischen Philosophen gestellte Diagnose, dass &#8218;reine&#8216; Musik semantisch mangelhaft sei und Gef&#252;hle, Begriffe und Gegenst&#228;nde nicht zweifelsfrei ausdr&#252;cken k&#246;nne. Ohne Eduard Hanslick und Richard Wagner als Idealisten aufzufassen oder ihre jeweilige &#196;sthetik gar auf den Deutschen Idealismus zu reduzieren, soll durch diese Arbeit gezeigt werden, dass sich die Antipoden unter diesem Gesichtspunkt n&#228;her waren, als meistens vermutet wird.</p>
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<title>Einleitung: Verbreitung und Problematisierung des &#8218;Gesamtkunstwerks&#8216;</title>
<p>Der Einsatz des Begriffs &#8218;Gesamtkunstwerk&#8216; hat, wie Anke Finger im siebten Kapitel von <italic>Das Gesamtkunstwerk der Moderne</italic> treffend festh&#228;lt, mittlerweile &#8218;inflation&#228;re&#8216; Z&#252;ge angenommen (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Finger, 2006: 141</xref>). Ein kurzer Aufruf des Begriffs auf Google unter der Rubrik &#8218;News&#8216; (Stand 14. Oktober 2021), der weit mehr als 40.000 Treffer erzielt, belegt, dass dieses Urteil nichts an Aktualit&#228;t eingeb&#252;&#223;t hat. Obwohl dieser Begriff meist auf Kunstobjekte, Auff&#252;hrungen oder Landschaften angewendet wird, st&#246;&#223;t man auch auf viele Treffer, die aus Perspektive der Wissenschaft reichlich kurios wirken und Fingers Aussage eine neue Pointe verleihen: So firmiert hier etwa die &#8218;Majest&#228;tische Bl&#252;tenkugel&#8216; der Alliumgew&#228;chse ebenso als &#8218;perfekt komponiertes Gesamtkunstwerk&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Busch, 2021</xref>) wie das Restaurant Tantris Maison Culinaire in M&#252;nchen (<xref ref-type="bibr" rid="B17">Fr&#246;mmer, 2021</xref>), das schlechte Ergebnis der CDU/CSU bei der Bundestagswahl (<xref ref-type="bibr" rid="B52">n.n., 2021</xref>), der t&#228;towierte Handballer Hampus Olsson (<xref ref-type="bibr" rid="B20">Gloser, 2021</xref>), der Kiosk Almi auf der Kirchstra&#223;e in Ludwigsburg (<xref ref-type="bibr" rid="B37">Klein, 2021</xref>), oder auch&#8212;um in das Jahr 2020 zur&#252;ckzugehen&#8212;die Gr&#228;tsche von Markus Schwabl von der SpVgg Unterhaching, der gegen den SV Wehen Wiesbaden nach artistischer Eroberung des Balls den Siegtreffer einleitete (<xref ref-type="bibr" rid="B18">Galler, 2020</xref>). Musikforscher_innen, Kunsthistoriker_innen oder Medienwissenschaftler_innen, die mit dem Gesamtkunstwerk bspw. eher die performativ-theatralische Dekonstruktion von Musik in John Cages <italic>4&#8216;33&#8216;&#8217;</italic> oder auch Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater verbinden, m&#246;gen solche Zuschreibungen als metaphorisch klassifizieren, sie b&#252;rgen jedoch f&#252;r die Pr&#228;senz des Begriffs und seiner vielen Facetten im gel&#228;ufigen Vokabular.</p>
<p>Die Variabilit&#228;t und Unsch&#228;rfe dieses Begriffes, bei dem meist unklar bleibt, welche Kriterien erf&#252;llt und welche Medien oder &#228;sthetische Gattungen miteinander kombiniert werden m&#252;ssen, um ein Objekt als tats&#228;chliches &#8218;Gesamtkunstwerk&#8216; einzuordnen (<xref ref-type="bibr" rid="B64">Schmidt, 2011: 163</xref>), beschr&#228;nkt sich keineswegs auf den allt&#228;glichen Sprachgebrauch. Auch verschiedene akademische Disziplinen haben h&#246;chst gegens&#228;tzliche Vorstellungen, was als &#8218;wirkliches&#8216; Gesamtkunstwerk klassifiziert werden k&#246;nnte. Musikwissenschaftler_innen assoziieren diesen Terminus bspw. wohl noch heute vor allem mit Wagners Konzept des &#8218;Kunstwerks der Zukunft&#8216;, das Musik, Drama und szenische Darstellung vereinigt. Der Kunsthistoriker Hans Sedlmayr hat ihn, wie Hermann Bauer pr&#228;gnant ausf&#252;hrt, im Gegenzug auf die &#8218;Integration der Gattungen unter einer f&#252;hrenden Gattung&#8216; angewandt, d.h. zum Beispiel auf die Kathedrale, die Ornamente, Skulpturen, Gem&#228;lde etc. zum &#8218;Gesamtkunstwerk&#8216; vereine; hiermit sei auch eine normative Komponente verbunden, denn &#8218;je mehr in einem Werk integriert ist, desto bedeutender ist es&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B4">Bauer, 1989: 50</xref>). Sedlmayr und Wagner stimmen zwar &#252;berein, dass sich Kunstarten &#228;sthetisch gegenseitig bereichern, sind aber uneins, welche Elemente ein &#8218;Gesamtkunstwerk&#8216; &#252;berhaupt bedingen. Diese willk&#252;rlich gew&#228;hlten Beispiele illustrieren das Spektrum eines Begriffes, der zum Zwecke der Analyse jeweils ausdr&#252;cklich eingegrenzt werden muss und hier vor allem mit Blick auf Wagners Theorie genutzt werden soll.</p>
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<title>Die historische Verortung des &#8218;Gesamtkunstwerks&#8216; und das Konzept der &#8218;absoluten Tonkunst&#8216;</title>
<p>Allgemein gesprochen ist der Begriff des &#8218;Gesamtkunstwerks&#8216; ein relativ junger: Obwohl Karl Friedrich Eusebius Trahndorff schon von einem &#8218;Gesamt-Kunstwerke&#8216; sprach, das die &#8218;Kunst des Wortklanges, die Musik, Mimik und Tanzkunst&#8216; einschlie&#223;e und darauf gr&#252;nde, dass alle K&#252;nste &#8218;aus dem Zeitlichen &#8230; in das R&#228;umliche &#8230; und umgekehrt aus dem R&#228;umlichen in das Zeitliche&#8216; streben w&#252;rden (<xref ref-type="bibr" rid="B74">Trahndorff, 1827: 312</xref>), hat Wagner dieses Konzept letztendlich popularisiert (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Borchmeyer, 1995: 1283</xref>). Obwohl Wagners &#196;sthetik, die sich &#252;ber die Jahre best&#228;ndig wandelte, mit der Idee des Gesamtkunstwerks nicht ident ist und er den Begriff nicht erstmals genutzt hat, bleibt dieser trotz allem mit seinem Schaffen sowie seinen (Z&#252;rcher) Schriften verkn&#252;pft: &#8218;The concept is nevertheless associated primarily with his name, owning not only to the nature of his arguments but also to the force of his personality, the vehemence of his claims, [and] their artistic elaboration in his own music dramas&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B39">Koss, 2013: 158</xref>). Eine &#228;hnliche Situation gilt auch f&#252;r das Pendant des Gesamtkunstwerks im Reich der Musik: den Begriff der &#8218;absoluten Musik&#8216;, der zwar von Wagner in <italic>Das Kunstwerk der Zukunft</italic> (1850) mit kritischer Absicht eingef&#252;hrt (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 93</xref>),<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> aber erst durch Eduard Hanslicks <italic>Vom Musikalisch-Sch&#246;nen</italic> (1854; hier auch kurz <italic>VMS</italic>) &#228;sthetisch produktiv wurde. Obwohl der Begriff &#8218;reine, absolute <italic>Tonkunst</italic>&#8216; in dieser Schrift nur ein Mal f&#228;llt (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 52</xref>), genie&#223;t sie wegen Hanslicks Eintreten f&#252;r die &#8218;Special-Aesthetik&#8216; der Musik sowie seinem Fokus auf &#8218;rein musikalische Eigenschaften&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 22 und 45</xref>) bis heute den Ruf als wichtigste Theorie der absoluten Musik (<xref ref-type="bibr" rid="B25">Grey, 2011: 361</xref>).</p>
<p>Die &#196;sthetik um 1850 brachte hiermit zwei au&#223;erordentlich gegens&#228;tzliche, jedoch gerade darum miteinander verbundene Ans&#228;tze hervor: das Konzept Wagners, der das &#8218;Heil&#8216; der Kunst darin erblickte, m&#246;glichst vielf&#228;ltige Kunstarten zu verschmelzen, und die kontr&#228;re Position Hanslicks, der&#8212;wenngleich ihm das gerne angedichtet wurde (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Gracyk, n.d.: Kap. 1</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B60">Rinderle, 2011: 29</xref>)&#8212;die artistische Kopplung von Musik mit anderen K&#252;nsten zwar nirgends ablehnte, aus genau dieser Kopplung aber auch nicht auf das Wesen der Musik als Kunst schlie&#223;en lassen wollte (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 52&#8211;53</xref>). Ist die zeitgleiche Entstehung dieser kontr&#228;ren Konzepte ein Zufall bzw. kann diese allein durch das geschichtliche Nahverh&#228;ltnis dieser beiden Autoren erkl&#228;rt werden? Obwohl <italic>VMS</italic> bis heute gerne als Anti-Wagner-Buch gelesen wird (<xref ref-type="bibr" rid="B58">Popper, 2010: 249</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B6">Bonds, 2014: 208</xref>), was genauer besehen wohl eine Verk&#252;rzung ihres tats&#228;chlichen Verh&#228;ltnisses repr&#228;sentiert (<xref ref-type="bibr" rid="B42">Landerer, 2008</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B79">Wilfing, 2014</xref>), greift diese meist biographisch untermauerte Verkn&#252;pfung (<xref ref-type="bibr" rid="B33">Jung, 2012</xref>) f&#252;r mich zu kurz. Ich sehe vielmehr gute Gr&#252;nde, mich Bojan Buji&#263; anzuschlie&#223;en, der Wagner zwar auch als zutr&#228;gliche Zielscheibe von Hanslicks polemischen Energien betrachtete, dann aber generell festhielt: &#8218;it could be argued that the position taken by Hanslick would have been expressed in very much the same conceptual frame had the figure of Wagner not been there&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B8">Buji&#263;, 1988: 7&#8211;8</xref>).</p>
<p>Buji&#263;s These wird von mir dahingehend untermauert, dass Hanslicks Ansichten nicht als simple Replik auf Wagners Theorien gelesen werden sollten. Die N&#228;he ihrer Ideen, so kontr&#228;r diese teils auch sein m&#246;gen, resultiert vielmehr daraus, dass sie auf verbreitete &#228;sthetische Probleme ihres Zeitalters reagieren, ihr &#8218;conceptual framework&#8216; somit gleich ist. Denn wenn Wagners und Hanslicks Positionen auch unabh&#228;ngig voneinander gedacht werden k&#246;nnen, leitet sich deren Verbindung aus einer ihnen gemeinsamen Wurzel ab: der idealistischen Musik&#228;sthetik&#8212;vor allem jener von Kant und Hegel&#8212;und der von ihr diskutierten Problematik des semantischen Ungen&#252;gens von &#8218;reiner&#8216; Musik.<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> Das Gesamtkunstwerk und die &#196;sthetik der &#8218;absoluten Tonkunst&#8216; werden von mir als verwandte Antworten auf die Herausforderung der idealistischen Musik&#228;sthetik interpretiert, die Musik als Kunst infrage stellte. W&#228;hrend Hanslick und Wagner von der Forschung oft als unvers&#246;hnliche Kontrahenten charakterisiert werden, deren Musikdenken vollkommen gegens&#228;tzlich sei, werde ich zeigen, dass ihre Konzepte &#228;hnlicher beschaffen sind als zumeist gedacht. Wenn ich als Klammer ihrer &#196;sthetik die idealistische Musik&#228;sthetik identifiziere, will ich hiermit jedoch keinesfalls behaupten, dass diese selbst idealistisch beschaffen sei. Bei Wagner, dessen Lekt&#252;re zwar Wortf&#252;hrer des Idealismus einschloss (<xref ref-type="bibr" rid="B68">Scruton, 2013</xref>), der aber auch von Autoren wie Feuerbach, Proudhon und Schopenhauer prominent beeinflusst wurde, d&#252;rfte man das ohnehin kaum vermuten. Bei Hanslick, der oft als Idealist gilt, sei auf die Breite seiner Quellen verwiesen, die neben Hegel und Kant etwa auch Bernard Bolzano, Johann Friedrich Herbart und Friedrich Theodor Vischer umfassen (<xref ref-type="bibr" rid="B44">Landerer und Wilfing, 2018</xref>).</p>
<p>Mein Artikel wird Wagners und Hanslicks Positionen somit nicht auf den Deutschen Idealismus <italic>reduzieren</italic>, sondern vielmehr versuchen, die <italic>Auswirkungen</italic> der idealistischen Kunsttheorie auf die Musik&#228;sthetik zur Mitte des 19. Jahrhunderts auszuarbeiten, die sowohl das Gesamtkunstwerk als auch die &#196;sthetik der musikalischen &#8218;Autonomie&#8216; nach sich zogen. Zu diesem Zwecke werde ich zuerst einen kurzen Abriss von Kants Lehre und der dortigen Position der Musik geben, die ich als Dilemma betrachte, das sp&#228;teren Denker_innen einen Ansatzpunkt f&#252;r verschiedenartige Theoriebildungen bot. Hier wird vor allem die in Kants <italic>Kritik der Urteilskraft</italic> formulierte Problematik des semantischen Ungen&#252;gens von Musik sowie deren Relevanz f&#252;r die Schriften von Hanslick und Wagner im Zentrum stehen. Aus diesem Grunde werden die historischen Adaptionen der kantianischen Kunsttheorie bei Musik&#228;sthetikern wie Johann Nikolaus Forkel oder Christian Friedrich Michaelis als Vorl&#228;ufer Hanslicks oder auch Wagners Lekt&#252;re von Friedrich Wilhelm Schelling und den Br&#252;dern Schlegel nicht eigens er&#246;rtert, sondern Hanslick und Wagner mit Kant und Hegel in direkten Dialog gesetzt. Gem&#228;&#223; diesem Ansatz lese ich die &#196;sthetik von Hanslick und Wagner&#8212;deren Diagnose zum Wesen der Musik sich sehr &#228;hnelt, die aus diesem Befund jedoch jeweils andere Schl&#252;sse ziehen&#8212;als Replik auf Kants &#8218;Dritte Kritik&#8216;. Als Resultat dieser Analyse werde ich zeigen, dass Gesamtkunstwerk und musikalische Autonomie als &#228;sthetische Positionen die gleiche Wurzel haben und als Seiten der gleichen Medaille gelesen werden k&#246;nnen, womit die Antipoden sich n&#228;her sind, als die Forschung meistens vermutet.</p>
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<title>Zur Frage von Inhalt und Form: Musik als semantisch defizit&#228;re Kunst</title>
<p>In &#167;51 von Kants <italic>Kritik der Urteilkraft</italic> (1790), die von seinen gro&#223;en Schriften auf den Deutschen Idealismus besonders nachhaltig wirkte (siehe vor allem <xref ref-type="bibr" rid="B55">Paetzold, 1983</xref>), wurde ein komplexes Dilemma formuliert, das zuk&#252;nftige &#196;sthetiker, Dichter und Musiker vor schwerwiegende Schwierigkeiten stellen sollte. Im Zuge einer Hierarchisierung der Kunstgattungen, die Kant als &#8218;Entwurf zu einer m&#246;glichen Einteilung der sch&#246;nen K&#252;nste&#8216; erachtete (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Kant, 2009: 211 [320]</xref>), bezweifelt er, ob Musik als &#8218;das sch&#246;ne Spiel der Empfindungen&#8216; oder doch nur &#8218;angenehmer Empfindungen&#8216; einzusch&#228;tzen sei. &#8218;Nur nach der ersteren Erkl&#228;rungsart&#8216;, so Kant, &#8218;wird Musik g&#228;nzlich als sch&#246;ne, nach der zweiten aber als angenehme Kunst (wenigstens zum Teil) vorgestellt werden&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Kant, 2009: 218 [325]</xref>). Aus dem f&#252;r Kant nicht g&#228;nzlich gekl&#228;rten Wesen der Musik ergibt sich auch ihre zwiesp&#228;ltige Einordnung im System der K&#252;nste (zur Musik bei Kant, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Fricke, 2003</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B19">Giordanetti, 2005</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B56">Parret, 1998</xref>):</p>
<disp-quote>
<p>Nach der Dichtkunst w&#252;rde ich, <italic>wenn es um Reiz und Bewegung des Gem&#252;ts zu tun ist</italic>, diejenige, welche ihr unter den redenden am n&#228;chsten kommt und sich damit auch sehr nat&#252;rlich vereinigen l&#228;&#223;t, n&#228;mlich die <italic>Tonkunst</italic> setzen. Denn ob sie zwar durch lauter Empfindungen ohne Begriffe spricht, mithin nicht, wie die Poesie, etwas zum Nachdenken &#252;brigbleiben l&#228;&#223;t, so bewegt sie doch das Gem&#252;t mannigfaltiger und, obgleich blo&#223; vor&#252;bergehend, doch inniglicher; ist aber freilich mehr Genu&#223; als Kultur &#8230; und hat, durch Vernunft beurteilt, weniger Wert als jede andere der sch&#246;nen K&#252;nste. (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Kant, 2009: 222 [328]</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Die zunehmende Emanzipation der Instrumentalmusik und die gleichzeitig abflauende Dominanz des mimetischen Kunstprinzips im 18. Jahrhundert (<xref ref-type="bibr" rid="B47">McAuley, 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B51">Neubauer, 1986</xref>) hatten folglich bewirkt, dass eine neue &#228;sthetische Begr&#252;ndung f&#252;r die nun fragw&#252;rdig gewordene Wertigkeit der &#8218;reinen&#8216; Musik gesucht werden musste, die nicht mehr mit Referenz auf die Imitation von Gef&#252;hlen geleistet werden konnte. Es half nicht, dass auch Hegel in den von seinem Sch&#252;ler Heinrich Gustav Hotho publizierten <italic>Vorlesungen &#252;ber die &#196;sthetik</italic> (1835&#8211;1838) diese Problematik neuerlich best&#228;rkte: Die Musik, so Hegel/Hotho, habe zwar &#8218;unter allen K&#252;nsten die meiste M&#246;glichkeit &#8230; sich nicht nur von jedem wirklichen Text, sondern auch von dem Ausdruck irgendeines bestimmten Inhalts zu befreien&#8216;; diese bliebe dann jedoch &#8218;leer, bedeutungslos&#8216; und d&#252;rfe ohne &#8218;Inhalt und Ausdruck &#8230; noch nicht eigentlich&#8216; zur Kunst z&#228;hlen. Im vollst&#228;ndig &#8218;sinnlichen Element der T&#246;ne&#8216; m&#252;sse sich zuerst &#8218;Geistiges&#8216; &#228;u&#223;ern, sodass &#8218;sich auch die Musik zur wahren Kunst&#8216; erhebe, wobei unklar bleibt, ob dies erst mit Hilfe der Sprache m&#246;glich wird oder &#8218;aus den T&#246;nen und deren harmonischen Verh&#228;ltnissen und melodischer Beseelung m&#252;sse empfunden werden&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B31">Hegel, 1986: 3:148&#8211;149</xref>).</p>
<p>Kant wies hier zwei Wege: 1. Die <italic>Form</italic> der Musik, die insofern f&#252;r &#228;sthetische Sch&#246;nheit sorgen k&#246;nne, als der sinnliche, subjektive und demzufolge nur angenehme Eindruck der Musik eine kognitive Komponente ben&#246;tige, um erst jene umfassende Mitteilbarkeit aufzuweisen, die das Urteil &#8218;sch&#246;n&#8216; legitimiert. Diese musikalische oder auch &#8218;mathematische&#8216; Strukturierung kann &#228;sthetisches Wohlgefallen insofern ausl&#246;sen, als sie &#8218;die blo&#223;e Reflexion &#252;ber eine solche Menge einander begleitender oder folgender Empfindungen &#8230; als f&#252;r jedermann g&#252;ltige Bedingung seiner Sch&#246;nheit verkn&#252;pft&#8216; und daf&#252;r sorgt, dass der &#8218;Geschmack sich ein Recht &#252;ber das Urteil von jedermann zum voraus auszusprechen anma&#223;en darf&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Kant, 2009: 223 [329]</xref>). Diese Form sei aber nur unterschwellig mathematisch organisiert, weswegen Kant eine buchst&#228;bliche Konstruktion von Kunstwerken zur&#252;ckweist. F&#252;r ihn ist Mathematik nur &#8218;conditio sine qua non&#8216; der allgemeinen Mitteilbarkeit (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Kant, 2009: 224 [329]</xref>), was sich mit Hanslicks Ansichten deckt, der ebenso leugnet, dass Kunstwerke &#8218;berechnet&#8216; werden k&#246;nnen: &#8218;Die Mathematik regelt blos den elementaren Stoff zu geistf&#228;higer Behandlung und spielt verborgen in den einfachsten Verh&#228;ltnissen, aber der musikalische Gedanke kommt ohne sie ans Licht&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 97</xref>).</p>
<p>2. Den <italic>Inhalt</italic> eines Werks, der in der <italic>Kritik der Urteilskraft</italic> als &#8218;&#228;sthetische Idee&#8216; bezeichnet wird, also als &#8218;diejenige Vorstellung der Einbildungskraft die viel zu denken veranla&#223;t, ohne da&#223; ihr doch irgend ein bestimmter Gedanke, d. i. <italic>Begriff</italic>, ad&#228;quat sein kann, die folglich keine Sprache v&#246;llig erreicht und verst&#228;ndlich machen kann&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Kant, 2009: 202 [314]</xref>). Diese zwei Wege haben bis heute daf&#252;r gesorgt, dass Kants letztendlich rudiment&#228;re Musik&#228;sthetik zwiesp&#228;ltig interpretiert wurde, was vor allem fr&#252;he Schriften zur kantianischen Kunsttheorie aus der Musikwissenschaft eindr&#252;cklich nachweisen. So sah ihn Hermann Kretzschmar (<xref ref-type="bibr" rid="B40">1911: 255</xref>) als formalistischen Musik&#228;sthetiker, Kathi Meyer (<xref ref-type="bibr" rid="B49">1921: 470</xref>) als emotivistischen Musik&#228;sthetiker und Albert Maecklenburg (<xref ref-type="bibr" rid="B45">1914: 208</xref>) als Mischung aus diesen beiden Positionen. F&#252;r Paul Moos (<xref ref-type="bibr" rid="B50">1902: 7</xref>), der mir in diesem Kontext &#228;u&#223;erst repr&#228;sentativ scheint, war die kantische Kunstlehre, die formalistische, naturalistische, sensualistische und idealistische Teilmomente miteinander verschmilzt, durch solche unterschiedliche Argumentstr&#228;nge dann auch Ursprung der &#8218;Extreme&#8216; der vielgestaltigen Musik&#228;sthetik des 19. Jahrhunderts; ein Urteil, dem sich noch Arsnold Schering (<xref ref-type="bibr" rid="B61">1910</xref>) anschloss.</p>
<p>Man sollte dabei im Hinblick auf die Wirkung von Kants &#8218;Dritter Kritik&#8216; nicht vergessen, dass sie eine transzendentale Untersuchung ist, die die Bedingung der M&#246;glichkeit von &#228;sthetischer Beurteilung zum Thema hat, also jene Prinzipien analysiert, unter denen ein Gegenstand als &#8218;sch&#246;n&#8216; gelten kann. Wenngleich die &#228;sthetische Beurteilung f&#252;r Kant allgemein mitteilbar ist und den privaten Rahmen des Angenehmen folglich verl&#228;sst (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Kant, 2009: 99 [240]</xref>), steht hier doch nicht das sch&#246;ne Objekt, sondern vielmehr das Subjekt des Urteils im Zentrum. Kants <italic>Kritik</italic> geht also von einer subjektiven Perspektive aus, die von ihm auch dezidiert benannt wird: &#8218;Um zu unterscheiden, ob etwas sch&#246;n sei oder nicht, beziehen wir die Vorstellung nicht durch den Verstand auf das Object zum Erkenntnisse sondern durch die Einbildungskraft auf das Subject und das Gef&#252;hl der Lust und Unlust desselben.&#8216; Das &#8218;Geschmackurteil&#8216;, das somit weder wissenschaftlich noch ethisch objektiv ist, ist also kein &#8218;Erkenntnisurteil, mithin nicht logisch, sondern &#228;sthetisch, worunter man dasjenige versteht, dessen Bestimmungsgrund <italic>nicht anders</italic> als <italic>subjektiv</italic> sein kann&#8216;, ohne aber v&#246;llig privat, das hei&#223;t nur angenehm zu sein (<xref ref-type="bibr" rid="B35">Kant, 2009: 47&#8211;48 [203]</xref>).</p>
<p>Hegels &#196;sthetik&#8212;und zuvor schon Schiller (<xref ref-type="bibr" rid="B62">1971: 22</xref>), der zeigen wollte, &#8218;da&#223; die Sch&#246;nheit eine objective Eigenschaft&#8216; sei&#8212;problematisiert diesen Fokus auf das Subjekt und definiert dagegen das Kunstobjekt als &#8218;Brennpunkt&#8216; der Kunsttheorie: damit wurde, wie Regine Prange (<xref ref-type="bibr" rid="B59">2004</xref>) pointiert darstellt, die &#196;sthetik zur Kunstgeschichte. Die optimistischen Implikationen dieses Modells&#8212;Geschichte als Motor der Perfektion&#8212;standen jedoch bald nach den Revolutionen von 1848/49, die das Bild einer stetig fortschreitenden (Kunst)entwicklung unterminierten, auf dem Pr&#252;fstand. Die historistischen Konsequenzen von Hegels &#196;sthetik stie&#223;en prim&#228;r in &#214;sterreich auf Gegenwind: Aus dem direkten Umfeld von Hanslick lehnte etwa sein Prager Freund Robert Zimmermann&#8212;ordentlicher Professor f&#252;r Philosophie in Wien (1861&#8211;1896) und wesentliche Galionsfigur des &#246;sterreichischen Herbartianismus&#8212;die f&#252;r ihn unrechtm&#228;&#223;ige &#8218;Verwandlung der Aesthetik in Kunstgeschichte&#8216; ab, die die &#8218;Geschichte der Entstehung&#8216; und die &#8218;&#228;sthetische[] Beurtheilung&#8216; eines Werkes miteinander identifiziere (<xref ref-type="bibr" rid="B86">Zimmermann, 1854: 39</xref>). Diese Kritik findet sich dann auch bei Hanslick, der Hegel r&#252;gte, da er den &#8218;<italic>kunstgeschichtlichen</italic> Standpunkt unmerklich mit dem rein &#228;sthetischen verwechselt&#8216; h&#228;tte (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 93</xref>; vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B43">Landerer, 2010</xref>).</p>
<p>Obwohl die historistische und teleologische Ausrichtung des Hegelianismus nach 1848 immer problematischer wurde, ging seine &#196;sthetik in der &#8218;Umgangssprache der Intellektuellen&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Dahlhaus, 1978: 111</xref>) auf, in der Begriffspaare wie Form und Inhalt, Materie und Geist, Klassik und Romantik etc. starke Verbreitung fanden (<xref ref-type="bibr" rid="B70">Sponheuer, 1987</xref>). Mit dem Niedergang des mimetischen Kunstprinzips ist dann auch das Dilemma der &#8218;reinen&#8216; Musik als semantisch defizit&#228;rer Kunstform verkn&#252;pft, deren Form(en) mit Inhalt(en) erf&#252;llt werden m&#252;ssen, um &#8218;sch&#246;n&#8216; zu sein. Peter Kivy bringt diesen Umstand auf den Punkt: &#8218;the reliable old formula, &#8222;The fine arts are the arts of representation, music is a representation of the passionate speaking voice, so music is one of the fine arts&#8220;, did not work any more&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B36">Kivy, 2002: 52</xref>). Auf das besagte Problem fanden sp&#228;tere Autor_innen divergente Antworten, die jedoch h&#228;ufig die Dichotomie von Form und Inhalt ungebrochen beibehielten. Gleichwohl der Unterschied zwischen &#8218;Formal&#228;sthetik&#8216; und &#8218;Inhalts&#228;sthetik&#8216; ein Prokrustesbett ist, das den nuancierten Positionen von betroffenen Autor_innen kaum gerecht wird (<xref ref-type="bibr" rid="B72">Tadday, 1999</xref>), stellt die Musik&#228;sthetik des 19. Jahrhunderts in diesem Kontext auch eine Antwort auf Kant und Hegel dar, die das Dilemma der &#8218;reinen&#8216; Musik prominent formuliert hatten.</p>
</sec>
<sec>
<title>Das &#8218;Gef&#252;hl&#8216; als musikalischer Gegenstand: Wagner, Hanslick und die Romantik</title>
<p>Obwohl Hanslick und Wagner immer wieder schlechtweg unvereinbare Ansichten vertraten, waren beide mit Blick auf die umrissene Diagnose einander durchaus nahe: &#8218;reine&#8216; Musik&#8212;Musik ohne Text, Programm, &#220;berschrift etc.&#8212;sei semantisch mangelhaft, das hei&#223;t sie k&#246;nne keine konkreten Gef&#252;hle, rationalen Begriffe und praktischen Gegenst&#228;nde zweifelsfrei (&#8218;allgemein mitteilbar&#8216;) ausdr&#252;cken. Der Wagner-Forscher Thomas S. Grey machte bereits 1988 auf diesen h&#228;ufig &#252;bersehenen Umstand aufmerksam: &#44;Hanslick&#8217;s and Wagner&#8217;s respective assessment of instrumental music and its popularly accorded powers of expression are in fact quite similar, even if they approached the issue of &#8222;absolute music&#8220; from opposite sides&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B24">Grey, 1988: 4</xref>; vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Cha, 2007</xref>). Wagner verstand Musik entsprechend romantischer Gepflogenheit als &#8218;Organ des Herzens&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 89</xref>), als universelle Expression, die das &#8218;Verm&#246;gen der Kundgebung des Unaussprechlichen&#8216; besitze (<xref ref-type="bibr" rid="B77">Wagner, 1914b: 281</xref>). Musik als unmittelbare Offenbarung der Transzendenz und intuitive Sprache des genialen K&#252;nstlers, die als &#8218;t&#246;nendes Symbol unendlicher Sehnsucht&#8216; die &#8218;Ahnung des Absoluten&#8216; erschlie&#223;e (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Dahlhaus, 1978: 61</xref>), ist eine bekannte Denkfigur der Romantik, der man zum Beispiel bei E. T. A. Hoffmann begegnet, der in der Rezension zur 5. Symphonie Beethovens schreibt: &#8218;Die Musik schlie&#223;t dem Menschen ein unbekanntes Reich auf; eine Welt, die nichts gemein hat mit der &#228;u&#223;ern Sinnenwelt, die ihn umgibt, und in der er alle durch Begriffe bestimmbaren Gef&#252;hle zur&#252;ckl&#228;sst, um sich dem Unaussprechlichen hinzugeben&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B32">Hoffmann, 1963: 34</xref>).</p>
<p>Schopenhauer, der auf Wagners sp&#228;te Schriften (<italic>Beethoven</italic>, 1870) einen nachhaltigen, wenngleich oft &#252;bertrieben dargestellten Einfluss aus&#252;bte (<xref ref-type="bibr" rid="B87">Z&#246;ller, 2008</xref>), verfocht &#228;hnliche Ansichten, da er &#8218;reine&#8216; Musik als Ausdruck des &#8218;An-sich aller Erscheinungen&#8216; charakterisierte, das sich auch bei der Oper nie zum &#8218;blo&#223;en Mittel&#8216; des Worts machen d&#252;rfte, da sie &#8218;die Quintessenz des Lebens&#8216; ausdr&#252;cke, aber eben nie konkrete Vorg&#228;nge darstelle (<xref ref-type="bibr" rid="B66">Schopenhauer, 1986: 364&#8211;365</xref>). Wagner, der der Kunst als solcher eine einzige Aufgabe zusprach&#8212;die m&#246;glichst vollendete Darstellung der <italic>conditio humana</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 73</xref>)&#8212;konnte jedoch beim Unaussprechlichen der romantischen Musik&#228;sthetik nicht stehen bleiben, sondern musste die inhaltliche Unsch&#228;rfe der Musik kompensieren bzw. konkretisieren, um spezifische Ereignisse, Emotionen und Gegenst&#228;nde darzustellen. Zwar war die Musik f&#252;r ihn &#8218;unendlich seelenvolles Element [und] unaussprechlich ausdrucksvolles Sprachverm&#246;gen&#8216;, doch muss sich die &#8218;absolute Tonsprache&#8216; mit konkreten Objekten verbinden, um mehr als nur &#8218;unendliche Sehnsucht&#8216; zum Ausdruck zu bringen (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 99</xref>). Hanslick, der die emotive Wirkung von Musik als zwingend subjektiv erachtete, sah dies noch radikaler: &#8218;Die Darstellung eines Gef&#252;hles oder Affectes liegt gar nicht in dem eigenen Verm&#246;gen der Tonkunst&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 43</xref>). Einzelne Gef&#252;hle seien sogar von kognitiven Elementen abh&#228;ngig, die von instrumentalen Kompositionen nicht selbstst&#228;ndig ausgedr&#252;ckt werden k&#246;nnen:</p>
<disp-quote>
<p>Ein bestimmtes Gef&#252;hl (noch mehr eine Leidenschaft und ein Affect) existirt als solches niemals ohne einen wirklichen historischen Inhalt, der eben nur in Begriffen dargelegt werden kann. Begriffe kann die Musik als &#8218;unbestimmte Sprache&#8216; zugestandener Weise nicht wiedergeben&#8212;ist nicht die Folgerung psychologisch unablehnbar, da&#223; sie auch bestimmte Gef&#252;hle nicht auszudr&#252;cken vermag? Die <italic>Bestimmtheit</italic> der Gef&#252;hle ruht ja gerade in deren begrifflichem Kern. (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 44&#8211;45</xref>; zur kognitivistischen Emotionstheorie von <italic>VMS</italic>, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B80">Wilfing 2016</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B81">Wilfing, 2019: 272&#8211;299</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Im weiteren Verlauf von <italic>VMS</italic> macht Hanslick dann auch Vokalwerke zum Thema, die die entschiedene Bestimmung einer emotionalen Komponente genauer zulie&#223;en, wendet jedoch ein, dass hier nicht klar sei, <italic>welche</italic> Kunst den Ausdruck von Gef&#252;hlen tats&#228;chlich erm&#246;glicht: &#8218;Wir haben in der Vocalcomposition ein untrennbar verschmolzenes Product vor uns, aus dem es nicht mehr m&#246;glich ist, die Gr&#246;&#223;e der einzelnen Factoren zu bestimmen&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 54&#8211;55</xref>). Aus Hanslicks Blickwinkel war dies auch unn&#246;tig: Wenn auch nicht klar ist, welcher exakten Denkrichtung Hanslicks Musik&#228;sthetik angeh&#246;rt&#8212;die Literatur sah ihn als Idealisten, Empiristen, Positivisten, Formalisten, Materialisten, Hermeneutiker und Ph&#228;nomenologen (<xref ref-type="bibr" rid="B41">Landerer, 2004: 41&#8211;43</xref>)&#8212;war sein Ziel ohne Frage die methodische Grundlegung der &#8218;Aesthetik der Tonkunst&#8216;, der er ein objektives Fundament verleihen wollte, indem sie &#8218;den Dingen selbst an den Leib&#8216; r&#252;ckt. Dieser methodische Objektivismus, der die Musik&#228;sthetik als &#8218;Wissenschaft&#8216; konstituieren sollte, schien ihm nur mit einer Spezial&#228;sthetik durchf&#252;hrbar, die &#8218;jede Kunst in ihren technischen Bestimmungen&#8216; untersuchen und &#8218;aus sich selbst&#8216; fassen m&#252;sse: Daher war f&#252;r ihn &#8218;vorerst das sch&#246;ne Object und nicht das empfindende Subject zu erforschen&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 22</xref>), was auch als versteckte Ablehnung von Kants <italic>Kritik der Urteilskraft</italic> gelesen werden k&#246;nnte, von der Hanslick sich hier abgrenzt (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Bonds, 2014: 188&#8211;189</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>Hanslicks &#196;sthetik der &#8218;absoluten Tonkunst&#8216;: Formen, Gef&#252;hle und das Sch&#246;ne</title>
<p>In Anbetracht dieser methodischen Ausgangslage konnte Hanslick die nunmehr sekund&#228;re Problematik der fragw&#252;rdigen Priorisierung von Musik und Wort schlichtweg &#252;bergehen, denn &#8218;nur was von der Instrumentalmusik behauptet werden kann, gilt von der Tonkunst als solcher&#8216;. Was diese nicht k&#246;nne, so Hanslick, &#8218;von dem darf nie gesagt werden, die <italic>Musik</italic> k&#246;nne es; denn nur sie ist reine, absolute <italic>Tonkunst</italic>&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 52</xref>). Aus Hanslicks Sichtweise der Spezial&#228;sthetik, die auf Lessings <italic>Laokoon</italic> Bezug nimmt und f&#252;r die sich auch Grillparzer&#8212;der sich mit der Idee zu einer Schrift <italic>Rossini oder &#252;ber die Grenzen der Musik und Poesie</italic> trug (<xref ref-type="bibr" rid="B26">Grillparzer, 1964: 897</xref>)&#8212;aussprach, kritisierte Hanslick dann auch Robert Schumanns Bekenntnis: &#8218;Die Aesthetik der einen Kunst ist die der andern; nur das Material ist verschieden&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B67">Schumann, 1854: 1:43</xref>). Dieser Anschauung Schumanns stellte Hanslick mit der sechsten Auflage seines Traktats (1881) eine kontr&#228;re Aussage aus Grillparzers Aphorismen gegen&#252;ber. Wenn auch substantielle Unterschiede zwischen Grillparzers und Hanslicks Ansichten bestehen, die von der Forschung meistens ignoriert werden (vgl. hierzu kritisch <xref ref-type="bibr" rid="B28">Grimm, 1982</xref>), sind ihre Ideen in diesem Kontext durchaus identisch, sodass Hanslick die folgende Passage w&#246;rtlich aus Grillparzers Aphorismen &#252;bernahm (f&#252;r das Originalzitat, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B26">Grillparzer, 1964: 235</xref>):</p>
<disp-quote>
<p>Der &#252;belste Dienst, den man in Deutschland den K&#252;nsten erweisen konnte, war wohl der, sie s&#228;mmtlich unter den Namen der Kunst zusammenzufassen. So viel Ber&#252;hrungspunkte sie unter sich allerdings wohl haben, so unendlich verschieden sind sie in den Mitteln, ja in den Grundbedingungen ihrer Aus&#252;bung. (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 23</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Dieses Zitat, das als kritische Reaktion auf die idealistische Kunsttheorie interpretiert werden k&#246;nnte (<xref ref-type="bibr" rid="B83">Wittmann, 1995</xref>), entsprach durchweg Hanslicks Standpunkt. Bei Hanslick stand hierbei erneut die zugespitzte Problematik des semantischen Ungen&#252;gens von Musik im Zentrum: Mit dem Wegfall des langzeitig tradierten Mimesis-Prinzips war die Aufgabe verkn&#252;pft, den konkreten &#8218;Ausdruck&#8216; von Musik gesondert zu begr&#252;nden, was f&#252;r Hanslick meist wenig befriedigend auf diese Weise gel&#246;st worden war: &#8218;Die Musik hat es mit den Gef&#252;hlen zu thun&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 25</xref>). Da dies aber keine spezifische Eigenheit der Musik sei&#8212;andere K&#252;nste erzeugen gleichfalls Gef&#252;hle&#8212;und Sch&#246;nheit f&#252;r ihn zudem immer Selbstzweck ist&#8212;was zugleich bedeutet, dass die menschliche Gef&#252;hlswelt nie Zweck der Musik sein kann (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 25&#8211;49</xref>)&#8212;muss Hanslick letztlich darlegen, welcher &#8218;Natur das Sch&#246;ne einer Tonkunst&#8216; tats&#228;chlich sei. Hanslicks Vorschlag lautet schlicht und zugleich ziemlich revolution&#228;r (f&#252;r die konventionellen Theorieelemente von <italic>VMS</italic>, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Bonds, 2014: 157&#8211;172</xref>): &#8218;Es ist ein specifisch Musikalisches&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 74</xref>). Die fr&#252;heste englische &#220;bersetzung seiner Schrift durch Gustav Cohen (1891), die <italic>The Beautiful in Music</italic> lautet und durch diesen Titel ein Verfahren suggeriert, das dem Argument Hanslicks durchg&#228;ngig widerspricht, bezeugt die Neuheit von Hanslicks Methodik. Denn dieser wollte eben keinen universalen Sch&#246;nheitsbegriff bestimmen (<italic>Das Sch&#246;ne</italic> in der Musik), der dann auf jede Gattung projiziert werden k&#246;nnte, sondern alleinig die &#228;sthetische Konstitution der Musik selbst kl&#228;ren, das hei&#223;t dem <italic>Musikalisch</italic>-Sch&#246;nen auf den Grund gehen (<xref ref-type="bibr" rid="B81">Wilfing, 2019: 159&#8211;163</xref>).</p>
<p>Was ist aber nun das &#8218;specifisch Musikalische&#8216;?:</p>
<disp-quote>
<p>Darunter verstehen wir ein Sch&#246;nes, das unabh&#228;ngig und unbed&#252;rftig eines von Au&#223;en her kommenden Inhaltes, einzig in den T&#246;nen und ihrer k&#252;nstlerischen Verbindung liegt. &#8230; Fr&#228;gt es sich nun, was mit diesem Tonmaterial ausgedr&#252;ckt werden soll, so lautet die Antwort: <italic>Musikalische Ideen</italic>. Eine vollst&#228;ndig zur Erscheinung gebrachte musikalische Idee aber ist bereits selbstst&#228;ndiges Sch&#246;ne, ist Selbstzweck und keineswegs erst wieder Mittel oder Material zur Darstellung von Gef&#252;hlen und Gedanken. (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 74&#8211;75</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Die &#8218;freien Formen&#8216;, die Hanslick hier eigens betont und die erst eine von anderen K&#252;nsten autonome, individuell musikalische Sch&#246;nheit legitimieren, sind aber nicht nur symmetrische, mathematische oder architektonische Formverh&#228;ltnisse (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 94&#8211;97</xref>), sondern haben geistigen Gehalt: &#8218;Die Formen, welche sich aus <italic>T&#246;nen</italic> bilden, sind nicht leere, sondern erf&#252;llte, nicht blo&#223;e Linienbegrenzung eines Vacuums, sondern sich von innen heraus gestaltender Geist&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 78</xref>). Dies muss mit Blick auf eine tradierte Deutung von <italic>VMS</italic> eigens betont werden, die Hanslick als &#228;sthetischen Materialisten interpretiert, f&#252;r den abgesehen von der strukturellen Organisation des Kunstwerks nichts weiter existiere. So hatte schon Hanslicks Freund August Wilhelm Ambros in <italic>Die Gr&#228;nzen der Musik und Poesie</italic> (1856) die &#196;sthetik der &#8218;t&#246;nenden Arabeske&#8216; und die &#8218;L&#228;ugner des Inhaltes der Musik&#8216; mit dem Materialismus des 19. Jahrhunderts gleichgesetzt, dem sich &#8218;der Geist nicht zeigt, weil [er] nicht an ihn glaubt&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B1">Ambros, 1856: 106 und 186</xref>)&#8212;ein Vorwurf, der etwa auch bei Moriz Carri&#232;re (<xref ref-type="bibr" rid="B10">1859: 2:327</xref>), Ludwig Eckardt (<xref ref-type="bibr" rid="B14">1865: 2:15</xref>) und Eugen Schmitz (<xref ref-type="bibr" rid="B65">1915: 2&#8211;3</xref>) zu finden ist und den Ambros aus teilweise religi&#246;ser Motivation mit dem Materialismus von Carl Vogt und Jacob Moleschott assoziierte (zu Hanslick und Ambros, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B71">&#352;t&#283;dronsk&#225;, 2015: 142&#8211;167</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B82">Wilfing 2021</xref>).</p>
<p>F&#252;r Hanslick bezieht die &#8218;reine&#8216; Musik ihren Gehalt von der historischen Entwicklung des Tonmaterials und von der Individualit&#228;t des Komponisten, der das historisch ges&#228;ttigte Material verwendet und spezifisch anreichert: &#8218;Das Componieren ist ein Arbeiten des Geistes in geistf&#228;higem Material&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 79</xref>). Mit dieser Figur, die inhaltliche Parallelen zu Theodor W. Adornos Material-Theorie aufweist (<xref ref-type="bibr" rid="B54">Paddison, 2010: 131&#8211;134</xref>), kann Hanslicks <italic>VMS</italic>-Traktat die geschichtlichen Eigenschaften von Musik theoretisch einbeziehen, ohne &#196;sthetik dabei gleich in Geschichte aufzul&#246;sen (<xref ref-type="bibr" rid="B73">Titus, 2008: 80&#8211;84</xref>). Die gel&#228;ufige Deutung von <italic>VMS</italic> als ahistorische Kunsttheorie (vgl. relativ rezent <xref ref-type="bibr" rid="B6">Bonds, 2014: 177</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B38">Klein, 2014: 28&#8211;29</xref>), die sich aus Hanslicks Trennung von Musik&#228;sthetik und Kunsthistorie speisen d&#252;rfte (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 94</xref>), &#252;bersieht in diesem Kontext oftmals, dass Hanslick hier eine methodologische Differenzierung setzt, welche nicht besagt, dass Musik und das Sch&#246;ne keine Geschichte h&#228;tten, sondern lediglich, dass Musik&#228;sthetik und Kunsthistorie divergente Fragen behandeln (<xref ref-type="bibr" rid="B43">Landerer, 2010</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B81">Wilfing 2019, 86&#8211;98</xref>). Durch den Gehalt der Musik wird dann auch der &#8218;bestimmte[] musikalische[] Gedanke&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 81</xref>) zur eigenen Fakult&#228;t erhoben: &#8218;Der Componist <italic>dichtet</italic> und <italic>denkt</italic>. Nur dichtet und denkt er, entr&#252;ckt aller gegenst&#228;ndlichen Realit&#228;t, in <italic>T&#246;nen</italic>&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 169</xref>). Als Folge dessen findet Hanslick auf das Problem der semantisch defizit&#228;ren Instrumentalmusik diese Replik:</p>
<disp-quote>
<p>Gegen&#252;ber dem <italic>Vorwurf</italic> der Inhaltlosigkeit also hat die Musik Inhalt, allein musikalischen, welcher ein nicht geringerer Funke des g&#246;ttlichen Feuers ist, als das Sch&#246;ne jeder andern Kunst. Nur dadurch aber, da&#223; man jeden andern &#8218;Inhalt&#8216; der Tonkunst unerbittlich negirt, rettet man deren &#8218;Gehalt&#8216;. Denn aus dem <italic>unbestimmten Gef&#252;hle</italic>, worauf sich jener Inhalt im besten Fall zur&#252;ckf&#252;hrt, ist ihr eine geistige Bedeutung nicht abzuleiten, wohl aber aus der <italic>bestimmten Tongestaltung</italic> als der freien Sch&#246;pfung des Geistes aus geistf&#228;higem, begriffslosem Material. (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 171</xref>)</p>
</disp-quote>
</sec>
<sec>
<title>Wagners Konzept des Gesamtkunstwerks und Hanslicks Reaktion</title>
<p>Obwohl Wagner gem&#228;&#223; meiner obigen Skizze die emotivistische Musik&#228;sthetik im Gegensatz zu Hanslick keineswegs zur&#252;ckwies, stellte sich auch ihm die Frage, wie das &#8218;unaussprechlich ausdrucksvolle Sprachverm&#246;gen&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 99</xref>) der Musik gebannt, das hei&#223;t auf konkrete Objekte bezogen werden k&#246;nnte. Seine These des &#8218;allgemein-menschlichen&#8216; Gesamtkunstwerks, die in den Z&#252;rcher Schriften detailliert dargelegt wurde (vgl. zur &#220;bersicht <xref ref-type="bibr" rid="B30">Hinrichsen, 2012</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B39">Koss, 2013</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B85">Young, 2014</xref>), kann nicht mehr in herk&#246;mmliche Diskursformen zum etwaigen Vorrang von Dichtung und Musik gepresst werden, welche Hanslick im Hinblick auf die bekannte Debatte zwischen Gluckisten und Piccinnisten diskutierte, durch deren Lekt&#252;re sich Wagner &#8218;manch&#8217; eitles Gerede h&#228;tte ersparen k&#246;nnen&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 70</xref>). Wagners L&#246;sung des Problems von Dichtung und Musik war individuell und &#8218;aufgehoben&#8216; im Sinne Hegels (siehe unten). Er griff dabei weniger auf Schumanns Bekenntnis zur &#8218;egalit&#228;ren &#196;sthetik&#8216; zur&#252;ck, sondern war prim&#228;r vom Synthesis-Gedanken der Universalpoesie inspiriert, der vor allem durch August Wilhelm und Friedrich Schlegels <italic>Athen&#228;um</italic> (Fragment 116; <xref ref-type="bibr" rid="B63">Schlegel, 1969: 1:118&#8211;119</xref>) popularisiert und von weiteren Dichtern der Romantik praktisch angewandt worden war (<xref ref-type="bibr" rid="B3">B&#228;r, 1999</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B48">Meier, 1979</xref>).</p>
<p>Wagners Doktrin aus der Einleitung von <italic>Oper und Drama</italic>, dass &#8218;der Irrtum in dem Kunstgenre der Oper&#8216; sich darin finden lie&#223;e, &#8218;da&#223; ein Mittel des Ausdruckes (die Musik) zum Zwecke, der Zweck des Ausdruckes (das Drama), aber zum Mittel gemacht war&#8216;, sollte daher nicht verengt gelesen werden (<xref ref-type="bibr" rid="B77">Wagner, 1914b: 21</xref>). Der Begriff des &#8218;Dramas&#8216; meint hier keine literarische Subgattung&#8212;im Gegensatz zur Lyrik und Epik&#8212;sondern vielmehr eine &#8218;neue&#8216; Form von k&#252;nstlerischer Ent&#228;u&#223;erung, die die Kunstarten, welche durch geschichtliche Verlaufsmuster immer weiter getrennt worden waren, einander wieder ann&#228;here und letztendlich miteinander verschmelze, um ein &#8218;wirkliches&#8216; Kunstwerk zu erschaffen. Wagner erkl&#228;rt dieses in <italic>Das Kunstwerk der Zukunft</italic> nach grundlegenden Ausf&#252;hrungen zum Zusammenhang von Natur, Leben, Mensch, Kunst und Wissenschaft, die seiner neuen &#196;sthetik das Gewicht einer anthropologisch untermauerten Kunsttheorie geben sollten: Das Gesamtkunstwerk, das &#8218;alle Gattungen der Kunst zu umfassen hat, um jede einzelne dieser Gattungen als Mittel gewisserma&#223;en zu verbrauchen, zu vernichten zugunsten der Erreichung des Gesamtzwecks <italic>aller</italic>&#8216; K&#252;nste habe nur ein Ziel, die &#8218;unbedingte[] unmittelbare[] Darstellung der vollendeten menschlichen Natur&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B77">Wagner, 1914b: 67</xref>).</p>
<p>Als Basis des Gesamtkunstwerks als allumfassender Ausdrucksform der <italic>conditio humana</italic> nutzt Wagner die griechische Konzeption der &#956;&#959;&#965;&#963;&#953;&#954;&#942; &#964;&#941;&#967;&#957;&#951; (mousik&#275; techn&#275;), welche neben den &#8218;sch&#246;nen K&#252;nsten&#8216; auch Mathematik, Philosophie, Religion etc. als integrale Elemente verstand (<xref ref-type="bibr" rid="B78">West, 1992</xref>; f&#252;r ein engeres Konzept der mousik&#275; techn&#275;, siehe aber auch <xref ref-type="bibr" rid="B2">Anderson, 1994</xref>). Wagner wollte diese nicht schlichtweg restituieren&#8212;die mythisch-religi&#246;se Verbindung mit dem Hellenentum war ihm ein Dorn im Auge&#8212;sondern vielmehr zur &#8218;menschlichen&#8216; Kunst fortentwickeln, welche einen &#8218;unnationale[n], universelle[n]&#8216; Charakter tragen m&#252;sse (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 68</xref>). Dies k&#246;nne jedoch keine Kunst alleine leisten, sondern nur die Verbindung und Erg&#228;nzung <italic>aller</italic> Kunstarten: &#8218;somit wird der Egoist Kommunist, der Eine Alle, der Mensch Gott, die Kunstart Kunst&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 74</xref>). Diese Kunst war bisher einzig im Drama der Antike sowie seiner organischen Verkn&#252;pfung der &#8218;reinmenschlichen&#8216; Kunstgattungen&#8212;das hei&#223;t der &#8218;Tonkunst, Tanzkunst und Dichtkunst&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 74</xref>)&#8212;gegeben. Sie zerbrach, so Wagner, im Lauf der Zeit als Folge einer &#8218;egoistischen&#8216; Vereinzelung, sodass die K&#252;nste eine jeweils eigene geschichtliche Entwicklung durchmachten, die sie von ihrem hohen Zweck und vereinigten Ursprung entfernten.</p>
<p>Nach Wagners Narrativ wurden die K&#252;nste sich aber trotz ihrer wachsenden technischen Perfektionierung der Ausdrucksmittel letztlich bewusst, dass gewisse Schranken von ihnen allein nicht &#252;berwunden werden konnten. Der demnach defizit&#228;re Ausdruck der K&#252;nste, der f&#252;r Wagner nicht nur die &#8218;reine&#8216; Musik betraf, k&#246;nne nur durch ihr gegenseitiges Zusammenspiel ausgeglichen werden. Dieses Prinzip basiere auf dem Umstand, dass die Grenze der einen Kunst den Beginn der anderen markiere: wenn eine Kunst im Ausdruck der <italic>conditio humana</italic> eine fixe Schranke antreffe, beginne das Potential der anderen eben erst mit seiner vollen Entfaltung, weshalb lediglich ihre Kombination eine &#8218;gemeinsame, unbeschr&#228;nkte Kunst&#8216; nach sich ziehe (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 77</xref>). In diesem Kontext &#228;u&#223;ert Wagner auch seine wohl gel&#228;ufigste &#228;sthetische Hypothese, Beethovens 9. Symphonie sei als historischer Schlussstein der &#8218;reinen&#8216; Musik, als irreversibles Bekenntnis ihres limitierten Ausdrucks und als unmittelbare Antizipation seines dramatischen Opernprinzips einzusch&#228;tzen. Wagners Modell des &#220;bergangs von der &#8218;absoluten Tonkunst&#8216; zum &#8218;reinmenschlichen&#8216; Gesamtkunstwerk, das die K&#252;nste in Hegels Sinne &#8218;aufhebe&#8216; (<italic>tollere, conservare, elevare</italic>), wird noch in <italic>VMS</italic> als &#8218;Wasserscheide&#8216; der Musik&#228;sthetik charakterisiert (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 100</xref>).</p>
<p>F&#252;r Wagner war Beethovens 9. Symphonie das Musterbild und der Endpunkt der k&#252;nstlerischen Verkn&#252;pfung von Wort und Ton, die &#8218;Erl&#246;sung der Musik aus ihrem eigensten Elemente heraus zur <italic>allgemeinsamen</italic> Kunst&#8216;. Sie ist aber noch nicht Manifestation des &#8218;reinmenschlichen&#8216; Gesamtkunstwerks, sondern vielmehr das &#8218;<italic>menschliche</italic> Evangelium der Kunst der Zukunft&#8216;. Auf Beethovens 9. Symphonie, die die Grenzlinien der Vokalmusik komplett auslotet, ist &#8218;kein <italic>Fortschritt</italic> m&#246;glich, denn auf sie unmittelbar kann nur das vollendete Kunstwerk der Zukunft, das <italic>allgemeinsame Drama</italic>, folgen, zu dem Beethoven uns den k&#252;nstlerischen Schl&#252;ssel geschmiedet hat&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 103&#8211;104</xref>). Wagners Res&#252;mee lautet:</p>
<disp-quote>
<p>Das <italic>wahre Streben</italic> der Kunst ist daher das <italic>allumfassende</italic>: jeder vom wahren <italic>Kunsttriebe</italic> Beseelte will durch die h&#246;chste Entwicklung seiner besonderen F&#228;higkeit nicht die Verherrlichung <italic>dieser besonderen F&#228;higkeit</italic>, sondern die Verherrlichung <italic>des Menschen in der Kunst &#252;berhaupt</italic> erreichen. Das h&#246;chste gemeinsame Kunstwerk ist das <italic>Drama</italic>: nach seiner <italic>m&#246;glichen F&#252;lle</italic> kann es nur vorhanden sein, wenn in ihm <italic>jede Kunstart in ihrer h&#246;chsten F&#252;lle</italic> vorhanden ist. Das wahre Drama ist nur denkbar als aus dem <italic>gemeinsamen Drange aller K&#252;nste</italic> zur unmittelbarsten Mitteilung an eine <italic>gemeinsame &#214;ffentlichkeit</italic> hervorgehend: jede einzelne Kunstart vermag der gemeinsamen &#214;ffentlichkeit zum <italic>vollen Verst&#228;ndnisse</italic> nur durch gemeinsame Mitteilung mit den &#252;brigen Kunstarten im Drama sich zu erschlie&#223;en, denn die Absicht jeder einzelnen Kunstart wird nur im gegenseitig sich verst&#228;ndigenden und verst&#228;ndnisgebenden Zusammenwirken aller Kunstarten vollst&#228;ndig erreicht. (<xref ref-type="bibr" rid="B76">Wagner, 1914a: 157&#8211;158</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Hanslick konnte Wagners Prinzip des &#8218;reinmenschlichen&#8216; Gesamtkunstwerks, das zudem mit politischen Komponenten durchsetzt war (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Bermbach, 1994</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B13">Danuser und M&#252;nkler, 2002</xref>), &#228;sthetisch keinesfalls guthei&#223;en. F&#252;r ihn wurde die mit dem Ende des 18. Jahrhunderts schrittweise gewonnene Autonomie der Musik, deren philosophische Konsolidierung Hanslick wesentlich bef&#246;rderte, durch Wagners Konzept gef&#228;hrdet und gar annulliert, da es den Zweck der Musik au&#223;erhalb der Musik selbst setzte. Wenngleich Beethovens Symphonie zu den gro&#223;en Werken z&#228;hle, stellte sie f&#252;r Hanslick zugleich die &#8218;Lieblingsl&#252;ge der modernen Musikkritik&#8216; dar, die sie in Wagners Tradition als inneres &#8218;Dr&#228;ngen der Musik zur Bestimmtheit der Wortsprache&#8216; verstanden wissen wollte (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 100</xref>). Hanslick nahm sich hier im Gegenzug David Friedrich Strau&#223; zum Beispiel, der Beethovens 9. Symphonie mit einer plastischen Skulptur verglichen hatte, deren &#8218;Beine, Leib, Brust, Arme &#8230; aus farblosem Marmor&#8216; gebildet seien, deren Haupt jedoch &#8218;colorirt&#8216; w&#228;re (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 101</xref>). Beethovens Unterlaufen von vermeintlichen Genregrenzen im Finale (dem &#8218;Haupt&#8216;) verstie&#223; somit gegen Hanslicks &#8218;Purismus&#8216;, der historisch gefestigte Schranken zwischen Gattungen gewahrt wissen wollte (<xref ref-type="bibr" rid="B22">Gooley, 2013</xref>).</p>
<p>Hanslicks Einw&#228;nde richteten sich prim&#228;r gegen jene &#8218;neudeutschen&#8216; Musikautoren, die die vermutete inhaltliche Botschaft von Musik&#8212;die f&#252;r Hanslick notwendig spekulativ bleiben musste&#8212;als Ma&#223;stab ihrer Relevanz begriffen (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 101</xref>). F&#252;r ihn f&#252;hrte dieses Verfahren dazu, spezielle mediale Merkmale der Musik zugunsten ihrer mutma&#223;lichen semantischen Eigenschaften zu marginalisieren. Die bereits zitierte &#8218;Wasserscheide&#8216;, die &#8218;weithin sichtbar und un&#252;bersteiglich sich zwischen die Str&#246;mungen entgegengesetzter Ueberzeugungen&#8216; lege (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 100</xref>), beruhte folglich vor allem auf der Perspektive, unter welcher Beethovens 9. Symphonie jeweils beurteilt werde. Aus dem Blickwinkel von Hanslicks <italic>VMS</italic>-Traktat gesprochen: Musik als <italic>Musik</italic> oder Musik als <italic>Medium</italic> eines nicht genuin musikalischen Inhalts (<xref ref-type="bibr" rid="B21">Goehr, 2008: 45&#8211;78</xref>). Denn mit der&#8212;f&#252;r Hanslick nie objektiv sicheren&#8212;poetischen Bedeutung werde &#8218;reiner&#8216; Musik eine musikfremde Bestimmung aufgeb&#252;rdet, die das kantische Dilemma neuerlich entstehen l&#228;sst: der t&#246;nende Gedanke verkomme zum Platzhalter des verbalen Denkens, das mit Rekurs auf die mimetische Kunstlehre aufs Neue den Ausdruck von begrifflichen Konzepten zum Zweck der K&#252;nste erkl&#228;rt&#8212;eine Idee, die f&#252;r die Musik bereits Geltung verloren hatte.</p>
<p>In gleichem Sinne kritisiert Hanslick die bereits zitierte Zweck-Mittel-Relation in Wagners Theorie, die f&#252;r ihn &#8218;auf falschem Boden&#8216; steht, denn &#8218;eine Oper, in der die Musik immer und wirklich <italic>nur als Mittel</italic> zum dramatischen Ausdruck gebraucht wird, ist ein musikalisches Unding&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 70</xref>). &#8218;Nur im <italic>logischen</italic> (wir h&#228;tten beinahe gesagt im &#8222;juristischen&#8220;) Sinn&#8216;, so Hanslick, &#8218;ist der Text Hauptsache, die Musik Accessorium, die &#228;sthetische Anforderung an den Componisten geht viel h&#246;her, sie verlangt selbstst&#228;ndige (wenn gleich untrennbare) <italic>musikalische Sch&#246;nheit</italic>&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 56</xref>). Er moniert die &#8218;specifisch dramatische&#8216; Ausrichtung von Wagners Werken (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 68</xref>), die die &#8218;nat&#252;rliche&#8216; Entfaltung der Musik behindere und unterbinde, da sie die organische Gestaltung der Melodie dem Bedarf des Textes unterordne (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B46">Maus, 1992</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B53">Noeske, 2013</xref> zum Organizismus von Hanslicks Musikbild). F&#252;r ihn war klar, dass &#8218;die declamatorisch-<italic>dramatische Genauigkeit</italic> und die <italic>musikalische Vollendung</italic> nur die H&#228;lfte Weges mit einander fortschreiten&#8216;, da Musik zur schrittweisen Entwicklung, das Wort aber eher zum geballten Ausdruck tendiere (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 64&#8211;65</xref>):</p>
<disp-quote>
<p>[D]ie unfreie Stellung &#8230;, welche Musik und Text zu einem fortw&#228;hrenden Ueberschreiten oder Nachgeben zwingt, macht, da&#223; die Oper wie ein constitutioneller Staat auf einem steten Kampfe zweier berechtigter Gewalten beruht. Dieser Kampf, in dem der K&#252;nstler bald das eine, bald das andere Princip mu&#223; siegen lassen, ist der Punkt, aus welchem alle Unzul&#228;nglichkeiten der Oper entspringen, und alle Kunstregeln auszugehen haben, welche eben f&#252;r die <italic>Oper</italic> Entscheidendes sagen wollen. In ihre Consequenzen verfolgt, m&#252;ssen das musikalische und das dramatische Princip einander nothwendig durchschneiden. &#8230; Darum wird das Augenmerk des echten Operncomponisten wenigstens ein stetes Verbinden und Vermitteln sein, niemals ein principiell unverh&#228;ltni&#223;m&#228;&#223;iges Vorherrschen des einen oder andern Moments. Im Zweifel wird er sich aber f&#252;r die Bevorzugung der <italic>musikalischen</italic> Forderung entscheiden, denn <italic>die Oper ist vorerst Musik, nicht Drama</italic>. (<xref ref-type="bibr" rid="B29">Hanslick, 1990: 66&#8211;67</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Wagners Theorie wollte jedoch genau diese paradoxe Stellung von Musik und Wort endg&#252;ltig aufheben und das Drama als Ersatz der f&#252;r ihn veralteten Oper etablieren. Neuerlich&#8212;dies geht aus den ersten beiden Teilen von <italic>Oper und Drama</italic> hervor (&#8218;Die Oper und das Wesen der Musik&#8216; und &#8218;Das Schauspiel und das Wesen der dramatischen Dichtkunst&#8216;)&#8212;sind sich Wagners und Hanslicks Diagnosen zum Verh&#228;ltnis von &#8218;Tonkunst&#8216; und &#8218;Dichtkunst&#8216; wie ihr grunds&#228;tzlicher Problemaufriss der Oper &#228;u&#223;erst &#228;hnlich. Hanslick hatte seine &#196;sthetik, die die spezifischen Eigenheiten der Musik erma&#223; und somit streng genommen nicht unmittelbar auf Wagners Dramen angewandt werden konnte, jedoch aus der &#8218;absoluten&#8216; Musik bezogen, die er als Kunst unbed&#252;rftig aller musikfernen Funktionen konzipierte. Wagners Theorie, die die gleichm&#228;&#223;ige Subsumption jeder Kunst unter das ideelle Prinzip der dramatischen Ent&#228;u&#223;erung beanspruchte, wirkte auf ihn daher ausgenommen problematisch. Abgesehen von der f&#252;r Hanslick opernpraktisch unerw&#252;nschten Unterordnung der Musik unter das Drama, schien ihm Wagners Konzept eine R&#252;cknahme der schrittweise errungenen Emanzipation und theoretischen Nobilitierung der Musik als Kunst im 18. und 19. Jahrhundert, was den f&#252;r ihn zentralen Gedanken der musikalischen Autonomie destabilisierte.</p>
</sec>
<sec>
<title>Schlussbetrachtung: Antagonisten im Nahverh&#228;ltnis</title>
<p>Dass Hanslicks Einw&#228;nde der theoretischen Grundlegung des Gesamtkunstwerks in Wagners Schriften genauer besehen nicht gerecht werden, das wie erl&#228;utert anderen &#228;sthetische Pr&#228;missen folgt, hatte schon Otakar Hostinsk&#253; in seiner relativ unbekannten Abhandlung <italic>Das Musikalisch-Sch&#246;ne und das Gesammtkunstwerk vom Standpuncte der formalen Aesthetik</italic> (1877) aufgezeigt. Hostinsk&#253; skizzierte hier eine zweigleisige Musik&#228;sthetik, die die musikalische Autonomie in Hanslicks <italic>VMS</italic>-Traktat mit Wagners Konzept des &#8218;allgemeinsamen Gesamtkunstwerks&#8216; insofern vereinte, als er die je differente Grundlage ihrer Theoreme&#8212;&#8218;absolute Tonkunst&#8216; und &#8218;Drama&#8216;&#8212;erfasst und die Anwendungsbereiche von Hanslicks und Wagners &#196;sthetik demgem&#228;&#223; spezifiziert (<xref ref-type="bibr" rid="B84">W&#246;rner, 2013</xref>). Hostinsk&#253;s Beurteilung wird von den vorstehenden Erl&#228;uterungen insofern best&#228;tigt, als Wagners Dramen und die hinter diesen stehenden Konzepte keineswegs unmittelbar durch Hanslicks Prinzipien der &#8218;reinen&#8216; Musik sowie deren Autonomie ausgehebelt werden. Wie die Reduktion von Hanslicks <italic>VMS</italic>-Traktat auf die Glorifizierung der &#8218;Form&#8216; als erheblich verk&#252;rzte Lesart seiner Gehalts&#228;sthetik gefasst werden muss (<xref ref-type="bibr" rid="B80">Wilfing 2016</xref>), verfehlt auch eine Identifikation von Wagners Begriff des &#8218;Dramas&#8216; mit dem Text einer Oper den Ansatz seiner Z&#252;rcher Schriften. Mit Blick auf vokale Musik ist Hanslicks Betonung der musikalischen Spezial&#228;sthetik daher einzig als willk&#252;rliche Begrenzung anzusehen: Was f&#252;r die &#8218;reine&#8216; Musik gilt, muss noch lange nicht f&#252;r das Gesamtkunstwerk als Genre gelten (et vice versa).</p>
<p>Somit muss auch gefragt werden, aus welchen Gr&#252;nden Hanslick im zweiten Kapitel seines Traktats die Eigenschaften der &#8218;absoluten Tonkunst&#8216; auf die Vokalmusik angewendet hat und wieso dieser im Sinne einer konsequenten Spezial&#228;sthetik die intrinsischen Unterschiede verschiedener musikalischer Gattungen quasi nicht beachtete. Diese auf den ersten Blick folgewidrige Identifikation von instrumentaler und vokaler Musik schuldet sich wohl Hanslicks Bedenken, dass Wagners Theorie einen R&#252;ckgriff auf die idealistische Musik&#228;sthetik repr&#228;sentiere, der Kants These, dass Musik nur darum Kunst sei, &#8218;weil sie der Poesie zum Vehikel dient&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B34">Kant 1997, 575</xref>), wieder neues Leben schenke. Die Distanz zwischen Wagners und Hanslicks Positionen wird aber erst dann in rechtes Licht ger&#252;ckt, wenn man sie ohne R&#252;cksicht auf gegenseitige Trugschl&#252;sse vor dem Hintergrund des kantischen Problems der defizit&#228;ren Semantik von Musik liest: Wie ich zu belegen versuche, basieren die inkompatiblen Endergebnisse ihrer &#228;sthetischen Hypothesen entgegen gel&#228;ufiger Erz&#228;hlungen auf nahezu identen Ansichten zum begrenzten expressiven Potential von &#8218;reiner&#8216; Musik, die aus der idealistischen Musik&#228;sthetik abgeleitet werden k&#246;nnen. Eduard Hanslick und Richard Wagner, die oft als entscheidende Antagonisten im &#196;sthetikdiskurs des 19. Jahrhunderts bem&#252;ht werden, waren sich letzten Endes somit n&#228;her, als uns verbreitete historische Narrative glauben machen wollen. Ihr tats&#228;chliches theoretisches Verh&#228;ltnis ist eines von vielen Kapiteln der polarisierten &#228;sthetischen Diskussionen des 19. Jahrhunderts, das eine neue Lesart und differenziertere Neubewertung n&#246;tig macht, zu welcher dieser Artikel einen Beitrag leistet.</p>
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<fn id="n1"><p>Der Begriff f&#228;llt bei Wagner schon fr&#252;her, als Teil des von ihm skizzierten Programms von Beethovens Symphonie Nr. 9 aus dem Jahr 1846. Hier wird er aber noch nicht erl&#228;utert oder theoretisch eingesetzt, was dann erst auf die Z&#252;rcher Schriften&#8212;<italic>Die Kunst und die Revolution</italic> (1849), <italic>Das Kunstwerk der Zukunft</italic> (1850) und <italic>Oper und Drama</italic> (1851)&#8212;zutrifft (<xref ref-type="bibr" rid="B57">Pederson, 2013: 1&#8211;2</xref>).</p></fn>
<fn id="n2"><p>Der Begriff &#8218;reine Musik&#8216; ist hier ohne wertsetzende, ontologische oder metaphysische Implikationen als Bezeichnung f&#252;r die instrumentale Komposition ohne Text, Titel oder Programm intendiert.</p></fn>
</fn-group>
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<title>Danksagung</title>
<p>Die Arbeiten zu diesem Beitrag wurden im Rahmen des Projekts &#8222;Eduard Hanslick&#8217;s Criticism between Aesthetics, Journalism, and Scholarship&#8220; (FWF, P35379) m&#246;glich gemacht.</p>
</sec>
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<title>Interessenkonflikte</title>
<p>Der Autor ist Gast-Herausgeber der Special Collection, war bei seinem Artikel jedoch nicht am Begutachtungsprozess beteiligt.</p>
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